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Stimmen aus der Wildnis

Road to the sky

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Mo, 13 Sep 2010

... so heißt die älteste von Menschen gemachte Attraktion der USA! Gemeint ist die Straße hinauf auf Neu-Englands höchste Erhebung, den Mount Washington. Schon im letzten Jahr wollten wir diese Tour machen, aber die Privatsstraße ist ab Mitte Oktober geschlossen. Denn ab da ist das sowieso schon unberechenbare Wetter dort oben absolut unvorhersagbar. Mark Twain sagte einmal dazu: You don't like the weather in New-England? Just wait a minute..." Und so packten wir sicherheitshalber warme Winterjacken ins Auto.

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Mit unserem Freund Sascha, der uns auf seiner Amerika-Selbstfindungstour besuchte, und unseren Lieblingswegfahr-Gefährten, den Engländern, ging es mittags los. Erst mittags, weil die Kinder vorher Karate und Fußball hatten und weil sowieso vorausgesagt war, dass der Gipfel bis mindestens 14 Uhr im Nebel sein würde. Elise in ihrem neuen Auto -- dem Plans-Mobil.

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Wir fuhren die Landstraße, auch um sehen, wie weit die Blattfärbung des Indian Summer schon fortgeschritten war. Nach einem leckeren Mittagessen im Franconia Notch State Park und kurzen Stopps am Basin und der Silver Cascade, erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein Mount Washington.

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Am Mauthäuschen bekamen wir eine Mappe mit CD und wichtigen Hinweisen, wie das Auto die durchschnittlich 12 Prozent Steigung der Straße überstehen könnte. Und:

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Schon 1861 wurde die Straße als Touristenattraktion eröffnet und zuerst mit Pferdefuhrwerken befahren, die für den Aufstieg etwa vier Stunden benötigten. Wir sollten es in 30 Minuten schaffen.

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Die Straße war an manchen Stellen wirklich schmal, erstaunlich wie sie die damals gebaut haben. Überall fanden sich Hinweisschilder und auch Wassertonnen für überhitzte Maschinen.

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Wir hatten Glück und konnten kilometerweit sehen. Normalerweise ist der etwa 2000 m hohe Gipfel an mehr als 300 Tagen im Nebel und an den restlichen Tagen regnet es oft. Heute aber nicht und das sind Neu-Englands Berge in ihrer ganzen Schönheit (ein größeres Bild ist hier).

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Es fährt sogar eine kleine Eisenbahn da hoch, aber das ist ziemlich teuer. Ich bin aber froh, dass Micha gefahren ist, auch Lotti musste sich manchmal hinter Mattis Stillkissen verstecken, wenn die Höhenangst sie packte. Oben auf dem Gipfel steht tatsächlich noch ein Gebäude von 1861. Außerdem ein Wetter-Observatorium, ein kleines Museum und ein Café. Dieses Haus wird mit Ketten gegen Windgeschwindigkeiten von über 200 Meilen gesichert.

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Auf diesem Steinhaufen steht man genau auf dem Gipfel des Mount Washington.

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Es war gar nicht so kalt wie befürchtet und der Wind blies kaum. Trotzdem habe ich Mattis seinen Winteranzug angezogen, auch um festzustellen, dass er schon zu klein ist. Und Mattis war für kurze Zeit das höchste Baby Neu-Englands. Ist es nicht erstaunlich, dass seine Augen so blau sind wie der Spätsommerhimmel an diesem Tag?

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Micha nutzte die Gelegenheit, einige Panorama-Bilder zu machen und ich reihe jetzt einfach mal ein paar der atemberaubendsten (kann man das eigentlich steigern?) Ausblicke aneinander (großes Panorama hier).

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Ich glaube, Sascha hat's auch gefallen, nachdem er mit NYC eben noch in der Riesenmetropole war. Wer übrigens einen guten Tontechniker braucht, meldet sich!

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Um halb sechs musste man den Berg verlassen. Tatsächlich ist es nicht ungefährlich, denn nach wie vor kann das Wetter binnen Sekunden wechseln. Und tatsächlich mussten wir schon nach fünf Minuten anhalten, weil unsere Bremsen rauchten. Langsam und immer hinter David her, der die Fahrt nutzte, sein neues Auto auf Herz und Nieren zu prüfen, ging's den Berg wieder hinab, der den Indianern dieser Gegend übrigens heilig war. Heute werden hier sogar Autorennen veranstaltet und die Boliden legen die Strecke in weniger als sieben Minuten zurück.

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Das Meiner-Mobil ist ja eher von der gemütlichen Sorte und brachte uns an diesem herrlichen Spätsommerabend, diesmal über die Interstate, nach Hause.

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