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Stimmen aus der Wildnis

In den Süden

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Mo, 12 Sep 2011

Die "Blaue Lagune" ist das beliebteste Reiseziel Islands: ein riesiges Thermalbad mit Wellnessbereich und baden im Vulkanbecken in eisblauem, heißen Wasser. Wir haben uns dagegen entschieden, ganz einfach, weil es sehr teuer ist und kein Spaßbad, wie die Kinder es gemocht hätten. Aber wir sind mal rangefahren an die legendären Quellen.

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Wir wandten uns dann in Richtung Süden, wo für diesen Tag besseres Wetter angesagt war. Über Schotterpisten ging es am Meer entlang. Rechts die Küste und links die Lava-Felder mit ihren bizarren Formen.

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Viele Straßen werden gebaut, aber immer aus dem typischen schwarzen Lava-Schotter, der genug Grip hat, um bei Blitzeis und plötzlichem Regen eine rutschfeste Oberfläche zu bieten. Für manche ist der Belag aber auch richtig gemütlich.

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Die wahren Helden des Tages waren aber nicht die wolligen Islandschafe, die ihr Fell für die schicken, aber völlig überteuerten Island-Pullover hergeben. Sondern die Island-Ponys. Wegen ihnen darf keine andere Pferderasse auf der Insel gehalten werden. Überall stehen sie auf großen Weiden an der Strasse, in allen Farben und es ist eine Freude sie anzusehen und eine noch größere (für gewisse Pferdefreundinnen unter uns), sie zu streicheln.

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Tatsächlich schien die Sonne immer heller, je weiter südlich wir kamen. Von der Straße aus konnten wir die Vulkane schon sehen -- und die Gletscherzungen, die sich Richtung Meer schieben.

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Über die Kanten rauschen unzählige Wasserfälle, an die man ganz nah herankommt.

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Auf der Straße am Meer fährt man direkt an der Abbruchkante vorbei. Und kommt an den berüchtigten Eyjafjallajökull-Vulkan, der im April 2010 mit seinen Aschewolken den weltweiten Flugverkehr lahmgelegt hat.

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Wie fast immer versteckte er sich im Nebel und so konnten wir das Biest nur erahnen.

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Ganz nah prasselt ein weiterer berühmter Wasserfall in ein schwarzes Naturbecken und fließt als unscheinbares Flüsschen Richtung Meer: der Skogafoss -- und das in berauschender Lautstärke.

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Diese Fahrt war dank mp3-Player schon deutlich entspannter und schon mal ein Vorgeschmack aufs Fahren im Deutschland-und-Halleparkplatz-kompatiblen Auto.

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An der Strecke liegt außerdem noch das Skogar-Museum, das den isländischen Wohnungsbau in den Zeiten darstellen will. Tatsächlich findet man an einigen Hängen die noch vor 100 Jahren typischen grasgedeckten Häuschen, die innen unglaublich eng und dunkel sind.

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Da die Isländer ihr bißchen Holz schon um 1000 n.C. komplett abgeholzt hatten, nahmen sie zum Bau der wenigen Holzhäuser am Strand herumliegendes Treibholz. Und tatsächlich haben sie erst vor wenigen Jahren damit begonnen, ein paar Wldflächen aufzuforsten, denn nicht unbedgingt das raue Klima, sondern die Erosion ist das größte Problem für das bißchen Landwirtschaft. Auf dem Rückweg gings flotter auf der Autobahn und durch einen Tunnel zurück, der unter einem riesigen Fjord entlangführt. Am nächsten Tag hieß es wieder Koffer packen -- und dann ging es heim.

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