Jetzt wird es langsam peinlich, aber die Chronistenpflicht ruft. Deshalb hier unsere Erlebnisse in Reykjavik -- immer noch Ende Juli 2011.
Reykjavik ist klein, aber vielfältig. Eigentlich ist Micha ja der Naturmensch, aber bei strömendem Regen konnte ich durchsetzen, nicht nochmal so weit zu fahren. Also kehrten wir ins Saga-Museum ein. Jede Ecke in Island hat ihre eigene Saga -- Geschichten über die Besiedlung, den dort lebenden Clan und natürlich auch sagenhafte Wesen. Im Saga-Museum kann man einen Streifzug durch die Geschichte Islands unternehmen -- Wachspuppen in Kulisse veranschaulichen die oftmals blutrünstigen Stories. Interessant für die Kinder, die die englische Audio-Führung mitmachten.
Leider wird alles nur englisch oder isländisch beschrieben, manchmal französisch. Jedenfallls war der Museumsshop nicht so toll, aber die ausprobierbaren Wikingerhelme wogen das auf.
Vom Dach des Museums hat man einen guten Blick über die Stadt -- Wetter kann man sich ja nun nicht aussuchen.
Die Stadt selbst ist wirkich sehenswert. Kleine Straßen, bunte Häuser -- sie macht einen fröhlichen Eindruck. Ein Laden am anderen zeigt, dass Island zwar vornehmlich fischt, aber eben auch vom Tourismus lebt.
Überall Kuscheltiere von Papageientauchern, Eisbären, Islandpferden, außerdem Strickpullis und T-Shirts mit isländischen Trinksprüchen. Und überall Geschichte: Reykjaviks Gründung als großes Gehöft, Reykjavik als Heimat Erik des Roten und vor allem seines Sohnes Leif Erikson, der Amerika entdeckte.
Diese Statue wurde Island von den USA geschenkt, zum 1000. Jahrestag der Entdeckung. Die Kirche im Hintergrund ist ein Betonkunstwerk, innen licht und hell, mit einer klangvollen Orgel, aber schlicht wie eben eine evangelische Kirche. Genau gegenüber ist "Lokis Café" und dort kehrten wir ein zum Lunch.
Die tapfere Lotti probierte eine isländische Fleischsuppe, Moritz nur ein Frischkäsebrot, aber immerhin mit hausgemachten Roggenbrot, das ganz früher in Erdöfen nahe den heißen Quellen gebacken wurde.
Micha dachte kurz über fermentierten Hai und Schafshirn nach, entschied sich dann aber doch für Fleischsuppe und Brot und natürlich Bier.
Matti war es wurscht -- Hauptsache, er konnte mit Gabel essen. Sonst war das Wetter einfach zu grau, um bessere Eindrücke zu sammeln. Außer vielleicht, dass es hier tatsächlich Feen gibt -- die ihre Hügel sogar mitten in der Fußgängerzone von Reykjavik haben.
Wenn wir wiederkommen, und das werden wir, dann wochentags, wenn die vielen Boutiquen und Galerien offen sind.

