Die Tour von Fort Wayne nach Springfield ist nicht ganz so lang, "nur" fünf Stunden und mit einer tollen Pausen-Möglichkeit zwischen all den Feldern: Indianapolis. Die Hauptstadt von Indiana hat viel zu bieten, unter anderem das größte Kindermuseum der USA und das Eiteljorg Western-Museum. Die Zeit ist knapp und so füge ich mich Michas Vorschlag, den Indianapolis Speedway und sein Museum zu besuchen.
Die Rennstrecke ist jetzt einhundert Jahre alt und hat wirklich eine bewegte Geschichte hinter sich. Da man auch eine Motorrennstrecke wie in Europa haben wollte, wurde der Speedway gebaut und am 30. Mai 1911 das jährliche Rennen Indy 500 auf der gepflasterten Strecke ins Leben gerufen. Zuerst fuhren nur amerikanische Fahrer in amerikanischen Autos von Ford und Chevrolet hier.
Doch die berühmte Strecke und vor allem der Enthusiasmus der Zuschauer zogen bald Fahrer aus der ganzen Welt an. Automobilhersteller wie Ferrari, Bugatti, Mercedes brachten auf den vier Kilometern Rennstrecke ihre Rennwagen an den Start -- hier ein Mercedes Silberpfeil.
Während der Weltkriege war die Rennstrecke geschlossen. Nach dem 2. Weltkrieg sogar völlig verwildert und es stand auf der Kippe, ob sie jemals wieder befahren werden könnte. Der Industrielle Tony Hulman aus Indiana investierte Millionen Dollar und heute kommen jedes Jahr hunderttausende zu den Motorrad- und Autorennen hier. Das Museum direkt auf dem Grün des Speedways zeigt viele Siegerwagen und Renntrophäen.
Aber auch Automobilgeschichte wie eines der ersten Autos, alte Motoren oder die Düsenberg-Wagen werden gezeigt.
Natürlich gibt es eine Hall of Fame aller Indy 500 Sieger. Traditionell trinkt der Sieger übrigens nicht Schampus, sondern Milch auf dem Treppchen. Die entsprechende Flasche kann man im Shop kaufen.
Der Speedway ist das größte Sportstadion der USA und gehört zu den Kulturdenkmalen der USA. Auf der Weiterreise nach Springfield, Illinois, muss natürlich Cars geguckt werden, die Musik ist einfach klasse zum Autofahren.
Von hier ist es nur noch ein Katzensprung von drei Stunden nach Springfield, auf dem wir aber die Zeitzone wechseln! Beim "Grenzübertritt" nach Illinois stellen wir unsere Uhr eine Stunde zurück auf Central time -- der mittleren der drei Zeitzonen der kontinentalen USA. Und so ist es erst halb sechs, als wir zum Abendessen im "Cozy Dog" eintreffen.
Passend zu unserem Tag des Automobils befinden wir uns nämlich nun auf der Mother Road der USA, der Route 66. Der Waldmire-Clan eröffnete das typische Drive-In im Jahre 1946. Seitdem wurde es mehrmals umgebaut, befindet sich aber nach wie vor in Familienbesitz und platzt aus allen Nähten durch die vielen Route 66 - Souvenirs.
Außerdem wurde hier der Cozy Dog erfunden, der Hot Dog im Maisteigschlafrock sozusagen.
Das Rezept haben sie sich patentieren lassen, ebenso wie die Folterwerkzeuge, mit denen sie das Würstchen in den Teimantel einbauen.
Insgesamt ganz lecker, aber unheimlich fettig. Da helfen nur noch Karotten ud Sellerie zum Dippen, die wir uns zusammen mit Frühstücksutensilien in der Kaufhalle kaufen. Denn in diesem Hotel gibt es kein Frühstück und wir wollen keine Zeit verlieren, wenn wir morgen nach Abraham Lincoln suchen.

