Sonnabend und Sonntag waren wir wieder unterwegs -- ja, das kann man machen, wenn eine Mama in der Woche schon alles geputzt hat! Die erste Überraschung: hier gibt es auch Eisenbahnen! Und ja, es gibt auch hier Freaks, die sich sowas anschauen. Also besuchten wir den Weltbahnhof White River Junction in Vermont, auf der anderen Seite des Connecticut Rivers. Dort hatten sich mehrere Loks und Wagen der ruhmreichen amerikanischen Eisenbahn versammelt -- The Glory Days.
Ihr kennt noch Winnetou I ?? Da werden doch Schienen durchs Land der Apachen verlegt und eine bunte Lokomotive fährt herum -- die Schienen hier stammen nahezu aus dieser Zeit. In den 1890ern wurden sie, von Boston kommend, durch die dichten Wälder verlegt und 1913 nochmal "modernisiert". Daher muss die Bahn das Tempo drastisch drosseln sobald sie New Hampshire und Vermont durchquert -- die Gleise sind noch geschraubt und der Höhenunterschied zwischen einzelnen Schienenstücken teilweise beträchtlich. Kein Grund, dieses Beispiel amerikanischer Infrastruktur-Kunst nicht zu feiern!
Reisen mit der Bahn scheint aber nicht das große Vergnügen zu sein, obwohl man es sich bei dieser Landschaft sehr reizvoll vorstellen kann. Reiseberichten zufolge mussten Laptops und Bücher weggelegt werden, weil bei dem Geschaukel kein Lesen und Schreiben mehr möglich war. Eine Freundin von uns ist verliebt ins Eisenbahnfahren in Europa und wollte auch zu Hause in den USA mit gutem Beispiel voran gehen: sie wollte von New York nach Montreal mit dem Zug fahren, auch durch Vermont und New Hampshire -- eine Reise, die einen Tag dauern sollte, wenn die Bahn nicht 13 Stunden Verspätung gehabt hätte... Na trotzdem waren die Stahlrösser mächtig beeindruckend, immerhin müssen die tausende Kilometer bewältigen! Und natürlich ließen es sich die Hobby-Eisenbahner unter uns nicht nehmen, eine Draisine auszuprobieren -- hier wird sie ordinär Pump Car genannt.
Und dann hat's geregnet...

