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Stimmen aus der Wildnis

Heute mal Historie: auf dem Weg in die älteste Stadt der USA kamen wir aber erstmal durch Daytona Beach.

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Hier ist eigentlich jeder motorisiert. Überall fahren schwere Harleys herum. Der Strand ist zugänglich für Autofahrer, die sich auch in Badehose nicht allzu weit von ihren Karossen entfernen wollen und dafür auch Eintritt zahlen. Übrigens ein Überbleibsel aus der Zeit, als Louis Chevrolet und Henry Ford am Strand hier Rennen fuhren.

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Im April kommen hunderttausende Studenten und andere junge Leute her und feiern den Spring Break. Und Daytona Beach ist berühmt für seinen International Speedway, auf dem Nascar-Rennen gefahren werden und wie es der Zufall wollte, kamen wir genau zur Eröffnung der NASCAR Saison hier durch.

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Ansonsten ist Daytona Beach ein Touristenort; ein T-Shirt wollten wir nicht kaufen und so fuhren wir weiter die Küstenstraße entlang. Die Häuser hier in Strandnähe stehen alle auf Stelzen.

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Ja, wenn die Spanier nicht gewesen wären, dann hätten die USA wahrscheinlich keine Stadt, die älter als 300+x Jahre ist. Aber weil die Spanier so hellsichtig waren und Columbus ausschickten, der es mit seinen Entdeckungen nötig machte, spanische Befestigungen anzulegen, um die Schätze zu schützen, die die Spanier der Neuen Welt klauten, gibt es St. Augustine und sein Castillo.

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1565 schon ließen sie sich hier nieder, um ihre vorbeifahrenden Schiffe vor Piraten und Engländern zu schützen. Das später in Stein gebaute Castillo de San Marcos mit seinen vier Bastionen wurde nie eingenommen, nur manchmal übergeben.

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Es ist das größte und am besten erhaltene spanische Fort der USA. Das Castillo wurde aus Kalkstein gebaut, der aus Seemuscheln und Korallen entstanden ist und widerstand so allen heranfliegenden Kanonenkugeln. Jetzt hat es ein paar Risse bekommen, wahrscheinlich auch wegen dem doch recht sumpfigen Untergrund, auf den es gebaut wurde.

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Wie fast immer in den USA wird hier die Geschichte zum Leben erweckt. Da haben sie keinen zu großen Respekt vor den Jahrhunderten. Ein Verein kümmert sich, die Museumsführer tragen Kostüme, es gibt Filme zu sehen und nahezu alles darf berührt werden.

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Man kann Einschusslöcher bewundern und alte Kanonen bestaunen. Keine Scheu vor der Geschichte, nur beim Musketenschießen musste Abstand gehalten werden.

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"Endlich mal wieder eine richtige Burg" haben die Kinder gesagt und dann noch eine mit so wechselhafter Geschichte, denn hier saßen nicht nur Spanier und Engländer. Hier wurden auch aufrührerische Indianerführer interniert und das Fort wurde im Bürgerkrieg für ein Jahr von den Südstaaten gehalten. Aber die Glanzzeit fällt wohl den Spaniern zu.

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Das Städtchen selbst ist immer noch sehr spanisch und mittlerweile auch sehr touristisch. Die alten Steinhäuser sind dennoch etwas Besonderes inmitten der Holzhäuser hier.

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Tatsächlich hat St. Augustine eine andere Klasse als viele Touristenorte an der Küste. Die Läden sind sehr hübsch und haben nicht nur Nippes, es gibt autofreie Promenaden und wenn man nicht wüsste, dass St. Augustine 1702 mal vollständig niedergebrannt ist, müsste man denken, alle Häuser wären original, so liebevoll sind sie neu erbaut worden. Dieses hier ist aber jünger, ein ehemaliges Hotel, das nun Rathaus ist und davor steht die Statue des Stadtgründers Pedro Menéndez de Avilés.

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Das ist die Innenstadt von St. Augustine, die Straßen laufen genauso wie vor 450 Jahren.

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Außerdem hat man das älteste hölzerne Schulhaus der USA aus dem 18. Jahrhundert erhalten.

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Drinnen kann man sehen und lesen, wie die Kinder damals unterrichtet wurden und draußen steht, in einem kleinen Garten, die große Schulglocke, die natürlich geläutet werden darf.

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Es gab auch ein Wachsfigurenkabinett, wie öfter hier, völlig fehl am Platz und uns war es draußen zu schön, als dass wir hineingehen wollten. Aber ein Foto von außen wenigstens mit den momentanen Helden von Lotti und Moritz.

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Wir haben uns so durch die Sonne treiben lassen und uns getraut, nochmal essen zu gehen und zwar bei einer originalen Polin, die uns mit ihrem Bigos, Bier und Pieroggen den Glauben an die Gastronomie wiedergegeben hat. Außerdem hatte sie mehrere polnische Biersorten zum kosten da. Das hat uns St. Augustine noch mehr versüßt und wir können nur jedem ans Herz legen, dort Station zu machen, der Florida besucht. Wir hätten gern noch mehr gesehen, aber da war es Zeit, am alten Sklavenmarkt vorbei, Richtung Orlando zu fahren. Unser letzter Urlaubstag mit einem letzten Highlight liegt vor uns.

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