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Stimmen aus der Wildnis

Orlando

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Mi, 16 Feb 2011

Fast so gross wie Halle, aber auf dem selben Breitengrad wie Mittelalgerien und mit deutlich mehr Hochhäusern -- das ist Orlando. Bis in die 50er Jahre hinein war Orlando ein verschlafenes Nest in der Mitte Floridas. Doch mit dem Bau des Flughafens und den vorhandenen Eisenbahnanschlüssen entwickelte es sich rasend schnell zum wichtigsten und beliebtesten Touristenzentrum der USA. Das "historische Zentrum" ist ziemlich klein, zugebaut mit Kirchen verschiedenster christlicher Sekten und einem winzigen Bahnhof. Lake Eola mit seinem charakteristischen Springbrunnen ist wohl das beliebteste Fotomotiv Orlandos.

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Ausgerechnet an diesem Sonnabend findet im angrenzenden Park eine Hundemesse statt. Das veranlasst Micha zu mutmassen, dass etwa 100% der Orlandorianer einen Hund haben, die meisten gleichgeschlechtliche Beziehungen bevorzugen und ihre liebste Nebenbeschäftigung Schwäne füttern ist. Denn am See leben dutzende Schwäne.

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Dazu gibt es Bänke, ein Kriegerdenkmal und einen grossen Spielplatz. Ein echtes Naherholungsgebiet also.

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Rund um den kleinen See liegt ein niedliches Wohngebiet, der älteste Teil der Stadt, in dem noch ein paar der ursprünglichen Holzhäuser stehen. Viele in spanischem Stil, denn natürlich ist das Erbe der spanischen Besiedlung nicht nur in den Ortsnamen sichtbar. Florida liegt übrigens nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, das Grundwasser steht entsprechend hoch und tritt allerorten als See zutage. Aber die Laubbäume scheinen ein Problem zu haben: eine Parasitenpflanze hängt sich über die Äste und scheint ihnen die Lebenskraft auszusaugen, zumindest sind diese Bäume oft fast völlig entlaubt. Wir müssen noch rausfinden, was da los ist.

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Auf unserem Weg durch die Umgebung passieren wir auch drei Autobahnabfahrten, die alle zu DisneyWorld führen. Disney ist hier überall.

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Das Orlando Museum of Art (OMA) sparen wir uns, die Kinder sind immer noch hibbelig von dem langen Flug. Obwohl die Sonne scheint, sind es aber nur etwa 18 Grad draussen. Kein Hindernis für die Bagage: der Pool wird ausprobiert.

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Mattis wartet derweil in seinem kleinen Wagen, den uns unsere liebe, liebe Freundin Elise geliehen hat. Ein wirklich tolles, ganz flach faltbares Gefährt, das nahezu überall fahren kann. Die Kinder strampeln im Pool gegen das Erfrieren an.

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Sie wärmen sich im heissen Whirlpool auf, dann gehe ich mit den Kindern noch spazieren. Micha muss ein wenig arbeiten. Wir anderen erzählen uns von Robin Hood, während wir im nahegelegenen Outlet-Center herumlaufen. Rund um Orlando gibt es nämlich unheimlich viele Werksverkaufsläden, die von den 40 Millionen Touristen jedes Jahr dankbar leergekauft werden. Zu Hause brauchen alle doch noch ein warmes Bad in der Riesenwanne.

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Dann gibts Abendbrot, leider nur mit Weissbrot. Dafür darf Mattis richtig mit am Tisch sitzen und freut sich sichtlich, dass er teilhaben darf. Nur die Mama isst jetzt deutlich nervöser.

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Abends ist es sehr still im Zimmer und die Erwachsenen schauen mal, auf welchem Weg wir morgen ins Disney Wilderness Preserve komen.

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