Live free or die, Meiner!

Stimmen aus der Wildnis

Jamestown

[Kommentieren] [link]
Di, 23 Feb 2010

Jamestown liegt in Virginia, der ersten Kolonie Nordamerikas. Zuerst wurden Kolonien gegründet, dreizehn insgesamt, bevor diese dreizehn dann die ersten Bundesstaaten der Vereinigten Staaten wurden. Virginia wurde interessanterweise von einer englischen Handelsgesellschaft gegründet. Um den Tag nicht komplett zu verfahren, sind wir früh von Washington aufgebrochen. Nach anderthalb Stunden wurde es waldiger und wir fuhren an beschrankten Interstate-Abfahrten vorbei, denn hier an der Küste befinden sich einige Militärbasen. Außerdem ist das auch Wirbelsturm-Gebiet -- und so standen immer mal solche Schilder am Straßenrand.

/pics/EastcoastJamesHurricanFeb10.jpg

Gegen Mittag erreichten wir das Jamestown-Settlement, das große Besucherzentrum mit Museum an der Stelle, wo 1607 die drei englischen Kolonistenschiffe gelandet sind. Im Sommer ist hier natürlich viel mehr los. Auf dem großen Außengelände kann man sich auch ein nachgebautes Indianerdorf aus der Zeit anschauen und sehen, wie die Ureinwohner damals Kanus gebaut und Felle gegerbt haben. Alles zum Mitmachen, das war natürlich was für die Kinder.

/pics/EastcoastJamesKanuFeb10.jpg

Im kleinen Hafen liegen Nachbauten der Kolonistenschiffe. Die sind winzig, jedes brachte etwa 30 Männer hierher, die die ganzen vier Monate Reisezeit unter Deck verbringen mussten.

/pics/EastcoastJamesSchiffeFeb10.jpg /pics/EastcoastJamesSchiffe2Feb10.jpg

Auch das englische Fort wurde wieder aufgebaut. Dreieckig mit Palisadenzaun und Häusern steht es fast direkt an der Küste. Anfangs gab es noch keine richtigen Wohnhäuser, denn das Fort sollte vornehmlich Handelsstation sein.

/pics/EastcoastJamesFortFeb10.jpg

Die Kolonisten wurden auch militärisch gedrillt, schon um sich gegen die Indianer zu verteidigen, die natürlich nicht sehr begeistert von den neuen Nachbarn waren.

/pics/EastcoastJamesWaffenkammerFeb10.jpg

Übrigens heiratete hier der Engländer John Rolfe die Indianertochter Pocahontas! Von Disney versaut, hatten wir eine ganz andere Geschichte im Kopf. Tatsächlich wurde das Mädchen von den Engländern entführt, um ihren Häuptlingsvater zum Frieden zu pressen. Getauft und erzogen, heiratete sie dann einen Engländer und sie bekamen ein Kind. Um mehr Kolonisten anzuwerben, ging die Familie nach London, wo Pocahontas ziemlich schnell an allen möglichen Krankheiten starb. Ihr Mann kehrte zurück, lebte aber auch nicht mehr lange. Allerdings führte er noch schnell Tabakpflanzen aus Südamerika ein, die hier prima wachsen. Das führte übrigens fast zu einer Hungersnot, weil plötzlich alle Tabak anbauten und keiner mehr Korn. Und der Nachschub ließ immer auf sich warten.

/pics/EastcoastJamesKarteFeb10.jpg

Das Museum war sehr schön, allerdings waren wir auch hier den Geschichtsvorstellungen der US-Amerikaner ausgeliefert. So rühmte man das großartige Zusammenwirken von Schwarzen, Indianern und Weißen, das letztlich zur Entstehung dieser Nation geführt hat. Schon 10 Jahre nach Gründung der Kolonie kamen nämlich die ersten Angolaner hier an -- und es scheint unklar, ob sie nicht doch als Freie gekommen sein könnten... Na jedenfalls wurde Jamestown 1699 aufgegeben, aber nicht, weil sich die Briten zurückzogen, sondern weil "die Arbeit getan war": es gab kaum noch Indianer und mittlerweile hunderte bessere Häfen und Städte die Küste entlang. Übrigens fussten die ersten Gesetze, die Charters, die sich diese Neu-Amerikaner gaben, auf den Handelsregeln der Virginia Trading Company. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde hier also schon immer mindestens genauso intensiv gefördert, wie die politische und kulturelle. Und Geld ist auch uns nicht ganz unwichtig -- umso schöner, dass wir hier recht preiswert übernachten konnten! Noch dazu hatte dieses Resort-Hotel endlich einen annehmbaren Pool, der am nächsten Morgen gleich ausprobiert wurde!

/pics/EastcoastJamesPoolFeb10.jpg

Ganz schnell sind wir noch in Williamsburg und Yorktown vorbeigefahren. Williamsburg war die erste Hauptstadt Virginias und dort hat man einen historischen Stadtkern aus dem 18. Jahrhundert wieder aufgebaut. In Yorktown wurde 1781 die entscheidende Schlacht im Unabhängigkeitskrieg der Amerikaner gegen die Briten geschlagen. Die Wehranlagen sind immer noch erhalten und man kann auf einem Autofahr-Rundweg die verschiedenen Orte des Kampfplatzes "erfahren".

/pics/EastcoastJamesYorktownFeb10.jpg

Ja und dann ging es schon wieder nordwärts -- nach Ocean City in Maryland, an den Ozean!

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.
blog comments powered by Disqus