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Stimmen aus der Wildnis

Washington

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Mo, 22 Feb 2010

Von New York City aus ging es weiter nach Washington -- wieder vier Stunden Fahrt auf der I95. Diese Interstate muss ständig bezahlt werden und ist leider nicht besonders malerisch. Hier macht sich unser neu-angeschafftes Car-Entertainment-System wirklich bezahlt -- bei "Frau Holle" und "Willi wills wissen" fahren die Kinder sehr entspannt die ganze Strecke und Micha kann am Laptop arbeiten. Wir haben sogar einen Stau erfolgreich umfahren.

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In Washington hatten wir für die drei Nächte ein recht billiges Hotel. Das Zimmer war okay, die Ameisen vergleichsweise klein und die Wanne schön. Gleich nebenan ist ein Diner, in dem wir billig essen konnten. Alles benannt nach der Pazifik-Schlacht von Iwo Jima -- im Restaurant und Hotel sind vornehmlich Asiaten beschäftigt. Der erste Tag beginnt kalt und windig. Micha rettet meine Mütze -- und das zum Valentinstag! Die Washingtoner U-Bahn ist aus den 60er Jahren und sieht aus wie das Raumschiff Enterprise. Das Weiße Haus liegt ruhig und gut bewacht. Auf dem Dach ein paar gelangweilte Scharfschützen, der Springbrunnen plätschert, Obama ist im Wochenende.

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Von dort laufen wir runter zur Mall, einem großen Park, der das Herz von Washington ist. Von hinten sieht das Weiße Haus besser aus und man kann aus besser posieren.

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Gleich gegenüber das Washington Monument -- ein riesiger, naja, sieht man ja -- umringt von Flaggen, die bei dem Wind wahrscheinlich jeden Tag ausgetauscht werden.

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Von dort geht es hinüber zum Lincoln Memorial. Alles hier ist weitläufig, die Wege gesäumt von Schlachtfeld- und Kriegergedenkstätten, z.B. zum Gedenken an die amerikanischen Opfer des 2. Weltkrieges und um alle daran zu erinnern, wer den Krieg wirklich gewonnen hat. Der Reflecting Pool vor Lincolns Tempel ist vereist, aber besser zu begehen als die rutschigen Wege am Rand.

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Weil Wochenende ist, sind viele Leute unterwegs. Doch im Memorial selbst herrscht Ruhe und man merkt, Abraham Lincoln als Bewahrer der Union gilt vielen hier als echter Held.

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Zurück werden wir langsam müde. Das sind ganz schön lange Wege hier. Wir sind warm eingepackt und die Kinder rennen und schliddern sich wach.

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Wir wollen jetzt zum National Museum of American History. Die Smithonian Museen in Washington sind berühmt für ihre Schätze, bieten kostenlosen Eintritt und ein gutes Mittagessen, wie wir merken. Das Museum selbst bietet einige Highlights wie das Star-Spangled Banner, das 1814 während des Unabhängigkeitskampfes der Amerikaner über einem heißumkämpften Fort wehte und Francis Scott Key dermaßen inspirierte, dass er an Ort und Stelle die Nationalhymne dichtete. Auch Lincolns Hut ist hier ausgestellt.

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Außerdem gibt es auf den drei Stockwerken auch viel Schnulli: diverse First Ladies Roben und wieder Militärutensilien. Auch Dorothys rote Schuhe aus dem Film "Der Zauberer von Oz" gelten als Ausstellungsstücke nationalen Ranges.

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Interessant ist noch der Teil "America on the Move" -- hier werden Automobile, Schiffsmodelle und sogar Lokomotiven gezeigt, ohne die dieses Riesenland wohl nicht erschlossen, besiedelt und jetzt bewohnt werden konnte.

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Der 2. Tag beginnt sonnig und wir fahren zur Außenstelle des Air und Space Museums, denn die Männer wollen Flugzeuge und Raumschiffe sehen. In einem großen Hangar sind tatsächlich jede Menge Originale ausgestellt und Moritz wird dafür entschädigt, dass wir nicht nach Florida zum Weltraumbahnhof gefahren sind: das Spaceshuttle Enterprise ist hier ausgestellt.

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Und auch die Enola Gay -- das Flugzeug, von dem die Atombombe auf Hiroshima abgeworfen wurde -- kommentarlos (siehe dazu auch den sehr interessanten englischen Wikipedia-Artikel). Im National Museum of American History erfuhren wir dagegen aus einer Rede Trumans: da man das stolze Volk der Japaner nicht versklaven wollte, musste man sie davon überzeugen, zu kapitulieren. Und dazu wurden die Bomben abgeworfen... Aha.

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Aber auch ein paar ernstzunehmende Zeugnisse der Fluggeschichte sind hier: eine Concorde, eine Ju52 und ein Nachbau des Fluggerätes der Gebrüder Wright.

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Zurück in Washington zieht der Himmel sich zu und wir flüchten ins National Museum of the American Indian und essen dort lecker indianisches Essen: Bisonfleisch, Süßkartoffelbrei, Wildreissalat und Lachs.

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Als wir rauskommen, schneit es dicke Flocken und das Capitol hat geschlossen. Die Öffnungszeiten sind willkürlich, im Zentrum der Macht.

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Trotzdem wars schön heute und morgen geht es ja schon weiter -- nach Jamestown, der ersten englischen Kolonie auf amerikanischem Boden.

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