Muir Woods ist ein National-Denkmal und beherbergt ein paar jener riesigen Redwood-Mammutbäume, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die kalifornische Küste bedeckten. Mit dem Goldrausch und der folgenden "Menschenschwemme" wurden sie fast alle abgeholzt.
1905 kaufte die Familie Kent 120 Hektar Land hier, um diese Mammutbäume zu schützen und übereignete es der Bundesregierung der USA. 1908 wurde es von Präsident Roosevelt zum nationalen Denkmal erklärt und unter besonderen Schutz gestellt. Viele der Bäume in Muir Woods sind über 600 Jahre alt, Redwoods können bis zu 2000 Jahre alt werden und gehören zur Sequoia-Familie. Riesen-Sequoias sind breiter und werden über 3000 Jahre alt! Hier gibt es aber "nur" Redwoods.
Mattis läuft jetzt sehr gern und weil nur ein Teil der Wege mit Kinderwagen zu befahren ist, spazierten wir nun sehr gemächlich durch den Wald.
Auf breiten Wegen spaziert man durch den Wald und verliert sich bald in dem satten Grün und in der Stille, trotz vieler Besucher. Die Bäume wachsen bis zu 30 cm im Jahr und haben eine charakteristische rote Rinde. Oft wachsen mehrere Bäume aus einer Wurzel und bilden Familien. Sie sind sehr widerstandsfähig.
Übrigens traf hier auch die erste UN-Versammlung zusammen. 1945 konstituierten sich die Vereinten Nationen in San Francisco und die Vertreter versammelten sich dann hier, an diesem ewigen Ort, um Theodor Roosevelts zu gedenken, der wenige Monate zuvor überraschend gestorben war.
Wilde Tiere machen sich hier tagsüber eigentlich rar, aber am Morgen hatte eine Rehmutter ihre Kinder dem Schutze eines Baumes überlassen, direkt am Spazierweg. Ein Park-Ranger bewachte nun die Kleinen und passte auf, dass niemand sie berührte.
Die Ricke holte die Kitze am Nachmittag tatsächlich ab und lockte sie ins Dickicht zurück. Wir schlugen uns derweil von den ausgebauten Wegen auf die Wanderpfade, immer tiefer ins Grün.
Nach etwa drei Stunden kamen wir wieder raus und genossen ein gutes Mittagbrot in der parkeigenen Kantine. Etwas fußlahm beschlossen wir, nun den Highway 1 zu befahren. Diese State Route führt kurvenreich direkt an der Pazifikküste entlang und bietet wunderschöne Aussichten.
Wir fuhren nach Norden und besuchten auch Bolinas, ein ziemlich berühmtes, aber verstecktes Örtchen an der Bucht. Die Bewohner Bolinas montierten alle Hinweisschilder an den großen Straßen ab, um hier ganz in Frieden leben zu können.
Der Ort hat besonders in den 60er Jahren und danach viele Schriftsteller und Künstler angezogen, so lebte einer der Coen-Brüder hier. Man schottet sich ab vom Rest der Welt, isst strikt bio, setzt auf erneuerbare Energien und Individualität.
Haben wir also doch noch ein paar "Hippies" gesehen... Zurück ging es an der Küste entlang, wo Austern gefischt und gegessen werden. Nichts für uns, zu Hause warteten Brot und Käse.

