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Stimmen aus der Wildnis

Summer Wine

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Fr, 15 Apr 2011

Zeit, mal aus den Straßenschluchten und -bergen herauszufahren! Ganz nah und landschaftlich doch ganz anders liegt das Napa Valley, Kaliforniens berühmtestes Weinanbaugebiet, vielleicht sogar der ganzen USA.

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Tatsächlich durchquert man zuerst von der Küste aus eine Kette hoher Hügel und kommt dann in ein manchmal enges, manchmal sehr breites Tal. Im Napa Valley herrscht mediterranes Klima und der Napa River fließt hindurch. Schon reiht sich eine Vinery an die nächste, mehr als 250 gibt es hier, und überall wird zu Verkostung oder Touren eingeladen.

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Wir haben bei Beringer Halt gemacht, auch weil sie Touren für Familien angeboten haben. Andere möchten Kinder lieber nicht in die Keller lassen, oder dürfen nicht? Beringer ist eine der ältesten Weinfirmen hier, gegründet von den Beringer Brüdern aus Mainz im Jahre 1876. Sie haben Weinberge angelegt, obwohl das hier eher Felder sind, und Höhlen ins Vulkangestein gegraben. Hier unten herrschen stets 14,5° C und 80% Luftfeuchtigkeit -- ideale Bedingungen, um Wein zu lagern und reifen zu lassen.

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Schon nach kurzer Zeit waren sie sehr erfolgreich und verkauften ihren Wein in die ganze Welt. Während der Prohibition überlebte diese Firma durch den Verkauf von Messwein. Alle anderen Weinkeltereien, außer einer weiteren, gingen während dieser Zeit des absoluten Alkoholverbotes in den USA ein. Die Beringers waren aber ziemlich clever, pflegten weiter ihre Reben und verdienten sehr gut. Einer der Brüder baute sich eine Residenz -- the Rhine House, heute Nationales Denkmal.

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Noch immer beliefert die Firma die ganze Welt mit allen möglichen Sorten Wein verschiedenster Preislagen. Hier an der Basis werden außerdem seltene Weine verkauft, von denen nur ein paar hundert Kisten gewonnen werden. Nach Tour & Tasting waren wir sehr guter Laune und rollten durch das liebliche Tal bis nach Calistoga, um einen Geysir zu bestaunen. Zum Glück waren wir noch ein wenig benebelt, denn der Geysir bringt die Stimmung nicht zum Überkochen.

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Freundliche 20 Dollar Eintritt haben wir dafür bezahlt, dass man uns im Faltblatt verriet, dass dem Geysir ein wenig nachgeholfen werden muss. Heute spritzt er zwar das heiße Wasser von alleine diese 15 m in den Himmel, aber er musste Anfang des 20. Jahrhunderts erst mit einem Bohrer gefunden werden. Der Umstand, dass dann noch ein paar Mal nachgebohrt werden musste, wird nicht an die große Glocke gehängt. Trotzdem oder gerade deshalb wird diese Attraktion sehr gut vom Publikum aufgenommen. Und hier der Beweis:

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Nunja, "Geysir besucht" -- abgehakt! Dafür gab es noch ein paar Ziegen zu streicheln. Schnell weitergedüst zu einer stillen Attraktion, ganz nach Michas Geschmack:

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Versteinerte Bäume im Wald -- die Redwoods hier wurden niedergedrückt durch einen Vulkanausbruch vor mehr als drei Millionen Jahren. Die Asche umhüllte sie und sickerte quasi in die Stämme ein, wo das organische Material nach und nach durch Gestein ersetzt wurde. Deshalb sehen die Stämme heute noch so aus wie vor drei Millionen Jahren, als sie selbst schon mehr als 1000 Jahre alt waren!

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Auf kleinen Wegen kommt man von einem zum nächsten Stamm und staunt, wie gut erhalten sie sind. 1910 hat Mrs Ollie Bockee den ersten der Stämme gekauft und ihn Besuchern gegen Eintrittsgeld präsentiert. Von dem Geld bezahlte die Wissenschaftler und Studenten, die weitere Fossilien freilegten. Heute ist dies hier der größte Versteinerte Wald der Welt.

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Die Kinder zeigen sich von solchen Ewigkeiten und Superlativen naturgemäß wenig beeindruckt. Dann fing es auch an zu nieseln und wir stoppten nicht noch in Sonoma, wo kalifornische Farmer einst gegen die Vorherrschaft mexikanischer Grundbesitzer kämpften -- obwohl das ein wirklich reizvolles Thema ist!

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Zu Hause erfreuten wir Großen uns noch an einer dieser beiden, von Micha spontan (!) erstandenen Flaschen. Ein guter Abgang für einen schönen Tag!

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