Heute wollte sich Micha mit einigen Kollegen von der University of California in Berkeley treffen. Da der Campus und die kleine Stadt auch was zu bieten haben, sind wir alle mit und wir Vier sind wieder alleine losgezogen und haben Berkeley Campus erkundet.
Der Campus ist riesig groß. Manche Gebäude sind sehr modern, manche neoklassizistisch, manche schlicht und effizient, manche voller Zierrat. Alle Institute sind offen und in manchen gibt es sogar etwas zu sehen wie ein Dinosaurier-Skelett bei den Paläontologen... und sie hier.
"Lucy in the Sky with Diamonds" - ein Abdruck eines der ältesten jemals gefundenen menschlichen Skelettfragmente der Welt. Solche Kuriositäten gibt es viele in Berkeley, auch ein echter Rubens und der nahezu vollständige Nachlass von Mark Twain. Draußen war nicht weniger los, Berkeley hat eine sehr lebendige Studentengemeinschaft und es sind gerade Wahlen zum Studentenrat. Alle noch so kleinen Fachschaften und Studentengruppen warben für ihre Kandidaten -- oder vertrieben sich sonst irgendwie die Zeit.
Das Städtchen selbst ist eher unspektakulär. Zumindest hatte ich mir vom Ursprung der Studentenproteste gegen den Vietnam-Krieg und der ganzen Flower-Power-Bewegung irgendwie mehr erhofft. Leider ist nur noch wenig davon zu spüren, hier an der Telegraph Street, wo alles begann.
Zwar gibt es immer noch ein "Hippie-Hospital" für mittellose Reisende und jede Menge New-Age-Shops mit Kräutern und Rauchutensilien, aber ich hätte mir doch hier und da eine Hinweistafel oder Fotografien gewünscht, die die Stimmung von damals aufleben lassen. So gab es wenigstens Musik.
Es war herrlich warm und wir genossen die Sonne. Lotti als Pink-Prinzessin war natürlich die Schönste.
Am nächsten Tag haben wir endlich mal einen Spielplatz gesucht. Nach all den Bildungs-Spaziergängen, die die Kinder wirklich brav mitgemacht haben, war das mal an der Zeit. Wir fanden diesen hier in der Nähe des Rose Garden und haben uns ausgetobt.
Übrigens wohnen wir mitten in den Berkeley Hills in einer kleinen Wohnung in diesem Haus.
Michas netter Kollege und Freund Matthew hat uns seine gemütliche Bleibe überlassen und ist zu einem Freund gezogen. Er hat sogar ein Kinderbett und einen Hochstuhl organisiert. Wir leben also sehr komfortabel hier und haben ihn zum Dank mit Gulasch bekocht und "Hallorenkugeln" mitgebracht. Die Kinder fühlen sich in ihrer Höhle sehr wohl.
Das Haus liegt in den Berkeley Hills, von denen man eine wunderbare Aussicht auf die Bucht und San Francisco auf der anderen Seite hat. Besonders nach dem großen Erdbeben von 1906 zogen viele Menschen aus San Francisco hierher und später dann in den 60er und 70er Jahren. Da bauten sich die meisten ihr Haus hier selbst, so wie unser Vermieter Tobi. Ein Souvenir aus der Hippie-Zeit in Berkeley haben wir dann doch gefunden, ausgerechnet für unseren Jüngsten, unser "Electrc Baby".
Jimi wäre stolz...

