Live free or die, Meiner!

Stimmen aus der Wildnis

Es hat wieder geschneit die Woche und nachdem wir tagelang etwa -17 Grad hatten, ist es nun etwas wärmer geworden und man kann sich, ohne Erfrierungen zu befürchten, einige Zeit im Freien aufhalten.

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Wir haben alle Stubenhocker aus ihren warmen englischen Cottages und ukrainischen Saunen zusammentelefoniert und sind raus zum Golfplatz gefahren. Bei schönstem Sonnenschein haben wir die verschiedenen Hänge mit unseren unterschiedlichen Schlitten ausprobiert. In der internationalen Konkurrenz zeigten sich große Unterschiede. Die Briten fahren "cheap" -- der Plasteschlitten ganz in blauem Understatement tut seinen Job, ist unauffällig und praktisch.

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Die Ukrainer setzen auf Altbewährtes: ein brettartiger Riesenschlitten aus Holz, auf dem problemlos auch unsere Lotte Platz finden konnte. Dabei ist das Gefährt gar nicht so schwer und behäbig, wie es aussieht -- sehr praktisch, denn dann können auch die Kinder hochziehen. Der Schneeschutz vorn hält und ein dünnes Polster macht die Fahrer Glauben, ihrem Rücken nichts Böses anzutun. Problemlos könnten auch Rentiere angespannt werden.

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Die Deutschen setzen auf Flexibilität: Schlitten und Luftreifen. Moritz ist der "Snowtube"-Fahrer -- der dicke luftgefüllte Reifen erlaubt ungeheure Geschwindigkeiten, wobei der Fahrer soweit oberhalb der Schneefläche sitzt oder liegt, dass er keinen Schnee ins Gesicht bekommt. Die glatte Unterseite des Reifens gleitet über jede unebene Fläche dahin -- und: der Reifen dreht sich auf dem Weg abwärts und hat herrliche Aussichten in den Himmel. Zum Bremsen muss man allerdings lange Beine haben.

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Zusätzlich besitzen wir noch unseren Plasteschlitten, den Lotte und Micha nun perfekt beherrschen. Dank deutscher Gründlichkeit haben die beiden herausgefunden: er ist grundsätzlich lenkbar und wenn man sich weiter hinten hinsetzt, mutiert man auf der Fahrt nicht zwangsläufig zum Schneemann. Selbst Moritz traut sich wieder, mitzufahren.

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Nach zwei Stunden berghoch-bergrunter waren alle platt und nur noch die Stärksten unter uns in der Lage, den kläglichen Rest im Meiner-Mobil zur ukrainischen Sauna zu bringen.

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Dort wartete schon ein herzhaftes Abendbrot (Hühnchen, Kartoffeln und dann noch britisches Risotto) und Yarik stellte uns seine Version von Glühwein vor. Ich bin dann später nach Hause gefahren, Micha war einfach zu warm geworden, von dem Zeug.

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