Die Kinder formulieren immer mehr Wünsche und immer weniger davon möchte ich erfüllen, denn sie betreffen typischen Kinder-Quatsch, der sein Geld nicht wert ist, wie zum Beispiel Silly Bandz -- Gummi-Armbänder, die in Form schnipsen, wenn man sie abnimmt und von denen es hunderte Sorten und Formen gibt, 12 Stück für 3 Dollar.
Eine gute Gelegenheit, das Taschengeld ins Spiel zu bringen. Eigentlich hatte Charlotte ja schon die Pflicht, jede Woche die Treppe zu fegen. Doch da sie bisher recht anspruchslos war oder ich zuviel gekauft habe, ist das etwas in Vergessenheit geraten. Doch nun hat sie wieder damit angefangen und erhält 50 Cent. Das entspricht einem Stundenlohn von 3 Dollar, denn sie braucht nicht mal zehn Minuten fürs Fegen. Prompt möchte Moritz auch Geld verdienen. Daher hat er nun die Aufgabe, mindestens vier Mal in der Woche beim Tisch decken zu helfen. Belohnt wird diese Arbeit mit ebenfalls 50 Cent und heute abend kam ich zum ersten Mal in den Genuss. Während ich Mattis stillte, haben die Kinder den Tisch gedeckt und sogar Jogurt verteilt.
Auch Charlotte trägt sich nun auf Moritz Plan mit ein und erhält jeweils fünf Cent zusätzlich zum Fege-Geld für jedes Mal helfen -- wir erinnern uns, für eine Tüte Silly Bandz müsste sie sonst sechs Wochen fegen. Micha hält das Ganze für eigentlich selbstverständlich und die Kinder haben meistens freiwillig geholfen, ich sehe aber die Möglichkeit, zu lernen, mit Geld umzugehen. Und es ist in Zeiten von Geschirrspüler und Staubsauger ziemlich schwierig, Arbeit für einen Vierjährigen zu finden, der sich Taschengeld verdienen möchte. Zimmeraufräumen, einkaufen helfen oder Wäsche einsortieren bleiben aber kostenfrei. Bisher waren die Quarters, Dimes, Nickels und Cents jedoch eher Spielgeld und wundersamerweise landeten sie meist in Lottis Sparschwein. Moritz ist auch der Meinung, dass sechs Ein-Cent-Münzen besser wären als ein Quarter, als 25 Cent -- weil, logisch, viele Münzen sind mehr wert als eine Münze. Außerdem mag er Abraham Lincoln lieber als Thomas Jefferson, sagt er. Bisher habe ich also eine gute Verhandlungsposition. Wie ich Lotti und Moritz kenne, werden sie jedoch bald eine eigene Gewerkschaft gründen, mehr Geld verlangen und eventuell mit Streik drohen. Ich darf mich also nicht zu abhängig von ihnen machen, aber sie sind schon eine große Hilfe, vor allem jetzt, da Micha nicht da ist.

