Wir hatten ein schönes Wochenende -- herrlicher Sonnenschein, aber kein Schnee.
Allerdings fing es nicht ganz so gut an: beim Frühstücksradio wurde ausführlich vom Blizzard berichtet, der am Sonnabend Washington und Umgebung heimgesucht hat. Ein Meter Neuschnee, Stromausfälle -- das übliche also. Dummerweise wollen wir genau da hin und am Mittwoch soll es wieder schneien. Michas Laune sank rapide. Wir haben es also erstmal verschoben, die Hotels für unsere Ostküstenreise zu buchen. Und hin und her überlegt, ob und wie wir die Route sinnvoll ändern. Nach einem schönen Waffel-Nachmittag mit unseren Nachbarn, die einige Zeit in Washington gelebt haben, werden wir nun doch wie geplant fahren. Erst nach NY, dann nach Washington, von dort nach Jamestown und Kitty Hawk und auf dem Rückweg noch kurz nach Philadelphia. Ich werde die genaue Tour in den nächsten Tagen mal beschreiben -- wir freuen uns auf jeden Fall, denn hier ist es trotz Sonne nicht besonders schön. Es ist sehr kalt, auch tagsüber, und sehr staubig wegen all dem Salz und Kies, der gegen das Eis gestreut wurde.
Die Autos sehen aus wie Sau und wenn die Kinder draußen spielen waren, kann man alles waschen. Einzig der Sonnenschein versöhnt uns mit dem Schnee-Verlust. Denn die Sonne scheint jeden Tag, es ist sehr schön hell und freundlich.
Übrigens haben die Eingeborenen für die aufgeregten Hauptstädter nur ein Kopfschütteln übrig: die sollen sich mal freuen, überhaupt Schnee zu haben. Und hier wird er bald wieder kommen, immerhin ist der März (!) immer sehr schneereich. Da wollte ich dann eigentlich unseren neuen Kinderwagen rumschieben. Hier noch eine kleine Anekdote: unsere Nachbarn sind ja nun auch schwanger und auf der Suche nach einem schönen Kinderwagen. Sie fragten in einem großen Kaufhaus nach unserer Marke "Chicco" und bekamen zu hören, dass man diesen Begriff hier nur "Kikko" aussprechen würde -- "Chicco" wäre diskriminierend für Bürger hispanischer Herkunft! Aha -- es lebe die "political correctness"! Mit der beschäftigt sich Charlotte momentan in der Schule. Jedes Kind ihrer Klasse hat sich eine historische Persönlichkeit ausgewählt.
George Washington, Lady Liberty, Johann S. Bach oder Neill Armstrong -- die Kinder haben gelesen, was die Schulbibliothek hergab, haben Bilder aus dem Internet herausgesucht und nähen Kostüme. Nach den Ferien werden sie dann Vorträge dazu halten. Charlotte hat sich mit Rosa Parks beschäftigt. Sie weiß mittlerweile sehr viel über die Bürgerrechtsbewegung, Martin Luther King Jr. und sie leiht jetzt vornehmlich Bücher über historische Persönlichkeiten der USA aus der Bibo aus. Wir haben schon über Lincolns Hut und Ben Franklins Würfel gelesen -- eine schöne Art, sich mit Geschichte beschäftigen. Und hier ist Charlottes Collage zu Rosa Parks:

