Es ist jedes Jahr das Gleiche: die Mama ist durch und dann fängt das Warten an. Beide Kinder freuen sich auf Geschenke und Kuchen, aber der Tag will einfach nicht kommen. Da könnt ihr mal sehen, wie es mir vor vier Jahren ging: trotz Sekt zum Geburtstag wollte der Moritz nicht auf die Welt. Und dann ist es doch passiert -- und dieses Jahr fiel der Jubeltag auf einen Sonntag.
Den ganzen Tag wurde gespielt, während die Eltern und Marianne nebenbei das Große Grillen vorbereitet haben. Ab 4 Uhr nachmittags sollten zwei Geburtstage, unser Ankommen und Dankeschön gefeiert werden. Extra Sonntags, weil Yarik am Sonnabend seine Eltern vom New Yorker Flughafen abholen wollte -- dummerweise gab es eine Havarie am Flugzeug, so dass sie neun Stunden Verspätung hatten. So war unser Lieblings-Russe ziemlich müde. Die Kinder dafür gar nicht -- der gewünschte Schokoladenkuchen wurde ratzfatz verspeist.
Und dann wurden deutsche und amerikanische Grilltraditionen aufs Beste verbunden: zum Kartoffelsalat gabs Burger, eingelegtes Fleisch zusammen mit Hot Dogs, Bohnen- und Eiersalat dazu deutsches Bier -- wobei Yarik noch ein Fass russisches Bier beisteuerte, dessen Name unaussprechlich war, das aber gut schmeckte.
Gegen Abend wurden dann die Mücken größer und die Luft kühler, so dass die Männer dazu übergingen, sich mit Wodka aufzuwärmen. Nachdem der herrliche Sternenhimmel ausführlich analysiert und die Gläser zum x-ten Mal gefüllt waren, gings heim -- hackeletter, nudeldick und hundemüde.

