Mattis hat einen amerikanischen Pass und eine amerikanische Geburtsurkunde, die seine amerikanische Staatsbürgerschaft bestätigen. Er hat seine Eltern, um seine deutsche Staatsbürgerschaft zu bestätigen, aber bisher nichts Schriftliches. Dieses Manko zu beheben, sind wir nach Boston ins deutsche Konsulat gefahren, dass für den Nordosten der USA zuständig ist. Es besteht aus einer tristen Büroetage über einem Luxuskaufhaus. Zuvor mussten Micha und ich uns durch typisch deutsche Antragsunterlagen wühlen ud solche Frage beantworten: "welches war der gewöhnliche Aufenthaltsort des Kindes während der Geburt?" Weniger lustig ist, dass das Konsulat beglaubigte Kopien von Geburtsurkunden und Heiratsurkunde will, diese aber nur selbst anfertigt und das zu Preisen bis zu 250 Euro! Mit ausgefüllten Antragsunterlagen und Kopien und jeder Menge Bargeld kamen wir dann in Boston an. Die Kinder wurden gleich mit Winkelementen ausgestattet.
Eine deutsche Geburtsbescheinigung für im Ausland geborene deutsche Kinder erstellt das Standesamt Berlin. Das kann bis zu zwei Jahre dauern, denn es gibt viele deutsche Kinder im Ausland. Ohne Geburtsbescheinigung können wir aber auch kein Kindergeld beantragen, wenn wir wieder daheim sind. Unsere erste Frage lautete also, ob es überhaupt Sinn macht, eine Bescheinigung hier zu beantragen: NÖ, macht es nicht, weil es so lange dauert und es auch keine vorläufige gibt. Stattdessen werden wir nun die amerikanische Urkunde übersetzen und diese Übersetzung vom Konsulat beglaubigen lassen. Die sollte das hallenser Standesamt akzeptieren und wesentlich schneller eine Geburtsurkunde erstellen können. Hoffentlich.
Auf die Frage, ob wir unbedingt ein deutsches Ausweisdokument zur Einreise für Mattis brauchen, antwortete man sphinxhaft: als Deutscher müsste er mit deutschem Pass einreisen, allerdings könne man ihm mit seinem amerikanischen Pass die Einreise nach Deutschland nicht verweigern. Aha.

