Moritz und seine Wollie-Bären beschäftigen sich zur Zeit ganz viel mit Märchen, Rittern und Burgen. Dabei ist Moritz ganz entscheidend im Vorteil, weil er schon mal auf einer echten Burg war. Wenn wir erzählen würden, auf wievielen Burger er war, würden die Kinder hier neidisch werden. Die haben hier nur noch ein paar Festungen aus dem Unabhängigkeitskrieg, also maximal 300 Jahre alt und Papierschlösser.
Und Moritz hat ja sogar seine eigene Burg! Das wollte man hier kaum glauben. Dank Internet haben sich die Kinder aber jetzt alle Hallenser Burgen -- immerhin die älteste und die jüngste an der Saale -- angeschaut und sogar im Gruppenraum aufgehängt. Da war jemand mächtig stolz!
Letzte Woche haben Moritz und ich den Kinder vom Aschenputtel erzählt. Natürlich kannten sie alle die Geschichte von Cinderella, aber Moritz hatte da gleich angemerkt, dass er das Märchen anders kennt. Also haben wir von den Brüdern Grimm und das Märchen in Englisch erzählt. Moritz hat dabei die Märchenreime auf Deutsch und ich habe sie auf Englisch aufgesagt. Danach haben die Kinder über die Unterschiede gesprochen. Selbstverständlich haben wir auch den abgeschnittenen Zeh und die Ferse nicht verschwiegen, obwohl ich bei den Disney-verseuchten Amis nicht so sicher war, wie sie das verkraften würden. Lustigerweise haben die Kinder über den goldenen Schuh statt dem gläsernen gesprochen, über die Tauben statt einer Fee und über die Reime, aber keinem war es wirklich wichtig, dass die bösen Schwestern bedeutende Teile ihrer Füße eingebüßt hatten. Gestern schließlich war Märchen-Snack und es rannten große und kleine Prinzessinnen und Feen durch die KiTa.
Nur Moritz war wieder zu etepetete, um sich zu verkleiden.
Dafür hatte ich aber eine wunderschöne Prinzessin mitgebracht und wir haben gemeinsam die Hefekringel und den Blueberry-Pie genossen, den die Kinder selbst gebacken hatten.
Und der König ist sicher gelandet: Micha ist wieder zurück auf dem Schlösserland Italien, schwärmt von Salami und ist hundemüde.

