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Stimmen aus der Wildnis

Home sweet Home

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Di, 11 Aug 2009

Hier also der 1. Eintrag in unserem Blog über Hallenser in New Hampshire.

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Und es ist gleich Zeit zum Angeben -- seht Ihr unser Haus? Ja, es ist eines jener berühmten weißen Holzhäuser Neu Englands, dessen gepflegtes Äußeres über sein marodes Inneres perfekt hinwegtäuscht. Die Türen sind undicht, die Wasserhähne laufen und im Keller steht Wasser -- alles ganz normal, sagte man uns pingeligen Deutschen, das gehöre sich so bei den hier herrschenden klimatischen Bedingungen. Dafür haben wir einen Kamin und der Rasen wird mindestens zwei Mal die Woche gemäht. Überhaupt ist unser Rasenmähermann eine sehr beeindruckende Person: man sieht ihm an, dass er sich wenig bewegen muss und er steuert ein UFO-artiges, höllisch lautes Hightech-Gefährt, das mit seinen an allen vier Ecken angebrachten kreisrunden Mäh-Messern aussieht, als ob es gleich abhebt.

Unsere nächsten Nachbarn sind Streifenhörnchen, die sich schon lautstark über unseren Einzug beschwert haben. Sie machen lustige Quietschgeräusche, widersetzten sich jedoch bisher jeglichen Fangversuchen durch Charlotte und Moritz, indem sie zwar die angelegte Nussspur bis zum Haus fraßen, dann aber laut schimpfend im Gebüsch verschwanden. Es wurden allerdings auch schon Elche in unserer Straße gesichtet und dass obwohl wir downtown Hanover wohnen und nicht mitten im Wald.

Unsere Einrichtung ist nachgemacht antik, so wie die Amerikaner das mögen. Alles dunkles Holz, doch eher wackelig. Wir haben einen riesigen Herd in der Küche -- american size, damit ein ganzer Truthahn reinpasst. UND: wir haben keinen Geschirrspüler -- als ich das bemerkte, wollte ich erstmals sofort zurück. Nun ja, ich bin ein positiv denkender Mensch und nehme es pädagogisch: Charlotte wird in die Geheimnisse des Abwaschs eingeweiht und wird mir hoffentlich bald zu Hand gehen können. Obwohl die Sonne scheint und es jede Menge Platz gibt, haben alle hier einen Wäschetrockner im Keller stehen. So auch wir. Und es gibt jemanden, der das besonders zu schätzen weiß: Moritz. Noch nie vorher konnte er schon am nächsten Tag sein Podolski-Trikot wieder anziehen, das doch gerade noch voller Grasflecken war.

Trotzdem freuen wir uns auf unseren IKEA-Gutschein, der bald ankommen muss. Denn momentan schlafen wir unter Laken mit Wolldecken drüber. Federdecken oder gar Bettbezüge sind wenig verbreitet, aber man lernt sie zu schätzen, wenn man keine hat. Außerdem fehlt noch viel Buntes in diesem Haus, vor allem weil unser Spielzeug-Paket immer noch nicht angekommen ist und die Kinder quasi auf dem Trockenen sitzen. Ob es nun aufm Schiff, beim Zoll oder sonstwo festhängt, ist noch unklar. Bleibt zu hoffen, dass es bald ankommt, denn ein Kinderzimmer ohne Playmobil-Piratenschiff und Pferdehof ist einfach nix.

Karo

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