Live free or die, Meiner!

Stimmen aus der Wildnis

Heute holte ich die Lotte von der Schule ab und fand sie mit einem Bein in einer Astgabel steckend vor. Sie konnte sich mit Mühe losreissen und landete auf dem Hosenboden. Ich frug sie, was sie da tue und sie meinte, sie wollte jemandem helfen, der ganz oben im Baum saß und nicht willens war, herunter zu kommen. Derjenige wollte aber gar keine Hilfe .. und da sind wir beim Problem. Ich bekam neulich eine E-Mail von Charlottes Klassenlehrer, in der er sich über ihr schlechtes Behnehmen beschwerte und um ein Treffen bat. Zuerst dachte ich, sie würde nicht aufpassen und schwatzen oder sowas, aber nein, es handelt sich um ein diffiziles soziales Problem unserer Lotti.

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Charlotte ist sehr neugierig und fast über-sozial. Sie möchte allen immer helfen, vernachlässigt dabei ihre Aufgaben und will nicht bemerken, dass andere ihre Hilfe oft gar nicht wollen oder brauchen. Im Prinzip geht es dabei vor allem darum, ihren Kopf durchzusetzen. So "hilft" sie ihrem Mitschüler, die Tafel abzuwischen, wohlwissend, dass diese Aufgabe sehr beliebt ist und derjenige das natürlich alleine machen möchte. Charlotte aber auch, deshalb "hilft" sie ihm dabei bis er sie anschreit, endlich zu verschwinden. Dabei weiß Charlotte genau, dass ihr Verhalten nicht gut ist, fällt aber immer wieder zurück, wenn die eigenen Wünsche übermächtig werden. Das macht sich auch bei uns zu Hause bemerkbar, wenn sie Matti so lange hilft, bis er weint und Moritz so lange, bis der schreit.

Wir arbeiten nun daran, dass sie nicht mehr ständig helfen will. Eine wirklich schwierige Sache... fast genauso wie dieser Zungenbrecher, den sie heute aus der Schule mitgebracht hat:

How much wood would a woodchuck chuck, if a woodchuck could chuck wood.

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