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Stimmen aus der Wildnis

Pimp my Kamin

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So, 04 Okt 2009

Jetzt, wo die Tage deutlich kühler werden, feuern wir unseren Kamin immer häufiger an. Jedoch wurde uns schnell klar, dass er von seinen Erbauern eher als Zierde, denn als Heizung vorgesehen war. Wenn er schön brennt, dann saugt er die ganze (warme) Luft aus dem Haus und gibt selbst nicht sonderlich viel davon ab -- außer man entfacht ein richtiges Höllenfeuer mit einer Unmenge Holz. Dann ist es aber nicht viel billiger als unsere Ölheizung. Da wir nun aber Ofenbauer-Gene in der Familie haben, ist es quasi unsere Pflicht, diesem Mißstand ein Ende zu bereiten.

Nun gibt es jede Menge technische Errungenschaften, die die Effizienz eines Kamins deutlich steigern können. Jedoch haben die meisten den Nachteil, ziemlich teuer zu sein (in der Regel etliche hundert Dollar). Da wir hier aber nur zwei Winter bleiben, muss sich ein solche Investition rechnen.

Unser Kamin hat zwei Probleme: 1. Es dauert etwa zwei Stunden bis sich das Mauerwerk aufgeheizt hat. Bis dahin schluckt das Ding jede Menge Hitze. 2. Ein Großteil der Wärme entfleucht einfach durch den Schornstein nach oben. Wenn man einen großen Stamm reinpackt, der dann hinten anbrennt, kann man es schaffen, dass es drinnen brennt und trotzdem davor kalt ist.

Die Lösung des ersten Problems ist simpel: Ein Stück blankes Metall vor die Rückwand stellen. Das reflektiert die Hitze und macht das Zimmer warm und nicht die Mauer. Sowas kann man hier auch kaufen. Aber wenn man den eingeprägten röhrenden Elch nicht braucht, dann gibt es das Stück Blech auch im Baumarkt.

Das Problem der Hitzeflucht durch den Schornstein ist da schon kniffliger. Idealerweise müsste man die Luft durch einen Wärmetauscher leiten. Da ein richtiger Wärmetauscher nicht realisierbar ist, habe ich einen gebastelt -- Modell "Stalinorgel".

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Da ich hier nicht, wie zu Hause einen umfangreichen Werkzeugpark habe, musste es was Einfaches sein. Die Wahl fiel auf Kupferrohr (1.5 Zoll Durchmesser). Das kann man gut sägen und die Winkelstücke gibt es auch im Baumarkt. Kurz kamen mir Zweifel ob des niedrigen Schmelzpunktes von Kupfer (1053 °C), aber dank der neuen Google-Suche in Büchern war schnell zu erfahren, dass die Alt-Germanen extreme Probleme hatten, Kupfer mit Holzfeuern zu schmelzen -- perfekt!

/pics/HeatPipe1Oct09.jpg

Kurz gesägt, zusammen gepresst und eingesetzt. Feuer an und ... Wahnsinn. Selbst mit einem kleinen Holzklotz, an dem man kaum Flammen sieht, kommt eine schöne Hitze zu Stande. Die Orgelpfeifen sehen zwar etwas gewöhnungsbedürftig und nicht mehr ganz so romantisch aus, aber sie sind sehr effektiv.

Problem gelöst.

/pics/HeatPipe3Oct09.jpg
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