Live free or die, Meiner!

Stimmen aus der Wildnis

Das Schönste an den Ferien ist das Ausschlafen, zumindest für vier von uns. Charlotte war wie immer ab 6 wach und geisterte durchs Haus. Moritz entpuppt sich mehr und mehr als Langschläfer und Mattis will nur gegen 5:30 Uhr trinken und schläft dann gerne wieder ein. Wir haben also gemütlich bis halb 9 gefrühstückt, dann ging Moritz in den Kindergarten -- schon voller Vorfreude auf sein Fußballtraining, das heute nachmittag begann. Lotti und ich sind dann mit Mattis in die Bibliothek gewandert.

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Dort gab es heute das erste Ferien-Event: eine Zoo-Lehrerin war da und hatte eine Menge Tiere dabei. Das ist insofern schön, weil es hier im Umkreis keinen großen Zoo gibt. Dafür aber mehrere Natur-Häuser, die vornehmlich heimische Tiere haben, aber nicht nur. Tiffany hatte also für die Ferienkinder u.a. Frösche, Salamander, eine Tarantel-Spinne und auch einen Waran dabei.

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Die Kinder durften die meisten Tiere anfassen und Fragen stellen. Dabei hatte Tiffany sichtlich Spaß daran, die gruseligen Details der Nahrungssuche und -aufnahme mancher Tiere zu beschreiben. So dass die Tarantel für den Menschen eigentlich nicht giftig ist, weil sie dafür zu wenig Gift hat. Unangenehm wird es eher, wenn sie sich einen Haufen Haare rausreißt und damit wirft, die lösen nämlich eine allergische Reaktion aus, mit Jucken und Brennen. Ihr Fressfeind, eine Art Ameisenbär wappnet sich dagegen, indem er sehr viel Schleim und Spucke produziert, um die Haare abzuwehren und dann frisst er sie von hinten auf. Reaktion der Kinder: Iiiiihhhhh! Am niedlichsten war ein Chinchilla, der hat übrigens den dichtesten Pelz der Welt: 30.000 Haare auf einem Quadratzentimeter! Und ist sooo kuschelig.

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Ganz aufmerksam war auch unser Mattis, der brav im Wagen saß und erzählte.

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Der Hit unter den Kindern sind momentan die "Silly-Bandz" -- Gummibänder in der Form von Tieren oder Wörtern oder was immer, die man um den Arm trägt und die dann beim Abnehmen wieder in Form zurückschnipsen. Charlotte und Moritz wollten welche haben -- eine gute Möglichkeit, Taschengeld auszugeben. Weil sie aber einzeln noch nicht so viel hatten, haben sie zusammengelegt. Moritz hat Lotti seinen Dollar anvertraut. Sie ist damit verantwortungsvoll in den Laden gegangen. Leider haben immer noch 50 Cent gefehlt, die sie sich bei Mama geborgt hatte. Die zwölf Bänder wurden gerecht aufgeteilt.

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Dann sind wir Pizza essen gegangen, wie Lotti es sich gewünscht hatte. Zu Hause hat Charlotte ihren Kredit zurückgezahlt, indem sie die Treppe gefegt hat. Dafür bekommt sie jede Woche (wenn sie es tut) 50 Cent Taschengeld. Moritz bekommt noch kein Taschengeld, er findet ständig Münzen oder bekommt Wechselgeld von Kassiererinnen in die Faust gedrückt, weshalb er genauso viel im Sparschwein hat wie Lotti. Die Schulden sind also bezahlt und die Kinder pleite. Dann haben wir noch Deutsch und Mathe geübt, wir haben uns vorgenommen, jeden Tag zwei bis drei Seiten im Übungsbuch zu schaffen, auch wenn Mathe manchmal ziemlich wehtut, vor allem Minus. Schließlich wurde Mattis wieder eingepackt, mit Picknick, Wasser und Schienbeinschützern und ab gings zum ersten Fußballtraining. Bis Freitag sind wir nun jeden Nachmittag auf dem Platz. Tja -- und dann hat die aufgeregte Mama den Fotoapparat vergessen. Ich sage nur soviel: beide Trainer stammen aus Großbritannien und halten auf Deutschland!

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