Es war vorauszusehen und im Angesicht der Gefahr, wird es mit aller Kraft bekämpft: das Denglish. Wenn man den größten Teil seiner Zeit Englisch spricht, passiert es natürlich, dass man beide Sprachen vermischt. Besonders die Kinder lernen jeden Tag so viele neue Wörter und erleben jeden Tag so viele für sie wichtige Dinge, dass sie manchmal Mühe haben, im Deutschen die richtigen Worte dafür zu finden.
Charlotte liest sowieso lieber englische Bücher. Sie bekommt noch ein bis zwei Mal Englischunterricht in der Schule und dort arbeiten sie an ihrem akademischen Vokabular, sie muss Magazinartikel lesen, zusammenfassen und die wichtigsten Fakten herausschreiben, in eigenen Worten bitteschön.
Moritz dagegen wurde von der Englischlehrerin als "nicht-förderbedürftig" eingeschätzt: bis auf ein paar Zeitform-Schnitzer sei sein Englisch bestens. Er braucht mittlerweile etwa eine Stunde Übergangszeit, um von seinem Kindergarten-Englisch zurück zum Abendbrot-Deutsch zu finden. Dabei mischt er aber auch die Sprachen, wenn er von Neuigkeiten erzählt, die er nun erst im Kindergarten gelernt hat und für die er natürlich oft auch noch keine deutschen Wörter hat: "Und dann verwandelt sich die Caterpillar in eine Chrysalis und dann schlüpft daraus ein Schmetterling!"
Mir passiert es, dass ich unbewusst vom Deutschen ins Englische wechsele und umgekehrt. Nur Micha hat, natürlich, überhaupt keine Probleme. Er wechselt klar und rein von einer Sprache in die andere und geht akzent-technisch unter den Einheimischen mittlerweile als Kanadier durch. Wir alle verwenden im Alltag schon besonders griffige englische Wendungen und es passiert uns auch, dass wir nicht mehr a n etwas interessiert sind, sondern i n... -- Hauptsache, das bleibt uns bewusst.

