Schon am Tag vorher überschlugen sich die Meldungen über einen aufkommenden Schneesturm. Noch am Abend gab sich der Himmel gleichgültig-klar, doch in der Nacht zogen die Schneewolken auf und früh um 6 klingelte das Telefon für die automatische Durchsage: Alle Schulen bleiben heute geschlossen.
Leider konnten wir nicht ausschlafen, weil Charlotte durchs Haus polterte und Mattis weckte, der daraufhin in unserem Bett turnen wollte. Dafür gab es ein Snow-Day-Frühstück, wie es Big Jeff (Moritz Kindergarten-Chef) in seiner Wetter-E-Mail vorgeschlagen hatte: egg in a hole und Charlotte durfte sich heute Zuckerzimt auf ihren Toast machen.
Das Auto steckte fest, also sind wir zu Fuß gegangen. Die Schneepflüge konnten nur die Hauptwege und Straßen befreien, die waren aber nach wenigen Minuten schon wieder zugeschneit.
Das Schild an der Bibliothek war nicht mehr zu lesen, hier hatte der Sturm letzte Nacht den Schnee angedrückt.
Drinnen war niemand außer ein paar wenigen Mitarbeitern, die durchgekommen waren und wir. Und wir wurden gleich begrüßt, dass man sich schon gedacht hätte, das wir mal wieder aufkreuzen. Wie letztes Jahr gabs für uns eine private Vorlesestunde von Gary. Mattis räumte derweil das Spielzeug aus.
Auf dem Rückweg musste Charlotte wieder alle Bücher in ihrem Ranzen tragen, denn ich hatte den Mattis auf dem Rücken. Mit dem Kinderwagen wären wir nirgendwo durchgekommen.
Nachmittags wurde es dann eher schlimmer. Das Auto war komplett weg und wir saßen im Haus fest. Zum Glück sind wir ja mit Hörspielen und neuen Bibliotheksbüchern ausgerüstet gewesen. Draußen war derweil die Schneehölle los.
Es hörte bis zum Abend nicht auf zu schneien. Irgendwann kam Micha angestapft, der nahezu allein in seinem Bürogebäude gearbeitet hatte. Er schaufelte noch das Auto frei und mit einem Aufatmen konnten wir vernehmen, dass der nächste Blizzard schon über Maine schwächelte und morgen wieder die Sonne scheinen sollte.

