... und das Spiel dauert neun Monate, Verlängerung kaum möglich. Nun ist die Halbzeit schon vorbei und Anfang März ist Termin. Zeit für eine Zwischenbilanz: Mir gehts gut. Die ersten drei Monate waren, wie schon bei Moritz auch, keine so schöne Zeit. Das lag aber sicher auch am Umzugsstress. Dann beruhigte sich alles und seit der Bauch wächst, treffen auf mich alle gängigen (positiven) Eigenschaften einer Schwangeren zu.
Erstens werde ich immer schöner und die Leute freuen sich an meinem Anblick. Zweitens fällt mir das natürlich weniger auf, denn ich bin mit zwickenden Klamotten und häufigen Toilettengängen beschäftigt. Außer einer Extra-Blutuntersuchung aufgrund gewisser Begebenheiten bei den anderen beiden Geburten, ist diese Schwangerschaft so normal wie ein Wunder eben sein kann. Die Hebammen im Krankenhaus sind sehr zufrieden mit mir -- und IHM: seine Herztöne sind jedes Mal gut und er ist unheimlich vital, was darauf hoffen lässt, dass er seinen Platz neben seinen lebendigen Geschwistern behaupten wird.
Langsam sickert ins Bewusstsein, dass sich unser Leben nach diesem turbulenten Jahr 2009 bald schon wieder drastisch ändern wird. Wenn nämlich dieser kleine, hoffentlich gesunde Mensch zu uns gehören und unsere Familie komplettieren wird. Micha und ich lassen noch verschiedene Vornamen kreisen -- wir werden wohl so entscheiden wie immer: Charlotte sah eben aus wie eine Charlotte und nicht wie eine Emma, und Moritz war eindeutig ein Moritz und kein Henry -- man sieht es ihnen einfach an, wer sie sind. Bis dahin muss aber noch ein Winter überstanden werden. Da wir im Land der unbegrenzten Übergrößen leben, ist es gar nicht nötig, sich teure Umstandswintersachen zu kaufen -- man nimmt einfach die nächste XXL, die so rumhängt und zahlt die Hälfte.
Der Nestbautrieb stellt sich ein. Wir haben schon die erste Riesentüte Babysachen bekommen, es folgt noch mehr und auch ein Babybettchen bekommen wir. Am Kinderwagen wollen wir nicht sparen und ich möchte eine Babytrage haben, um auch mit dem Zwerg durch den Wald kraxeln zu können. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit kann es bestimmt so turbulent weitergehen wie bisher -- immerhin steht schon im April eine interessante Konferenz in Kanada an und da wollen wir hin, mit vier deutschen und einem amerikanischen Pass (erstmal).

