Nun haben wir eine Weile nicht gebloggt, deshalb wird dieser Eintrag hier bunt. Zuallererst haben wir uns endgültig von unseren Freunden David und Elise verabschiedet, die zurück nach England gehen. Das trifft unser Dreierkleeblatt empfindlich.
Yulia und ich werden also allein weitermachen -- und das Chaos aus Kindern, Männern, USA usw. managen. Aber auch die Jungs werden sich wohl vermissen, zumindest lag über dem sehr lustigen Grillabend eine kleine sentimentale Wolke. Familie Plans hat es geschafft, binnen einer Woche einen interkontinentalen Umzug zu schultern, ohne viel Geld dabei einzubüßen, nur die Nerven lagen manchmal blank. Nun sind sie weg und die Lücke ist groß. Trotzdem war es wohl der ideale Abschied, denn wir hatten eine tolle Zeit zusammen und in ein paar Wochen hätten eben wir sie verlassen. Wir sehen uns bestimmt wieder.
Dass es nun endlich warm und sonnig geworden ist, tröstet leider kaum. Mattis und ich gehen viel spazieren und Mattis bemerkt die Veränderungen und freut sich über singende Vögelchen und blühende Blumen. Auch der Hanover Green wird erneuert -- Gras wird per hellgrünem, giftig-aussehendem Dünger-Samen-Matsch gesät.
Mattis wird immer selbständiger. Er läuft überall hin und kommt überall ran, wir müssen alles hochlegen oder verstecken. Außerdem will er viele Dinge selbst tun: er hilft beim Anziehen, möchte auch alleine essen und nur noch "Erwachsenen-Essen".
Er hat nun 13 Zähne und beginnt glücklicherweise wieder, besser zu schlafen. Trotzdem ist er sehr unruhig und ich wünschte, wir hätten noch ein Zimmer, wo er schlafen könnte. Denn er bewegt sich und brabbelt und jault im Schlaf, ohne aufzuwachen, nur ich liege wach.
Last but not least ist Micha heute auf eine Konferenz nach Wisconsin geflogen und ich bin sehr gespannt, was er uns mitbringt...
Eine Hiobsbotschaft hat uns auch noch erreicht: es gibt wahrscheinlich keinen Hortplatz für Charlotte an ihrer Schule. Unglaublich, aber wahr: die Schule nimmt dieses Jahr mehr Kinder auf und nicht jeder kann mehr in den Hort. Nun haben wir alle Hebel in die Bewegung gesetzt und ich würde auch vor einem Schulwechsel nicht haltmachen. Natürlich könnte es Charlotte schaffen, mittags allein nach Hause zu gehen -- aber 1. findet sie dann kaum neue Freunde, 2. ist es langweilig und 3. möchte ich ihr nach dem Umzugsstress eine stabile Umgebung und einen stabilen Tagesablauf ermöglichen -- fünf Stunden allein zu Hause passen einfach nicht. Drückt uns die Daumen, dass wir das Problem noch gelöst bekommen.

