Live free or die, Meiner!

Stimmen aus der Wildnis

Sommerbesuch

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Fr, 30 Jul 2010
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Marianne und Tiziano aus Berlin sind da. Eine schöne Gelegenheit für Micha, den armen Tiziano anzustellen, ein paar Programmierprobleme mit ihm zu lösen. Dafür konnten Marianne und ich ungestört das Leben durchsprechen. Wir haben es uns einfach gutgehen lassen, waren gut essen, spazieren und schwimmen.

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Dabei zeigte sich ein durchschlagender Erfolg: Moritz ist nicht mehr wasserscheu. Zwar ist er nach wie vor sehr vorsichtig, traut sich aber allein und tiefer hinein und duschen ist absolut kein Problem mehr.

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Abends gabs ein schönes BBQ mit Burgern und einem Riesenstück Rindfleisch, das Micha mit seinem Fleischthermometer präzise "medium" grillen kann. Marianne hat gleich noch ein kostenloses Hairstyling bekommen.

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Und auch Mattis bekam extra-Zuwendung und das gefällt ihm besonders, wenn sie von schönen Frauen kommt.

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Und das alles bei bestem Sommerwetter: tagsüber bis 30 Grad, sonnig und briesig und nachts kühlte es sich ab auf 14 Grad. Erholsamer Schlaf inbegriffen. Morgen fahren sie alle nach New York zur Debian Conference und wir vier Kleinen bleiben eine Woche allein, aber Lotti freut sich auf die Pferde!

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Endlich Beeren

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So, 25 Jul 2010

Nach ausführlicher Telefonrecherche habe ich nun herausbekommen, wo man jetzt schon Beeren pflücken kann. Nicht alle Farmen haben alle Sorten, aber "Darling's Berries" in Canaan (natürlich in der Nähe von Lebanon) am Mascoma Lake hat Hochsaison. Hier wachsen Blaubeeren mehrerer Sorten und es gibt eine Riesen-Himbeerhecke.

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Bei einer Affenhitze kamen wir an und rüsteten uns mit kleinen Eimern aus. Zuerst gings in Blaubeerfeld. Dabei muss man wissen, dass hier die Blaubeeren an hohen Büschen wachsen und man sich nicht wie im Wald bücken muss. Dass die Früchte so riesig sind, ist auch eine Frage der Züchtung.

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Nur leider färben sie nicht den Mund! Es gibt viele Sorten wie "BlueJay" -- sehr aromatisch, "Herbert" -- eine späte Sorte und die dicksten Beeren kamen natürlich von den "Patriot"-Büschen. Den Kindern wars egal, sie haben fleißig gepflückt.

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Moritz fand es sehr spannend, doch während Lotti halb und halb in den Mund und in ihren Eimer sammelte, hat er bisher nicht eine einzige Beere gegessen. Auf die Bitte, doch eine zu kosten, meinte er: "ich entscheide selbst über mein Leben!"

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Micha hatte sich da schon mit Mattis ins Auto zurückgezogen. Es war einfach zu heiß für den kleinen Kerl. Die Großen haben mich noch tapfer in die Himbeeren begleitet, dort aber lieber im Schatten gerastet.

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Nach anderthalb Stunden hatten wir ca. 700 g Himbeeren und mehr als zwei Kilo Blaubeeren gepflückt. Die gab es zu Hause mit Milch und viele wurden eingefroren und wenn ich ein tolles, einfaches Blueberrie-Pie-Rezept gefunden habe, werde ich es Euch verraten!

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Die Erdbeeren haben wir nun schon verpasst. Wir haben zwar viele gegessen, aber keine selbst gepflückt. Nun gibt es hier in der Gegend viele kleine Farmen und Höfe, wo man Bio-Obst und Bio-Gemüse kaufen kann oder auch "grass-fed beef" -- also Fleisch von Kühen, die mit Gras gefüttert wurden.

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Diese Farmen tragen so schöne Namen wie Riverview-Farm oder Four-Corners-Farm.

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Wir habe uns aufgemacht, um Himbeeren und die berühmten Blaubeeren zu pflücken, aber beide Farmen, die wir besuchten, hatten zu. Einmal weils Freitag nachmittag war und dann waren die Beeren hier noch nicht reif. Dafür kamen wir an einem Milch-Hof vorbei und durften die Kühe besuchen.

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Auf diesem Bild ist Charlottes neueste Errungenschaft zu sehen: ein Stimmungsring. Mittlerweile kennt die ganze Familie die verschiedenen Farbschattierungen und deren Aussagen -- auf dem Bild hier ist Lotti entspannt, oft zeigt sie jedoch auch gemischte Gefühle und es ist auch schon vorgekommen, dass sie liebevoll war. Weil sie den Ring anfangs nicht ablegen wollte, fängt er nun an, zu rosten und wir fragen uns, wie wir ohne ihn wissen sollen, wie Charlotte sich fühlt. Das Kälbchen jedenfalls hat sie offensichtlich nicht verärgert, die Kälber sind ja auch noch sehr jung und ziemlich niedlich, aber schnell wurde die Aufmerksamkeit der Kinder auf etwas ganz anderes gelenkt.

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Das Kätzchen schien das einzige Kleine hier zu sein. Und es kam, wie es kommen musste:

Play video

Habt ihr den Mattis gehört? Er war nämlich überhaupt nicht zufrieden ob des Kuh-Geruchs. Als ich das Auto nahe des Misthaufens parkte, hat er noch gelacht, dann hat er nur noch gebrüllt und wollte auch nicht in seinem Wagen sitzen. Nur getragen und besprochen, hat er halbwegs stillgehalten. Zum Ausgleich waren wir danach noch in einem Blumengarten. Dort wuchsen viele von Lottis Lieblingsblumen: Löwenmäulchen und wir konnten erst wieder fahren, nachdem sie wirklich sicher war, dass alle Blüten ihre Mäulchen öffnen konnten.

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War auch kein Problem, hier herum zu laufen, obwohl das eine normale Gärtnerei war. Schön, dass die Leute so offen sind. Es gehört wohl zum guten Ton, den Kunden zu zeigen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. In die Melkräume auf dem Milchof durften wir natürlich nicht, aber wer rechtzeitig kommt, kann die Kühe beim Melken durch eine Glasscheibe beobachten. Wir haben eine halbe Gallone (ca. 2 l) Milch mitgenommen. Die kostete 2,50 $, während eine ganze Gallone in der Kaufhalle 4 $ kostet. Die frische Milch ist nicht viel teurer und schmeckt wirklich besser, auch als Kakao.

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Nach einer Woche...

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Fr, 23 Jul 2010

... schwimmen hat Moritz nun tatsächlich seine Angst abgelegt. Er bespritzt sich zwar immer noch nicht gerne, aber er tut es immerhin und ertrinkt nicht dabei.

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Er steigt sogar aufs Sprungbrett, allerdings ohne zu springen, sondern er lässt sich nach unten heben. Und danach schippert er auf dem "Zauberteppich" durchs tiefe Wasser.

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Ganz anders unsere Lotti. Die steigt drauf, nimmt sogar Anlauf und springt ins Becken. Beim "Arschbombenwettbewerb" im Nordbad hätte sie bestimmt den 1. Platz gemacht -- bevor sie ins Wasser taucht, rollt sie sich noch zur Kugel zusammen!

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Diese Woche war es etwas kühler hier, manchmal hat es sogar geregnet. Trotzdem Sommerwetter und tatsächlich waren die Kinder diese Woche sehr gut ausgelastet. Jeden Tag schwimmen und sie waren abends schön müde und friedlich. Das entschädigt für das Gerenne, das Mattis und ich hatten und dass der Kleine im Liegestuhl gestillt werden musste.

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Fußball ist vorbei, jetzt ist Schwimmen angesagt. Wir gehen dazu zum Storrs Pond. Das ist ein "Naherholungsgebiet" nahe der Schule. Dort ist ein hübscher Teich, den kaum einer besucht zum Baden und ein betonierter, umzäunter Pool, der rappelvoll ist. Und dort werden die Schwimmstunden angeboten.

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Erwartungsgemäß stürzte sich Lotti todesmutig ins tiefe Becken. Die neuen Kraul- und Rückenschwimmbewegungen sind allerdings eine Herausforderung für sie, aber das liebt sie ja. Ich bin sehr froh, dass sie jetzt so gut schwimmen kann und ich keine Rettungseinsätze mehr machen muss. Wie das eine Mal, als sie gerade vier Jahre alt und mit mir und Baby Moritz ins Nordbad ging. Ich habe vollgepackt den Wagen geschoben, Charlotte stürmte vor, sah einen Kindergartenkumpel im Becken und stürzte sich Hals über Kopf in ihren Sachen ins Wasser. Zwar ins Kinderbecken, aber eben an der tiefsten Stelle. Ich habe geschrien und ein Freund bemerkte Charlotte und fischte sie aus dem Wasser. Mir ist fast das Herz stehengeblieben. Sie ist eine Wasserratte geblieben. In den nächsten zwei Wochen werden wir jeden Tag schwimmen gehen und sie wird auch den Kopfsprung und tauchen lernen.

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Moritz hat dagegen in der allerersten Schwimmstufe begonnen. Der Fußball-Star ist ja eher wasserscheu, will jetzt aber sein "Starfish" schaffen. Anfangs war er noch sehr ängstlich, selbst duschen lässt er sich nicht gern. Aber jeder kleine Starfish hatte auf einmal eine attraktive Begleiterin und da ging es Moritz schon viel besser.

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Er wird erstmal keine echten Schwimmbewegungen lernen, sondern sich ans Wasser gewöhnen und lernen, wie man sich verhält und dass man keine Angst zu haben braucht. Am Ende der zwei Wochen soll er sich halbwegs über Wasser halten können.

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Wenn man bedenkt, dass ich ihn letztes Jahr noch ins Wasser tragen musste und er sich immer an mich geklammert hat, ist das doch schon ein Riesenfortschritt.

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Riesenfortschritte auch bei Mattis: er ist nun 69 cm groß und wiegt 8030 g. Damit liegt er jeweils weit über dem Durchschnitt der viermonatigen Babies. Er hat die nächsten Impfungen bekommen und liegt hier platt herum. Im Schwimmbad hat er allerdings alles vom Bauch aus beobachtet und wie er sich umdreht, das sieht dann so aus:

Play video

Na, ist das nicht herrlich? Hier scheint die Sonne und alle sind gesund und bald bekommen wir schon wieder lieben Besuch und Elise ist bald wieder da... Kann es einem besser gehen? Naja, vielleicht in Halle im Nordbad oder im Eiscafé auf dem Markt oder im Peißnitzhaus sitzend oder im Großraumbüro, 8. Etage.... Das kommt ja alles bald wieder. Jetzt werden wir erstmal jeden Tag alle Kinder zum Schwimmen fahren und wieder abholen und ins summercamp und in die KiTa bringen etc. pp. Carpe diem.

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