Obwohl der Indian Summer uns bisher mit Sonnenschein und Farbenrausch beglückt hat, merkt man überall, dass der Winter nicht mehr fern ist. Die Leute lassen die Dächer und Fenster ihrer Häuser überprüfen, die Wasserleitungen werden gespült und gefährliche Äste von Bäumen abgesägt, die unter der Schneelast brechen könnten.
Natürlich haben wir auch Wintersachen mitgenommen, allerdings erscheinen einem die mitteleuropäischen Klamotten angesichts der ausgeklügelten Textilsysteme hier ziemlich unzureichend. Alles funktioniert nach dem Prinzip: dress in layers oder deutsch-blumig: Zwiebelprinzip. Und so statten wir deutsche Anoraks und Skihosen gerade mit Mikrofleece-Unterjacken aus und die Winterstiefel hier sollen bis 40 Grad Minus wärmen.
Außen also Kunststoff in allen Facetten und innen ein herausnehmbarer fingerdicker Filzschuh -- das ist der Stiefel, in dem wir hier überleben sollen. Karo hatte allerdings noch anderweitig Glück: die russischen Großeltern unserer Freunde kamen zu Besuch -- ausgerüstet mit Fellsachen aus Sibirien! Unglücklicherweise passten die Stiefel nicht -- dafür aber der Karo! Die ist also mit sibirischen Fellstiefeln, und die bestehen tatsächlich komplett auf Fell -- ausgestattet. Das erlaubt uns einen direkten Vergleich der beiden Wärmemethoden Hightech-Kunststoff gegen Naturpelz!
Dazu kommen natürlich Kuschelhausschuhe, Strickjacken und Oma Inges Strickpullover, die hier endlich zu Ehren kommen werden! Das Haus wird ebenfalls augestattet: wenn die Heizung angeschaltet wird, sind oben die Türen zu, sonst ist die Wärme gleich weg. Ein dicker Vorhang zwischen Ess- und Wohnzimmer soll morgens verhindern, dass die Wärme ins unbenutzte Wohnzimmer zieht. Wir heizen hier mit Öl und zahlen nach Verbrauch und nach Ölpreis -- das können im Winter gerne mal 500 Dollar pro Monat sein! Daher soll unser Kamin nicht nur gemütlich machen, sondern eine Alternative zum Öl sein. Wenn alles nichts hilft, müssen wir uns eben ein Iglu bauen!

