Live free or die, Meiner!

Stimmen aus der Wildnis

Bald nun ist...

[Kommentieren] [link]
Mo, 22 Nov 2010

Thanksgiving! Jawoll, das wichtigste aller amerikanischen Feste, verbindet es doch auf schönste amerikanische Geschichte und Völlerei. Thanksgiving wird traditionell am letzten Donnerstag im Monat November gefeiert. Ich habe noch keinen Hinweis darauf gefunden, warum am Donnerstag, aber es ist klar, dass es Truthahn geben muss.

/pics/TGPutentotalNov10.jpg

So sehen die holden Tierchen aus, wenn sie noch am Leben sind und lustig in der Heimaterde scharren. Auch hier darf man seinen Truthahn vorbestellen und kann sicher sein, dass er schön fett und riesig groß sein wird.

/pics/TGPutennahNov10.jpg

Nicht umsonst haben die Kochherde hier riesengroße Klappen. Wir haben (wieder) eine Ente gekauft, denn bisher habe ich nur ein einziges Mal hier gutes Truthahnfleisch gegessen, alles andere war irgendwie trocken. Und dann hat man nach dem Essen ja immer noch mindestens den halben Vogel übrig. Also essen die Amerikaner die nächten Tage Truthahn-Sandwiches -- Baguette, Mayo, Salat und Fleisch; ist lecker, aber nicht für lange. Wir werden unser Entchen wieder mit Pflaumen und Äpfeln füllen, so wie letztes Jahr, nur dass uns diesmal die lieben Gäste fehlen. Andere Europäer hier quittieren die Frage, ob sie denn Thanksgiving feiern würden, mit den Worten: sehe ich aus wie ein verdammter Pilger? -- Und tatsächlich, man darf nicht vergessen, dass an Thanksgiving die Dankbarkeit der Mayflower-Besatzung gefeiert wird, die sie für ihre indianischen Nachbarn pflegen, die sie vor der Hungerskatastrophe gerettet hat. Man muss allerdings hinzufügen, dass die Pilgerväter vorher nicht so zimperlich waren und sich immer mal wieder Mais und andere Lebensmittel von den Indianer geklaut hatten. Ja, geklaut, auch darauf basiert die heroische Geschichte dieses Landes.

/pics/TGWildeNov10.jpg

Und diese wilden Gesellen waren schon damals schwer zu fangen. Hier in der Gegend rennen jede Menge wilder Truthahn-Herden herum und es ist besser, sich nicht mit dem Hahn anzulegen. Wenn die sich so gegen die Pilger wie heute gegen Autos gewehrt haben... Jedenfalls lädt das Wetter zu einem gemütlichen Thanksgiving daheim am Kamin ein, denn es ist kalt und dunkel und wir warten auf Schnee.

/pics/TGSchneewolkenNov10.jpg

Am Wochenende hat es schon mal kurz geschneit und dicke Schneewolken hingen über dem Green und dem schon aufgestellten Weihnachtsbaum. Derweil ist der Ölpreis und damit der Spritpreis gestiegen: auf fast drei Dollar die Gallone, das macht etwa 50 Eurocents pro Liter! Natürlich waren die Kumpels von Irving-Oil auch gleich da, haben unseren Haustank aufgefüllt und eine fette Rechnung in den Briefkasten gelegt. Die bleibt erstmal da drin bis Thanksgiving!

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.
blog comments powered by Disqus