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Stimmen aus der Wildnis

Maple Weekend 2011

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Mo, 21 Mär 2011

Früher Vogel fängt den Wurm -- oder frühe Besucher bekommen die beste Führung... Am Sonnabend Morgen sind die Kinder und ich kurz vor zehn aufgebrochen, um noch eine Maple Farm zu besuchen, bevor wir am Sonntag wegfahren wollten. Diesmal ging es in die Mount Sunday Maple Farm. Im letzten Jahr haben wir eine größere Farm mit großem Sap-Kocher und Pferdekutschtour besucht, dieses Jahr wollten wir mal näher an die echten Maple-Farmer ran. Und es stellte sich heraus, dass Mr Messer der beste Ansprechpartner war. Er konnte sehr kenntnisreich aus seiner 40jährigen Maple-Syrup-Gewinner-Karriere erzählen. Und er nahm die Kinder auch hinaus, um ihnen zu zeigen, wie man den "Sap" gewinnt.

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Zuerst muss man natürlich die Sugar Maples, also die Zucker-Ahörern von den vielen anderen Ahornarten unterscheiden lernen. Im Sommer geht das leicht anhand der Blätter, im Winter erkennt man die Bäuem an ihren kleinen und im Vergleich zu den anderen Arten kaum sichtbaren Knospen und ihrer festen, nicht abblätternden Rinde.

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Ein Ahorn muss erst etwa 40 Jahre alt werden, bevor es angebohrt werden kann. Je dicker, desto ertragreicher und desto weniger verletzt es den Baum. Manche große Bäume können bis zu vier Mal angebohrt werden. Dazu nimmt man einen Bohrer und bohrt ein Loch in die Rinde, da hinein kommt dann ein Spelt mit Köchlein und einem "Ausgießer" vorne dran.

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An diesem hängt ein Haken und daran hängt man dann einen Eimer mit Deckel.

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Hab ich mich gleich mal lächerlich gemacht, indem ich frug, ob der Decker denn die Bären vom süßen Saft abhalten sollen. Der tröpfelt nämlich richtig flott in den Eimer nach einer frostigen Nacht. Mr Messer drehte sich einfach zu den Kindern, die sofort meinten: Bären machen doch jetzt Winterschlaf! Deshalb fürchtet sich Mr Messer auch nicht, wenn er mit seinem Schneemobil auf den Mt. Sunday fährt, um nach seinen etwa 3000 Bäumen zu sehen.

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Früher mussten die Kinder von Herrn Messer mit einem Wägelchen in den Wald und die Eimer einzeln abnehmen. Heute sind alle Bäume durch ein Schlauchsystem verbunden und der Sap läuft von allein in die Hütte in einen großen Kessel.

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Übrigens enthält der Sap der Bäume nur etwa 2% Sirup, der Rest ist Wasser und muss vom Sirup getrennt werden. Manche kochen den Sap, doch das kostet viel Energie. Mr Messer trennt per Osmose-Technik das Wasser ab und erhält so eine dicke Flüssigkeit, die er nur noch kurz kochen muss, um den Sirup heraus zu lösen. Der ist am Anfang der Erntezeit, also Ende Januar noch hell (light-amber) und färbt sich dann immer dunkler (dark-amber). Der helle Sirup ist seltener und daher teurer. Mr Messer hat alles in seiner kleinen Hütte zentralisiert: Kochkessel, Fässer und Verkaufsstelle.

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Drinnen war es schön warm und gemütlich und wir durften frischen Sirup probieren.

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Mr Messer war vor seiner Pensionierung Polizist in Hanover und wusste natürlich auch, dass er deinen deutschen Namen hat. Seit er in Rente ist, hat er seine Farm erweitert und ist nun hauptberuflich im Maple-Gewerbe. Zusammen mit seiner Frau stellt er alle Sirup-Köstlichkeiten selbst her: puren Sirup, Aufstrich, Süßigkeiten...

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Gut bepackt und durchgefroren, aber schlauer sind wir gegen Mittag wieder zu Hause gewesen. Und haben gleich Sirup genascht...

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