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Stimmen aus der Wildnis

Über Laktation

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Mo, 22 Mär 2010

Im Krankenhaus war es sehr angenehm, die Schwestern sehr nett und hilfsbereit und es wurde alles getan, damit Mattis und ich uns wohlfühlen. Eigentlich genauso wie in Deutschland auch, nur dass auf dem Speiseplan hier auch Hamburger und Coke zur Auswahl stehen -- lecker...

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Und es gibt noch einen besonderen Unterschied: die Lactation Consultants, die in einem eigens eingerichteten Lactation Office residieren. Ich finde, schon dieser Titel lässt aufhorchen und weist auf die bedeutungsvolle Position hin, die "Stillberater" hier haben. Denn Stillen hat Priorität Nr. 1 hier und wird sehr empfohlen. Einfach Brust raus und Baby ran -- so einfach ist es ja nicht immer und da helfen die Consultants. Zuerst gilt es, zu erkennen, ob das Baby Hunger hat:

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Dann heißt es: Chef-Lätzchen an (erkennst du es, Marianne?) und Stillposition herausfinden. Wir beide als "professionels" hatten da nicht so die Probleme. Während nebenan "cluster-feeding" verordnet wurde, d.h. jede Stunde, jede Brust (!) ran ans Kind; fielen wir relativ entspannt in einen Drei-bis-Vier-Stunden-Rhythmus. Das war allerdings verdächtig, denn es wird dringend empfohlen, das Baby mindestens 8 bis 12 Mal am Tag zu stillen. Also bekamen wir Besuch vom Lactation Consultant, um uns die Lage bewusst zu machen. Diese Damen zeichnen sich nicht nur durch ihr Büro, ihren Kittel und ihre Fütterungslisten aus, nein, sie haben außerdem alle eine Brust in der Tasche. Diese "Taschenbrust" wird hervorgezaubert, um die Vorgänge in und an der Brust plastisch zu erklären. Dramatischer Zusatzeffekt: die äußere Stoffhaut nebst Brustwarze kann abgezogen werden, um auf einem inneren Stoffball anhand aufgemalter Milchbahnen zu zeigen, wie die Milch so in der Brust herumfließt. Schließlich fanden Mattis und ich uns in einem Berg von Kissen wieder -- gestützt, geschoben, gedrückt in die perfekte Stillposition. Ich konnte mich nicht mehr bewegen, Mattis konnte kaum seine Windel füllen, aber wir waren sehr beeindruckt. Hier zu Hause setzen wir uns in einen Sessel, nehmen ein Kissen und dann gehts los.

Weil am Freitag beim ersten Arzttermin festgestellt wurde, dass Mattis schon nicht mehr ab-, sondern kontinuierlich zunimmt, dürfen wir in unserem eigenem Rhythmus weitermachen. Alle vier Stunden wacht das Mattis-Kind also auf, quietscht seine Bereitschaft und trinkt dann in einer knappen Stunde alles leer -- Snacks nimmt er nicht, nur richtige Mahlzeiten zählen (typisch Hanke!). Dann wird die Windel gefüllt, sehr gründlich und bis an die Pampers-Kapazitätsgrenze. Und dann sieht er so aus:

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Aber: nach dem Stillen ist vor dem Stillen...

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