Hanover ist zwar klein, aber fein. Es gibt sogar ein richtig gutes Kunstmuseum, großzügig unterstützt vom College und ehemaligen Studenten: das Hood Museum of Art.
In den fetten Jahren konnte man sogar eine kleine Skulptur von Auguste Rodin anschaffen und einige ausgewählte europäische Romantiker. Ein kleiner Querschnitt durch die Kunstgeschichte sozusagen in passend getönten Räumen, sehr schön gehängt und sorgfältig arrangiert.
Außerdem sind Ausgrabungsartefakte zu sehen, die Dartmouth-Wissenschaftler von ihren Reisen mitgebracht haben und ein großes Relief eines assyrischen Palastes im heutigen Irak, das im letzten Jahrhundert zu Forschungszwecken ans Dartmouth College kam und das seitdem das Land nicht wieder verlassen hat, ähnlicher Fall wie das Pantheon in Berlin.
Ich habe mir eine Foto-Erlaubnis besorgen müssen, denn dieser Blog ist ja tatsächlich eine Publikation. Musste also alle Schildchen vorher lesen, um sicherzugehen, dass ich keine Leihgaben, sondern nur Museums-eigene Kunst abbilde. Fast wie früher beim Fernsehen. Eine größere Abteilung ist natürlich für amerikanische Kunst reserviert. Hier stehen kleinere Möbel, die auch mit dem College verbunden sind und es hängen sehr schöne Landschaftbilder von New Hampshire hier.
Was ich leider nicht fotografieren durfte, ist die momentane Ausstellung über Indianische Zeichenkunst -- sehr interessant, denn hier hängen gezeichnete Blätter aus Rechnungsbüchern oder Schulheften, die die Indianer aus Mangel an Leder, auf das sie traditionell zeichneten, bentzen mussten. Alles ging darum, in den Reservationen die Bräuche und Sitten zu bewahren, denn Büffeljagden oder große Feiern waren ihnen verboten. Hier mal ein Plakat (man weiß ja: Plakate im öffentlichen Raum darf man fotografieren).
Zu diesen Sonderausstellungen gibt es immer eine Menge Veranstaltungen, auch sehr schöne Kinderführungen. Ich habe hier schon Bilder von Andy Warhol gesehen, Hollywoodfotografien oder auch zwei Bilder von Albert Bierstadt, der, wie mich mein werter Kollege S.H. informierte, deutscher Abstammung war und dann einer der berühmtesten Vertreter der Hudson School. Außerdem kümmert sich das Hood um die Kunst im öffentlichen Raum und hat einen sehr hübschen Museums-Shop, der sogar MoMa-Souvenirs hat. Aber wer will schon ins MoMa, wenn er das Hood hat...

