Live free or die, Meiner!

Stimmen aus der Wildnis

Ach, erzählt mir doch nichts! Ihr denkt, die paar verkleideten Knirpse, die gestern abend bei euch geklingelt und sich einen Lolli abgeholt haben, wären HALLOWEEN? Ihr habt doch keene Ahnung, was Halloween ist: das ist die Vertausendfachung der Friedhöfe, das sind Menschenmassen im Gruselhaus, das sind hunderte leuchtende, geschnitzte Kürbisse, das sind die schlimmsten neonfarbigen amerikanischen Süßigkeiten... Aber von vorn.

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Das ist unser diesjähriger Jack O`Lantern -- der ausgehöhlte geschnitzte Kürbis mit dem klassischen Gruselgrinsen. Dazu gibt es natürlich eine tolle Story aus Irland, dem Mutterland von Halloween. Dort lebte der Sage nach der Bösewicht Jack Oldfield. Dieser fing durch eine List den Teufel und wollte ihn nur freilassen, wenn er Jack O. fortan nicht mehr in die Quere käme. Jack lebte fröhlich weiter, doch als er starb, kam er aufgrund seiner Taten nicht in den Himmel. Aber die Hölle war natürlich auch tabu, denn er hatte ja den Teufel betrogen. Doch der Teufel erbarmte sich des armen Jack O. und schenkte ihm eine Rübe und eine glühende Kohle, damit Jack damit durch das Dunkel wandern könne. Der Ursprung des beleuchteten Kürbisses war demnach eigentlich eine beleuchtete Rübe. Die praktischen Amerikaner haben einfach Kürbisse genommen, erstmal gibt es hier so viele davon und dann sind sie auch einfacher auszuhöhlen. Dieser Kürbis ist also als Jack O’Lantern bekannt, als die Laterne des Jack. Es gibt aber noch viele andere Versionen, z.B. Obama Lantern (man kann sich gruseln oder nicht, je nachdem):

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Tagsüber war es wie kurz vor Weihnachten. Die Kinder schlichen ruhelos durchs Haus. Charlotte machte den von mir geschenkten Lippenstift kaputt und versaute unser Bad, dass es dort aussah, als hätten wir schnell ein schwarzes Huhn geschlachtet. Als die Dämmerung begann, zündeten wir die Kürbiskerze an, ließen Süßigkeiten auf der Terasse stehen und fuhren zu unseren Freunden. Dort trafen wir uns zum Essen. Yarik, der Priester, ass Chili und ansonsten Flüssig-Kost.

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Wir hatten uns nicht verkleidet. Ehrlich gesagt, hatte ich gar nicht daran gedacht -- nur so ein bißchen Hexen-Schminke. Es war auch soo kalt, dass die Kinder Jacken über ihre Kostüme ziehen musste: Moritz über seine Ritterrüstung und Charlotte über ihr Teufelskleidchen, das sie kurzerhand in ein Damenkleid umgewidmet hatte. Und Mattis ging als Teddy.

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Mit Matti im Wagen ging es los in die Nacht -- als Kinderhorde zum "Trick or Treat" (hier am Haus unserer Freundin Alice).

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Fast alle Häuser waren geschmückt, es war unheimlich laut, denn viele viele Kinder waren unterwegs mit Laternen und anderen leuchtmitteln und viele Hausbewohner waren in Kostümen und verteilten Süßigkeiten. Das war natürlich das Größte für Charlotte, die sehr darauf achtete, immer genug Süßigkeiten gleich aufzuessen, damit ich sie ihr dann nicht wegnehmen konnte.

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Wir machten uns auf den Weg Richtung "Haunted House". Das ist in Hanover und Umgebung richtig berühmt. Es liegt an der Rip Road, die an Halloween natürlich "Rest in Peace" Road heißt. Friedhöfe säumen den Weg dorthin, jeder hat seinen eigenen im Vorgarten und Spinnenweben an der Hauswand, Spinnen und Katzen im Fenster und hängende Gerippe in den Bäumen.

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Das Thema des Haunted House dieses Jahr: Piraten. Letztes Jahr ging es ja eher klassisch zu, so mit schwarzen Gestalten zwischen den Grabsteinen. Doch diesmal lag ein gekentertes Boot im Garten, Piratengerippe saßen beim Festmahl und aus den Fenstern rauchten Kanonen und es donnerte die ganze Zeit.

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Die Leute hier beauftragen jedes Jahr ein Filmausstattungsunternehmen und erfreuen so ihre ganze Umgebung. Die Straßen dahin sind gesperrt und hunderte Menschen spazieren dahin, um sich die Halloween-Attraktion anzusehen.

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Schon ziemlich durchgefroren und mit zwei beuteln voll Süßigkeiten machten wir uns auf den Rückweg -- und schon um acht war der Spuk vorbei.

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PS: Das Kürbisfleisch wandert in Mattis Gläschen, der Halloween komplett im Wagen verpennt hat.

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