Nach Wochen der Vorbereitung und Vorfreude kam endlich der Abend, auf den ganz Amerika zu warten schien. Es sind ja nicht nur die Kürbisse -- Moritz musste sich neulich in unserer Kaufhalle von einer kindshohen Monsterpuppe erschrecken lassen, die immer, wenn jemand vorbeiging, schrecklich lachte und ihren Kopf abnahm. Charlotte war sowieso schon von ihren Schulfreunden infiziert. Die größten Fans leben allerdings nicht weit von hier: diese Familie lässt jedes Jahr an Halloween von Filmausstattern ihr komplettes Haus nebst Garten umgestalten: zu Friedhof und Gruselkabinett.
Am Freitag hatte Lotti schon großes Halloween in der Schule. Das war bei uns wie zum Fasching -- manche hatten wirklich schaurige Masken auf. Wenn man damit aufwächst, ist es wahrscheinlich einfach nicht mehr so erschreckend. Lotti musste sich eigentlich nicht richtig verkleiden: sie ging als kleine Hexe.
Am Sonnabend schließlich hat sich auch Moritz verwandelt -- er ist ja da sehr eigen, doch sein Lieblingspiratenkostüm hat noch gepasst und speziell der Hut mit dazugehörigem Papagei ist ja nun wirklich nicht zu schlagen.
Zusammen mit anderen Kindern ging es dann zum Süßigkeitensammeln, wobei sich Charlotte durch besonders lautstarke Forderungen auszeichnete.
Leider fing es dann an, zu regnen, so dass die kleinen Trick-or-Treaters am Ende alle wie nasse Katzen nach Hause geschlichen kamen. Aber es hat sich mächtig gelohnt, so sehr, dass ich morgen, wenn alle ausgeflogen sind, die geheimen Verstecke absuchen werde, denn irgendwie finden sich immer wieder herumliegende Süßigkeitenpapierchen im Haus, obwohl ich doch alles weggeschlossen habe.

