Als wir Mattis heute morgen baden wollten, bekamen wir alle einen großen Schreck. Er war schon die Nacht vorher sehr unruhig und weinerlich gewesen und Charlotte hatte nun den Grund gefunden: ein Haar hatte sich dermaßen eng um Mattis linken Zeige-Zeh gewickelt, dass dieser abgeschnürt und schon angeschwollen war.
Als sich das Haar auch beim Baden nicht löste und Mattis sehr weinte, als ich versuchte, es zu lösen, sah ich uns schon ins Krankenhaus fahren. Die Unterseite hatte auch angefangen zu bluten, doch das Haar selbst war kaum zu sehen, so tief hatte es schon ins Fleisch geschnitten.
Wir entschieden uns zur OP. Mattis war schließlich erschöpft eingeschlafen und mittels Kuschel-Windel wurde er im "künstlichen Koma" gehalten.
Micha sterilisierte eine Nadel mit Feuer und konnte ganz vorsichtig das Haar und sogar die Schlinge lösen. Mit einer Pinzette hat er es herausgezupft, in der Hoffnung, alles erwischt zu haben. Dies war unser OP-Besteck.
Mattis ist dann aufgewacht und war deutlich entspannter. Jetzt, Stunden später, schwillt der Zeh langsam ab und der Adrenalinspiegel ist gesunken. Mattis geht es viel besser und uns auch.
Es gibt schon so Sachen, die gibts eigentlich gar nicht.

