Sie kamen ganz plötzlich: furchtbare Bauchschmerzen, direkt nach dem Frühstück. Die arme Lotti wusste weder aus noch ein, sogar die ganze Minute Ruhe, die sie sich auf dem Sofa gönnte, half nicht. Papa machte eine Bauchmassage, Mama verabreichte Bauchtropfen. Sie wurde zur Schule gebracht, erzählte ihrer Lehrerin sofort vom Bauchweh, ging zur Schulschwester und diese sinnvolle Einrichtung rief wiederum die Mama an, damit diese das Lotten-Kind wieder abholen möge. Die Mama fand das Lottchen schließlich auf dem Bauch liegend und ein Bilderbuch studierend vor und brachte sie nach Hause. Wundersamerweise ging es Charlotte dort wieder besser, sie wollte sich gar nicht mehr ausruhen und Kamillentee schon gar nicht. Daraufhin brachte ihr die Mama bei, was es heißt, krank zu sein: sie musste sich aufs Sofa legen und durfte auch bei ihrem Lieblingslied "Mamma Mia" nicht herumhüpfen. Süßigkeiten gab es nicht, wegen dem Bauch. Krankheit hieß: Lotti langweilte sich liegend. Am nächsten Tag war sie wieder gesund.
Dass sie wirklich krank war, bewies sie wie folgt: Lotti: "Mama, ich habe auch gebrochen in der Schule. Das habe ich auch der Lehrerin gesagt." Mama: "Und wie hast du das gesagt?" Lotti: "Ich habe gesagt: I spit jucky stuff."
Sowas denkt man sich nicht aus, das fällt einem nur in der passenden Situation ein. Und nach diesem Kassen-Tag wird Lotti hoffentlich auch nie auf die Idee kommen, krank zu feiern.

