Kurz nachdem wir ihn beantragt haben, war er schon da: Mattis Passport und damit der unumstößliche Beweis seiner amerikanischen Staatsbürgerschaft.
Übrigens wird er die doppelte Staatsbürgerschaft haben dürfen, denn US-Bürger ist, wer im Land geboren ist. Deutscher ist, wer deutsche Eltern hat. Da sich beides nicht ausschließt, kann er beide Staatsbürgerschaften haben, ohne sich für eine entscheiden zu müssen. Mattis hat nun Geburtsurkunde und Pass der USA. Wir müssen dann noch nach Boston, ins für uns zuständige deutsche Konsulat fahren und seine Geburt den deutschen Behörden melden. Dort bekommen wir dann auch eine deutsche Geburtsurkunde und einen deutschen Pass für ihn, wenn wir ihn haben wollen.
Übrigens ist der amerikanische Pass echt schick: jede Seite zeigt ein anderes Symbolbild der USA und ist mit Zitaten berühmter Amerikaner versehen.
Außerdem wird im Beiblatt empfohlen, sich bei jeder Auslandsreise im zuständigen amerikanischen Konsulat zu melden -- wahrscheinlich, damit sie sofort eine Task Force schicken können, um Mattis rauszuholen. Und vielleicht noch mich als die "den Amerikaner versorgende Person".
Ich kann nicht leugnen, dass mich eine gewisse Ehrfurcht erfüllte, als wir den Pass in Empfang nahmen. Wenn man bedenkt, wie viele Menschen hier und an den Grenzen der USA leben, die für einen solchen Pass sehr viel geben würden...
Update: Mattis ist schon zwei Zentimeter gewachsen und nun 55 cm groß. Er wiegt jetzt 4350 g.
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Es ist Ende März und damit Zeit für Charlottes zweite Einschätzung. Wieder gab es ein Elterngespräch und wieder ist ihre Klassenlehrerin Mrs. Stone voll des Lobes. Charlotte ist in ihrer Klasse akzeptiert und angekommen.
Charlotte hat diesmal richtige Noten bekommen und ist auf dem Niveau einer amerikanischen Zweitklässlerin angekommen. Dabei wird einmal bewertet, ob sie über (A = above), auf (O = on) oder unter (B = below) dem Klassenniveau liegt und inwieweit sie die Erwartungen erfüllt (M = meets expectations) oder übertrifft (E = exceeds expectations) oder ob sie Hilfe braucht (N = needs improvement).
Lotti schreibt und liest bestens, ist sehr gut im Buchstabieren und hat in kreativem Schreiben sogar die Erwartungen ihrer Lehrerin übertroffen. Die schwärmt richtig von ihren kleinen Gedichten und auch davon, wie höflich und hilfsbereit Charlotte in der Klasse ist. In Mathe ist sie gut, arbeitet aber am liebsten mit kleinen Hilfsmitteln. Die schriftliche Einschätzung ihrer Lehrerin liest sich nahezu euphorisch:
Wir sind sehr stolz.
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Am Ende des Winters wird New Hampshires Delikatesse, der Ahorn-Sirup geerntet. Viele kleine Sugar Houses öffnen dann ihre Türen, zum Schauen und Kosten. Wir waren auf der Mount Cube Maple Farm. Die meisten dieser Farmen liegen am Fuße von Bergen, auf denen ihre Zuckerahörner wachsen. Diese werden angezapft und durch Schläuche läuft der süße Saft dann ins Tal, direkt in die Sugar Houses -- hier ein Modell.
Hier unten wird der "sap" angesaugt und gesammelt. Dann wird er in einem großen Kessel bei mehr als 100 Grad Celsius gekocht, um das Wasser verdampfen zu lassen.
Das ist übrigens eine sehr energieintensive Sache, trotz modernster Technik benötigt man fast ebenso viele Gallonen Heizöl wie man Sirup gewinnt! Auch daher sind die meisten Sirup-Farmen nicht besonders groß. Um aber profitabel arbeiten zu können, müssen die Farmen schon mehrere tausend Bäume haben und anzapfen.
Den Sirup gibt es dann in verschiedenen Qualitätsstufen, die nach der Farbe eingeteilt werden. Kenner schwören, dass sie sich massiv im Geschmack unterscheiden. Der "Light Amber" wird ganz am Anfang der Saison gewonnen und gilt als der beste. "Medium" und "Dark Amber" folgen dann, sind dunkler in der Farbe und eigentlich auch noch ganz lecker. Die Kinder haben jedenfalls alles probiert -- außer Moritz natürlich, der hat sich nur die kleinen Pancakes interessiert, ohne Sirup... Das hat Lotti aber wettgemacht, sie hat mehr Sirup genossen, meistens ohne alles.
Wir waren nicht die einzigen Besucher der Farm, obwohl der Winter temperaturmäßig zurückgekehrt ist: morgens waren es -8 Grad und es wehte ein eisiger Wind. Aber in der guten Stube bei Eierkuchen und Gebäck war es sehr gemütlich.
Und natürlich hielt es uns nicht drinnen: mit dem Pferdewagen ging es noch ein Stück den Berg hoch. Leider nicht bis in den Ahorn-Garten, dort ist es schon zu matschig. Aber den Kindern ging es da schon nicht mehr um den Sirup, sondern um die Pferde! Auch Mattis war natürlich mit, im Tragetuch und er wurde mindestens so bewundert wie der neue Sirup -- so frisch und schon unterwegs!
Mit Maple Syrup würzt und süßt man zum Beispiel Jogurt, Eierkuchen oder Tee. Reiner, echter Sirup ist natürlich etwas teurer. Die Kaufhallen sind aber voll von "Maple Syrup", der eigentlich Mais-Sirup ist und etwa 2% Maple Syrup enthält. Nichts für uns! Unsere Ausbeute: zweieinhalb Liter frischer Sirup. Der sollte eine Weile reichen, vielleicht so bis Mai?
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Nun hat es uns doch erwischt. Moritz hat schon seit dem Wochenende gekämpft und nun gegen eine bösartige Erkältung verloren: roter Hals, Fieber, Schmerzen. Das bedeutet: leiden, weinen, jammern und Ibuprofen ist sein bester Freund momentan. Leider hat sich Micha gleich angesteckt. Bei ihm ist es eine verstopfte Nase nebst verstopftem Kopf und Kopfweh dazu. Nur wir Mädels und Klein-Mattis sind fit bisher. Das wird wohl ein Sofa-Fernseh-Salzstangen-Wochenende.
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Moritz hatte hohen Besuch im Kindergarten: Ed, der Postbote kam vorbei und erklärte den Kindern, wie die Reise eines Briefes nach dem Briefkasten weitergeht. Am besten war natürlich, das Postauto von innen anzuschauen und hinter dem Steuer zu sitzen.
Und Moritz hatte vorher einen Brief an uns vorbereitet und ihn Ed mitgegeben. Am nächsten Tag klingelte es also an unserer Tür und Ed überbrachte Moritz Brief! Wahnsinn! Moritz hat einen großen Brief geschrieben, das Empire State Building braucht einfach viel Platz auf Papier!
"I love you as much as a big house!" -- das war seine Botschaft, die jetzt an unserem Kühlschrank klebt.
Und wer sich wundert, warum Bill Clinton von unserem Kühlschrank lächelt: wir haben alle Präsidenten als Magnetbildchen, die Kinder lernen sie quasi auswendig...
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Micha ist einige Tage zu Hause geblieben, um für uns da zu sein. Während ich im
Krankenhaus war, hat er die "Selbstständigkeitserziehung" der Kinder
vorangetrieben, die ich als Zu-Hause-Mutter nicht so verfolgt habe. Nun kümmert
er sich um mich und Mattis, damit ich ein bißchen ruhen kann zwischendurch.
Micha meint, er könne sogar besonders gut denken, wenn Mattis auf seiner Brust
herumschnuffelt.
Angeblich hat der kleine Mann schon eine dezidierte Meinung zu Cluster-Analysen
geäußert und findet "Manowar" hören nicht ganz so doof wie die Mama.
So ganz ohne Arbeit geht es also nicht beim Papa und wie immer hat er einen
guten Weg gefunden, Arbeit und Vergnügen zu verbinden.
Die Kinder lernen gleich: es gibt noch etwas anderes im Leben! Und Moritz hat
es schließlich auch nicht geschadet -- ein Bild aus dem Jahr 2006.
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Mit Mattis kam der Frühling. Pünktlich vor einer Woche, am 16. März kletterten hier die Temperaturen auf 17 Grad Celsius und die Sonne schien rund um die Uhr. Allerdings scheint die Natur hier noch misstrauisch zu sein, kaum grüne Knospen und nur vereinzelte Frühblüherchen.
Hoffentlich fallen die nicht bald dem Rasenmäh-Wahn zum Opfer! Die Kinder sind jetzt gerne draußen und finden "Fossilien" auf der Straße. Wir machen auch schon kurze Spaziergänge zum kleinen Spielplatz.
Aber jetzt kommt die "mud-season" -- seit gestern Nacht regnet es in Strömen und die Wege lösen sich in Schlamm auf.
Zum Glück bin ich so müde, da wollte ich sowieso nicht raus heute -- warum auch, hab doch den Sonnenschein im Arm!
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Im Krankenhaus war es sehr angenehm, die Schwestern sehr nett und hilfsbereit und es wurde alles getan, damit Mattis und ich uns wohlfühlen. Eigentlich genauso wie in Deutschland auch, nur dass auf dem Speiseplan hier auch Hamburger und Coke zur Auswahl stehen -- lecker...
Und es gibt noch einen besonderen Unterschied: die Lactation Consultants, die in einem eigens eingerichteten Lactation Office residieren. Ich finde, schon dieser Titel lässt aufhorchen und weist auf die bedeutungsvolle Position hin, die "Stillberater" hier haben. Denn Stillen hat Priorität Nr. 1 hier und wird sehr empfohlen.
Einfach Brust raus und Baby ran -- so einfach ist es ja nicht immer und da helfen die Consultants.
Zuerst gilt es, zu erkennen, ob das Baby Hunger hat:
Dann heißt es: Chef-Lätzchen an (erkennst du es, Marianne?) und Stillposition herausfinden. Wir beide als "professionels" hatten da nicht so die Probleme. Während nebenan "cluster-feeding" verordnet wurde, d.h. jede Stunde, jede Brust (!) ran ans Kind; fielen wir relativ entspannt in einen Drei-bis-Vier-Stunden-Rhythmus. Das war allerdings verdächtig, denn es wird dringend empfohlen, das Baby mindestens 8 bis 12 Mal am Tag zu stillen. Also bekamen wir Besuch vom Lactation Consultant, um uns die Lage bewusst zu machen. Diese Damen zeichnen sich nicht nur durch ihr Büro, ihren Kittel und ihre Fütterungslisten aus, nein, sie haben außerdem alle eine Brust in der Tasche. Diese "Taschenbrust" wird hervorgezaubert, um die Vorgänge in und an der Brust plastisch zu erklären. Dramatischer Zusatzeffekt: die äußere Stoffhaut nebst Brustwarze kann abgezogen werden, um auf einem inneren Stoffball anhand aufgemalter Milchbahnen zu zeigen, wie die Milch so in der Brust herumfließt. Schließlich fanden Mattis und ich uns in einem Berg von Kissen wieder -- gestützt, geschoben, gedrückt in die perfekte Stillposition. Ich konnte mich nicht mehr bewegen, Mattis konnte kaum seine Windel füllen, aber wir waren sehr beeindruckt. Hier zu Hause setzen wir uns in einen Sessel, nehmen ein Kissen und dann gehts los.
Weil am Freitag beim ersten Arzttermin festgestellt wurde, dass Mattis schon nicht mehr ab-, sondern kontinuierlich zunimmt, dürfen wir in unserem eigenem Rhythmus weitermachen. Alle vier Stunden wacht das Mattis-Kind also auf, quietscht seine Bereitschaft und trinkt dann in einer knappen Stunde alles leer -- Snacks nimmt er nicht, nur richtige Mahlzeiten zählen (typisch Hanke!). Dann wird die Windel gefüllt, sehr gründlich und bis an die Pampers-Kapazitätsgrenze. Und dann sieht er so aus:
Aber: nach dem Stillen ist vor dem Stillen...
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Schon am Freitag konnten wir Mattis Geburtsurkunde abholen. Auf offiziellem New-Hampshire-Kopfbogen wurde sie ausgedruckt und kostete 12 Dollar. Damit sind wir rüber ins Postamt, um einen Pass für ihn zu beantragen. Es eilte, denn auch hier dauert der Pass lange und wir wollen im April ja schon nach Kanada.
Leider sah Mattis sich nicht genötigt, mitzuarbeiten. Und weil auf dem Pass-Foto beide Augen geöffnet sein müssen, musste Micha ihn eine halbe Stunde durchkrabbeln, kneifen und abküssen, damit Mattis mit beiden Kulleraugen in die Kamera blickte. Nur um danach seine Windel nebst Strampler zu füllen. Jedenfalls haben wir's geschafft -- in zwei bis drei Wochen müsste sein Pass eintreffen und dann ist es amtlich: Mattis kann US-Präsident werden.
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
... da hat eine neue Mami -- ganz unkompliziert -- eine amerikanische
Geburtsurkunde für ihr Drittgeborenes beantragt. Die US-amerikanische
Bürokratie kam in Form einer netten Dame in mein Zimmer und hat sich alles auf
einen grünen Zettel buchstabieren lassen. Sie hat sich eigentlich nur für
seinen Namen und die Elternnamen interessiert -- unsere deutsche Heiratsurkunde
ist total unwichtig, denn wir sind ja sowieso keine US-Staatsbürger -- aber
Mattis, inklusive Sozialversicherungsnummer!
Dies ist also Mattis Willibald Clemens Makosch. Mattis ist sein Rufname.
Willibald und Clemens sind die Vornamen seiner beiden Ur-Großväter
väterlicherseits, von denen unser Opa Willi, zu unserer großen Freude, seinen
dritten Urenkel hoffentlich bald selbst in die Arme nehmen kann (und dann
vermutlich mit ihm Fußball spielen muss). Ur-Opa Clemens hätte Mattis
sicherlich gern das schöne Eichsfeld gezeigt, aber da kann ja die Oma Mechthild
bestens aushelfen. Bis dahin sind wir erstmal auf uns allein gestellt, aber
Papa Micha ist ganz automatisch im Schaukel-Modus angekommen und es gibt noch
jemanden, der schon hilft.
Und noch ein Geheimnis wird hier gelüftet: das Rezept heißt
"Nippel-Stimulation" und ist so einfach, wie es klingt. Wenn die Brustwarzen
stimuliert werden, werden Hormone ausgeschüttet, die die Gebärmutter zum
kontrahieren anregen. Das Gleiche geschieht dann später beim Stillen, so kann
sich die Gebärmutter besser wieder verkleinern. Na, schlauer jetzt? Zur Geburt
selbst gibt es weitere Details nur auf persönliche Anfrage -- ich sage nur:
quick and dirty, nach dreieinhalb Stunden war er da. Bald gehts nach Hause --
yippieh!
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Nach deutscher Zeit ist Mattis fast 24 Stunden alt, hier ist immer noch sein
Geburtstag und gerade ist die Sonne untergegangen -- es war ein ausnehmend
schöner Tag für uns alle. Hier liegt er jetzt neben mir, satt und zufrieden wie
es scheint. Nach kurzer Zeit hatte er den Dreh mit dem Brusttrinken raus, ist
eben ein richtiger Kerl. Er ist sehr kräftig, konnte schon alles leer trinken
und war danach immer noch wach, um mit seinen blauen Augen in die Welt zu
schauen. Außerdem war er sehr damit beschäftigt, seine Windeln zu füllen, was
ihm neben seiner ausgesprochenen Niedlichkeit einen großen Respekt bei den
Krankenschwestern einbringt.
Wir haben ein großes Zimmer für uns mit Morgensonne und Blick auf eine Wand.
Aber ich habe die Augen sowieso immer woanders. Mir geht es gut. Ich kann
aufstehen, essen und schlafen ohne größere Schmerzen. Kein Riss, kein Stich --
alles prima. Unglücklicherweise habe ich aber wieder viel Blut verloren, was
leider längere Untersuchungen direkt nach der Geburt nach sich zog. Aber sie
wissen nicht, woher es kommt und vermuten nun einfach eine Besonderheit meiner
Blutbeschaffenheit während der Schwangerschaft und der Gebärmutter. Wie gut,
das alle Kanülen schon raus waren, als heute nachmittag die Kinder kamen.
Übrigens wurden nun alle an einem Dienstag geboren -- was das wohl bedeutet?
Die aufmerksame Charlotte hat natürlich sofort die vielen kleinen geplatzten
Äderchen an meinen Schultern bemerkt und sich gleich gesorgt. Und Moritz fand
den schlafenden Mattis erstmal langweilig. Mattis hat tatsächlich sehr
hartnäckig geschnarcht und die erste Begegnung mit seinen Geschwistern
verschlafen. Es deutet sich jedoch schon an, dass seine prächtige körperliche
Konstitution ein großer Vorteil sein wird -- die "kleinen Bäckchen und Öhrchen
und Händchen" mussten ausführlich gestreichelt und geknuddelt werden. Hoffen
wir, dass auch er so in sich ruht, dass er den Wirbel einer großen Familie gut
verträgt.
Noch bis Donnerstag bleiben wir hier im Krankenhaus. Mattis wird noch einen
Hörtest machen und eine Hepatitis-B-Impfung bekommen. Außerdem gibt es auch
hier ein staatsweites Screening auf Stoffwechselkrankheiten, für das ihm noch
Blut abgenommen wird. Zwei Tage nach der Entlassung haben wir schon einen
Kinderarzttermin, wo es vor allem um seine Zunahme und das Stillen gehen wird.
Jetzt ruhen wir uns erstmal richtig aus -- gebettet auf das weiche Polster so
vieler guter Wünsche, Dankeschön.
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
...kann er werden! Alles was man dazu braucht ist schon dran oder drin -- und
jetzt kann man ihn auch sehen -- Mattis, keine 15 Minuten alt:
Schon jetzt ist er ein Rekordhalter: Bedeutsamstes Neugeborenes 2010 im
Dartmouth Medical Center, mit 60 cm und 4,275 kg. Das ist kein Scherz! Die
netten Hebammen haben für uns sogar die Waage auf Kilogramm geupdated, um das
abzusichern.
Alle waren tief beeindruckt als Karo ihnen das klassische Thema "Geburt" auf
Deutsch vorgetragen hat -- aber ich greife vorweg. In 20 Minuten stehen die
Kinder auf (auch hier preussisches Timing ;-).
Mehr später...
PS: Echt krasser Tipp Katja! Kann man fast eine Uhr danach stellen -- vielen
Dank.
Update
Das mit den 60 cm klang doch ein wenig zu viel. Beim offiziellen Nachmessen
wurde dann das umgerechnete Zentimetermaß auf 53 cm korregiert. Das Gewicht
hat sich aber nicht geändert. Da waren wohl alle zu aufgedreht, um mit 2,54
zu multiplizieren ;-)
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Charlotte hat wieder ein tolles Schulabenteuer erlebt: sie war eine Woche lang "Star" ihrer Klasse. Dafür haben wir ein Poster über ihr Leben angefertigt.
Sie hat alle Texte selbst geschrieben und es dann ihrer Klasse vorgestellt. Die Kinder haben daraufhin in kleinen Bildern und Texten aufgeschrieben, was sie an Charlotte toll finden, welche Fragen sie noch haben, was ihnen besonders gefallen hat.
Es ist beeindruckend, worauf die Kinder so achten und was sie interessiert. So fanden es zwei Jungs ganz toll, dass Charlotte schon auf Burgen gewesen ist -- gibts ja hier nicht. Viele Kinder fanden ihre Pferde- und Zirkuserfahrungen toll. Die Texte und Bilder hat Charlotte nun in einem Buch geschenkt bekommen.
Was für eine tolle Erinnnerung!
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
... ist noch immer nicht da. Heute wurde kontrolliert und es geht ihm sehr gut.
Er wächst, hat genug Fruchtwasser und ist sehr aktiv. Sein Herzchen pocht und
es scheint, als ob er einfach noch ein bißchen Zeit benötigt. Immerhin hat er
schon schöne Pausbäckchen.
Bis Freitag haben wir noch Schonfrist, dann muss er auf die Welt. Und
mittlerweile überlasse ich es wirklich ihm. Wir haben alles Mögliche versucht,
am besten war noch die Champagnerflasche, die ich nahezu allein niedergemacht
habe. Lecker, aber gebracht hat's nichts. Also warten wir weiter und freuen uns
über alle guten Wünsche und Gedanken, die uns bisher erreicht haben. Diese
Woche wird es definitiv soweit sein, vielleicht wartet er noch auf die Sonne,
die morgen wiederkommen soll.
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Moritz hat echte Musik entdeckt: nein, nicht Reinhard Lakomy, es ist Peter Fox.
Mama hat ein Konzert des Idols aufgenommen und Moritz Lieblingsbeschäftigung
ist nun: selbstgebackenes Brot bei Kaminfeuer im Wohnzimmer essen und dazu
Konzert gucken und dann tanzen oder wahlweise auf dem Weg zum Kindergarten
gaaanz laut im Auto mitsingen.
Unser Affen-King hat zum Glück keinen Hamster zum Erschlagen, weiß aber schon
sehr genau, welcher Speck gemeint ist, wenn junge Frauen hier zum Tanzen
aufgefordert werden. Grenzwertig jugendfreie Texte sind überhaupt kein Problem
hier -- solange sie auf Deutsch intoniert werden! Hihi....
Und noch ein kleines Bonmot aus dem Kindergarten: Eine Erzieherin fragt Moritz,
wie er die Nacht zuvor geschlafen hat (nach seiner Ohrenentzündung). Er
antwortet: "Fine. I slept all night in the belly of a whale!"
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Es gibt Leute, die sind noch viel ungeduldiger als wir selbst: nein, er ist noch nicht da. Aber es gibt keinen Grund zur Unruhe, denn wir sind erst zwei Tage über dem Termin, der ja auch nur als Orientierung dient. Ich bin eigentlich sogar ganz froh, denn gerade erst haben wir eine Ohrenentzündung überstanden, die Moritz Nächte und unsere sehr verkürzt hat. Da ist es doch prima, dass ich mit der wenigen Kraft, die ich momentan habe, nicht auch noch eine Geburt managen musste.
Übrigens kam Moritz sieben Tage "später" -- hat sich geputzt, wie die Oma Olsche zu sagen pflegte. Und das Ergebnis ist doch ein prachtvoller Bengel, also warum sollten wir nicht warten können? Der kleine Mann strampelt, klopft und hat Schluckauf, das alles zwei Zentimeter von meinen Armen entfernt. Und was sind ein paar Tage gegen mindestens sechzig Jahre, die wir noch miteinander verbringen können?
Die Hebammen geben uns noch zehn Tage. Nächste Woche ist ein Kontroll-Ultraschall anberaumt und der Wehenschreiber kommt erstmals zum Einsatz, aber bis dahin kann er schon da sein. Hoffe, dass sich das schöne Wetter hält, denn spätestens Ende nächster Woche sciebe ich hier einen Kinderwagen herum!
Ihr könnt sicher sein, alles wird sofort im Blog berichtet, keine Angst!
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Hier auf dem Lande gibt es auch Pferde. Auch Pferde? Ja, auch Pferde, Väterchen. Weil unsere Lotti ein kleines Pferdemädchen ist und sie in Deutschland schon mit dem Reiten angefangen hat, haben wir uns nun nach Pferdeferien umgesehen. Immerhin hat Lotti acht Wochen Sommerferien und die müssen wir mit Urlaub und Besuchen erstmal füllen. Also eine Woche Reiterhof, dachten wir.
Hier in der Nähe gibt es verschiedene Höfe, doch nicht alle bieten Ferien an. Nach längerer Suche und vor allem gnadenlosem Preisvergleich sind wir nun im Dartmouth Riding Center angemeldet.
Der kleine Hof gehört zum College und liegt eine Viertelstunde von uns entfernt sehr idyllisch im lichten Wald. Sie haben College-eigene Pferde und Einstellpferde hier -- eigentlich alle Größen und Farben.
Die Reiterferien sollen nun Anfang August stattfinden, wenn Micha zu einer Konferenz in New York weilt und ich hier mit dann hoffentlich drei Kindern versauere. Damit eben das nicht geschieht, soll die Lotti jeden Tag von 9 bis 12 Uhr auf dem Reiterhof mit Pferden zusammensein. Lernen, sie zu striegeln und zu satteln und zu reiten. Helme und Stiefel können wir leihen -- und das Kinderlächeln gibts hoffentlich kostenlos.
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
... möchte manchmal doch von Brot allein leben. Als Moritz uns offenbarte, dass er nicht mehr wisse, was Röstbrot ist, war uns klar: wir müssen handeln, um dieses so wichtige Identitätsmerkmal zu erhalten bzw. wieder zu erwecken. Also backte Micha ein Brot, das doppelt so groß war, wie sonst -- ein Laib von 1,5 kg. Dieses Brot sollte drei Tage frisch halten und seine Reste am vierten Tag im Toaster geröstet werden, auf dass es mit Knoblauch eingerieben und schmelzender Butter bestrichen werde könnte.
Und so kam es denn auch ... heute ist der dritte Tag und es sieht ganz gut aus, dass ein kleiner Rest den vierten Tag erlebt. Und dann gibt es wieder Röstbrot, nach acht Monaten Abstinenz.
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Vor einigen Tagen fegte ein beachtlicher Sturm durch Hanover und Umgebung. Unser Bretterhaus wackelte ganz schön, bei Freunden von uns fiel der Strom aus. Heute waren wir zusammen mit Elise und Ollie bei schönstem Sonnenschein auf dem Golfplatz, um die Schäden zu begutachten.
Große, relativ gesunde Bäume waren abgeknickt und alle Pinien und Kiefern hatten die Hälfte ihrer Äste verloren.
Moritz und Charlotte gingen gleich auf Entdeckungstour: man kann ja nicht jeden Tag ins Innere eines Baumes schauen.
Der Golfplatz glich jedenfalls einem Abenteuerspielplatz. Erstaunlich, dass noch nicht aufgeräumt wurde, wo doch alle (vorhandenen) Bürgersteige sonst glänzen. Vielleicht war das nur der Auftakt zur Frühlingssturm-Saison, dann wird es bald noch mehr unfreiwillige Kletterbäume geben.
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Einige von Euch haben schon eine Kostprobe amerikanischer Karten-Manie erhalten. Denn hier gibt es für alles eine Karte -- Bitte, Danke, Geburtstag, Weihnachten, Ostern, Liebe, Feste, Neffenbeschneidung, Nichtentaufe usw. usf.
Nun ist bald St. Patricks Day -- ein Feiertag irischer Abstammung und tatsächlich gibt es hier ja viele Iren, die das oft und gerne betonen. Also basteln die Kinder grüne Kleeblätter im Kindergarten und die Regale sind voller Karten.
Am besten gefallen mir aber momentan "Secretaries-Day" oder Kollegen-Danksagungskarten. Wer seinen Arbeitskameraden also mal so richtig Dankeschön sagen will -- zum Beispiel, weil sie einem die Essenkarte für Sodexho leihen, weil sie mit einem in der Kaffeeküche rumstehen oder aufm Eis-Balkon solidarisch mitrauchen, weil sie Kassetten in den Schnitt nachtragen, weil sie einen nach dem Dreh noch nach Hause bringen oder die Schreibblockade beim Beitrag gelöst haben, weil sie Blogs lesen und Emails schreiben ODER weil sie beim Programmieren helfen, weil sie im Hirn-Bild noch was anderes Cooles entdeckt haben, weil sie Milch für den Espresso mitbringen, weil sie einen bei Regen nach Hause fahren und den eigenen Werkzeugpark öffnen -- alles Super-Gründe, mal eine Karte zu schreiben!!
Ein Hoch auf die Kollegen! Auf die Iren! Auf die Glückwunschkarten!
PS: und wie geübt die amerikanische Post im Zustellen von Karten ist, zeigt ein aktuelles Beispiel: ich selbst habe -- natürlich aus wissenschaftlichen Gründen -- eine Geburtstagskarte nur mit dem Adressfragment Oma Hanke, Falkenberg/Elster, USA losgeschickt und siehe: die Karte kam mit nur drei Wochen Verspätung bei der richtigen Oma im richtigen Falkenberg in Deutschland (!) an.
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Gestern wurde in Hanover gewählt. Es sollte zu einer Steuererhöhung abgestimmt werden. Der Staat New Hampshire nimmt ja kaum Steuern von seinen Einwohnern, vor allem die Grundstückssteuer füllte bisher die Staatskasse. Aber die Wirtschaftskrise haut rein, viele verkaufen ihre Häuser. Um die Budgets zum Beispiel für die Schulen nicht kürzen zu müssen, sollen die Steuern erhöht werden.
In der Schule wurde für ein "Ja" geworben. Vor dem Wahllokal standen aber die Gegner -- 5 % mehr Steuern könnten sie nicht bezahlen, meinen sie. Wir haben derweil erfahren, dass auch solche kommunalen Entscheidungen nur von Staatsbürgern getroffen werden dürfen. Aber wir haben immerhin gezeigt, dass wir hätten wählen wollen... Ist ja auch in Ordnung, dass die Steuerzahler entscheiden, denn dank Abkommen sparen wir hier und zahlen dann in Good Old Germany-- und da dürfen wir auch wieder wählen.
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Charlotte und Moritz haben viele neue Freunde gefunden. Sie waren jetzt schon auf mehreren Birthday-Parties eingeladen und wir haben dabei gemerkt, dass hier einiges anders läuft als bei uns.
So laden viele Kinder die ganze Truppe zur Feier ein. Die findet dann nicht zu Hause statt, sondern wird meist in einer Sporthalle oder Gemeindezentrum organisiert. Immer werden die Kinder geplant unterhalten, es gibt fetten Kuchen und die Feiern dauern strikt von 3 - 6 Uhr oder 3 - 5 Uhr, und nie länger als genau drei Stunden.
Die Einladungen werden per E-Mail an die Eltern geschickt oder sogar per Post, fast nie werden die Karten an die Kinder selbst verteilt. Erst recht nicht, wenn nicht die ganze Klasse eingeladen ist -- man nimmt hier große Rücksicht auf eventuell verletzte Gefühle der Kinder. Auf den Einladungen steht auch drauf, welche Geburtstagsgeschenke in maximal welchem Geldwert willkommen sind oder ob überhaupt, denn viele bevorzugen Sachspenden für eine der Wohltätigkeitsorganisationen. In diesem Fall kaufe ich immer beides: das erfragte Waschmittel/Papiertücher/Hundefutter und ein kleines Geschenk, weil ich es doof finde, nichts zu einem Kindergeburtstag zu schenken. Nach einigen Tagen steckt eine Dankeschön-Karte im Briefkasten oder Charlotte hat sie in der Schule bekommen.
Hi, All.
Your daughters are cordially invited to Riley's 8th birthday party:
DATE: Friday, January 29th
TIME: 4 - 6 PM
PLACE: Recreation Center Hanover
RSVP: Keri
Please come prepared for sledding and snow play. Pizza and birthday goodies will be served. Hope your child can join us!
One more thing, please! Gifts are welcome at a maximum value of $8! Thank you!
Am Wochenende waren wir auf einer sehr gelungenen Party: auf Billingsfarm in Woodstock/Vermont. Micha war arbeiten und präsentierte seinen lange vorbereiteten Workshop vor einer Meute von fast 30 Teilnehmern. Wie gut, dass wir so schön beschäftigt waren. Auf Billingsfarm konnten wir ein kleines Museum mit alten Landmaschinen und jede Menge Tiere anschauen.
Es gab Snacks und Torte und kleine Spielzeuge für die Kinder.
Und dann als Höhepunkt wurde eine Piñata aufgehängt -- eine Papiertorte, die mit Süßigkeiten gefüllt war. Die Kinder mussten mit einem Stock auf sie einschlagen, bis sie endlich platzte und ihren süßen Inhalt über den Kindern ausschüttete.
Nach exakt drei Stunden war Schluss und das Wetter änderte sich. Da sind wir wieder heimgefahren, aber im Sommer sind wir wieder da! Oder schon im Mai -- zur Schaf-Schur.
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.
Der Countdown läuft ab jetzt und wir sind soweit startklar. Schlafen macht keinen Spaß mehr und essen auch nicht wirklich. Der Kleine bewegt sich, ist in der richtigen Startposition. Jetzt kann es jederzeit losgehen. Wäre ja schön, wenn morgen... oder heute nachmittag...? Das würde auch gut passen, weil Moritz da im Kindergarten ist. Ich finde, das Baby kann sich ruhig in den bestehenden Familientagesablauf einpassen. Und das, wo doch Geduld nicht meine größte Stärke ist. Immerhin hatte ich ja auch schon zwei Mal Geduld in meinem Leben! Muss eigentlich reichen...
[]
Für Kommentare hier entlang.
Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an
blog@voxindeserto.de.