Man kann sie nicht genug bewundern: nicht nur, dass sich Charlotte binnen weniger Monate auf das (Sprach-)Niveau einer amerikanischen Zweitklässlerin gearbeitet hat, nebenbei üben wir zu Hause noch Deutsch. Es geht ja auch darum, in welche Klassenstufe eingeschult wird, wenn wir nächsten Sommer wieder nach Hause kommen. Mit ein paar Knabbereien schreibt es sich leichter.
Wir haben jetzt angefangen, "Harry Potter" auf Deutsch zu lesen, denn Lotti findet es mittlerweile bequemer, englische Bücher zu lesen. Sie leiht sich jede Woche zwei Bücher aus der Schulbibliothek und liest zusätzlich in den Büchern, die ihre Englischlehrerin ihr mitgibt. Nun findet sie den "Harry" sehr spannend und liest auf jeder Seite einen längeren Absatz. Das Lesen deutscher Texte ist nun deutlich flüssiger geworden, fast so gut wie in Englisch. Wir haben die Arbeitsbücher und Übungshefte für die 2. und 3. Klasse aus Halle mitgebracht. Wenn Lotti keine Hausaufgaben auf hat, machen wir zwei bis drei Seiten. Immer, wenn sie ein oder zwei Themengebiete geschafft hat, lockt ein kleines Geschenk. Sie denkt dabei auch an ihren Moritz und so düsen beide jetzt auf neuen Rollern durch die Gegend. Ich hoffe, dass wir am Ende der Sommerferien die 2. Klasse geschafft haben.
Weil die Kinder hier immer noch in Druckschrift und mit Bleistift schreiben, übt Charlotte weiterhin mit ihrem Füller und schreibt richtig gut. Ich habe ihr nun neues Briefpapier gekauft, denn Briefe hat sie bisher nicht so gerne geschrieben. Das ändert sich jetzt hoffentlich -- und eine hat das Glück, bald einen Brief von Lotti zu bekommen, ganz allein ausgedacht und aufgeschrieben und fast alles richtig.

