Live free or die, Meiner!

Stimmen aus der Wildnis

Sommerbesuch

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Fr, 30 Jul 2010
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Marianne und Tiziano aus Berlin sind da. Eine schöne Gelegenheit für Micha, den armen Tiziano anzustellen, ein paar Programmierprobleme mit ihm zu lösen. Dafür konnten Marianne und ich ungestört das Leben durchsprechen. Wir haben es uns einfach gutgehen lassen, waren gut essen, spazieren und schwimmen.

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Dabei zeigte sich ein durchschlagender Erfolg: Moritz ist nicht mehr wasserscheu. Zwar ist er nach wie vor sehr vorsichtig, traut sich aber allein und tiefer hinein und duschen ist absolut kein Problem mehr.

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Abends gabs ein schönes BBQ mit Burgern und einem Riesenstück Rindfleisch, das Micha mit seinem Fleischthermometer präzise "medium" grillen kann. Marianne hat gleich noch ein kostenloses Hairstyling bekommen.

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Und auch Mattis bekam extra-Zuwendung und das gefällt ihm besonders, wenn sie von schönen Frauen kommt.

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Und das alles bei bestem Sommerwetter: tagsüber bis 30 Grad, sonnig und briesig und nachts kühlte es sich ab auf 14 Grad. Erholsamer Schlaf inbegriffen. Micha, Marianne und Tiziano haben noch eine schöne Wanderung entlang des Appalachian Trails gemacht und den Moose Mountain erklommen. Elche haben sie aber aber nicht gesehen, dafür aber auch keinen Bären.

Morgen fahren sie alle nach New York zur Debian Conference und wir vier Kleinen bleiben eine Woche allein, aber Lotti freut sich auf die Pferde!

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Endlich Beeren

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So, 25 Jul 2010

Nach ausführlicher Telefonrecherche habe ich nun herausbekommen, wo man jetzt schon Beeren pflücken kann. Nicht alle Farmen haben alle Sorten, aber "Darling's Berries" in Canaan (natürlich in der Nähe von Lebanon) am Mascoma Lake hat Hochsaison. Hier wachsen Blaubeeren mehrerer Sorten und es gibt eine Riesen-Himbeerhecke.

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Bei einer Affenhitze kamen wir an und rüsteten uns mit kleinen Eimern aus. Zuerst gings in Blaubeerfeld. Dabei muss man wissen, dass hier die Blaubeeren an hohen Büschen wachsen und man sich nicht wie im Wald bücken muss. Dass die Früchte so riesig sind, ist auch eine Frage der Züchtung.

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Nur leider färben sie nicht den Mund! Es gibt viele Sorten wie "BlueJay" -- sehr aromatisch, "Herbert" -- eine späte Sorte und die dicksten Beeren kamen natürlich von den "Patriot"-Büschen. Den Kindern wars egal, sie haben fleißig gepflückt.

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Moritz fand es sehr spannend, doch während Lotti halb und halb in den Mund und in ihren Eimer sammelte, hat er bisher nicht eine einzige Beere gegessen. Auf die Bitte, doch eine zu kosten, meinte er: "ich entscheide selbst über mein Leben!"

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Micha hatte sich da schon mit Mattis ins Auto zurückgezogen. Es war einfach zu heiß für den kleinen Kerl. Die Großen haben mich noch tapfer in die Himbeeren begleitet, dort aber lieber im Schatten gerastet.

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Nach anderthalb Stunden hatten wir ca. 700 g Himbeeren und mehr als zwei Kilo Blaubeeren gepflückt. Die gab es zu Hause mit Milch und viele wurden eingefroren und wenn ich ein tolles, einfaches Blueberrie-Pie-Rezept gefunden habe, werde ich es Euch verraten!

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Die Erdbeeren haben wir nun schon verpasst. Wir haben zwar viele gegessen, aber keine selbst gepflückt. Nun gibt es hier in der Gegend viele kleine Farmen und Höfe, wo man Bio-Obst und Bio-Gemüse kaufen kann oder auch "grass-fed beef" -- also Fleisch von Kühen, die mit Gras gefüttert wurden.

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Diese Farmen tragen so schöne Namen wie Riverview-Farm oder Four-Corners-Farm.

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Wir habe uns aufgemacht, um Himbeeren und die berühmten Blaubeeren zu pflücken, aber beide Farmen, die wir besuchten, hatten zu. Einmal weils Freitag nachmittag war und dann waren die Beeren hier noch nicht reif. Dafür kamen wir an einem Milch-Hof vorbei und durften die Kühe besuchen.

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Auf diesem Bild ist Charlottes neueste Errungenschaft zu sehen: ein Stimmungsring. Mittlerweile kennt die ganze Familie die verschiedenen Farbschattierungen und deren Aussagen -- auf dem Bild hier ist Lotti entspannt, oft zeigt sie jedoch auch gemischte Gefühle und es ist auch schon vorgekommen, dass sie liebevoll war. Weil sie den Ring anfangs nicht ablegen wollte, fängt er nun an, zu rosten und wir fragen uns, wie wir ohne ihn wissen sollen, wie Charlotte sich fühlt. Das Kälbchen jedenfalls hat sie offensichtlich nicht verärgert, die Kälber sind ja auch noch sehr jung und ziemlich niedlich, aber schnell wurde die Aufmerksamkeit der Kinder auf etwas ganz anderes gelenkt.

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Das Kätzchen schien das einzige Kleine hier zu sein. Und es kam, wie es kommen musste:

Play video

Habt ihr den Mattis gehört? Er war nämlich überhaupt nicht zufrieden ob des Kuh-Geruchs. Als ich das Auto nahe des Misthaufens parkte, hat er noch gelacht, dann hat er nur noch gebrüllt und wollte auch nicht in seinem Wagen sitzen. Nur getragen und besprochen, hat er halbwegs stillgehalten. Zum Ausgleich waren wir danach noch in einem Blumengarten. Dort wuchsen viele von Lottis Lieblingsblumen: Löwenmäulchen und wir konnten erst wieder fahren, nachdem sie wirklich sicher war, dass alle Blüten ihre Mäulchen öffnen konnten.

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War auch kein Problem, hier herum zu laufen, obwohl das eine normale Gärtnerei war. Schön, dass die Leute so offen sind. Es gehört wohl zum guten Ton, den Kunden zu zeigen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. In die Melkräume auf dem Milchof durften wir natürlich nicht, aber wer rechtzeitig kommt, kann die Kühe beim Melken durch eine Glasscheibe beobachten. Wir haben eine halbe Gallone (ca. 2 l) Milch mitgenommen. Die kostete 2,50 $, während eine ganze Gallone in der Kaufhalle 4 $ kostet. Die frische Milch ist nicht viel teurer und schmeckt wirklich besser, auch als Kakao.

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... schwimmen hat Moritz nun tatsächlich seine Angst abgelegt. Er bespritzt sich zwar immer noch nicht gerne, aber er tut es immerhin und ertrinkt nicht dabei.

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Er steigt sogar aufs Sprungbrett, allerdings ohne zu springen, sondern er lässt sich nach unten heben. Und danach schippert er auf dem "Zauberteppich" durchs tiefe Wasser.

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Ganz anders unsere Lotti. Die steigt drauf, nimmt sogar Anlauf und springt ins Becken. Beim "Arschbombenwettbewerb" im Nordbad hätte sie bestimmt den 1. Platz gemacht -- bevor sie ins Wasser taucht, rollt sie sich noch zur Kugel zusammen!

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Diese Woche war es etwas kühler hier, manchmal hat es sogar geregnet. Trotzdem Sommerwetter und tatsächlich waren die Kinder diese Woche sehr gut ausgelastet. Jeden Tag schwimmen und sie waren abends schön müde und friedlich. Das entschädigt für das Gerenne, das Mattis und ich hatten und dass der Kleine im Liegestuhl gestillt werden musste.

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Wie wir Deutschen die unsinnige Verlängerung an sich sinniger Wörter lieben, so mögen es die Amerikaner, alles bis zur Unkenntlichkeit zu verkürzen. So existieren zum Beispiel Vornamen wie James und Robert nur auf dem Papier, denn Jims und Bobs laufen herum. Eine Bekannte mit dem schönen Namen Miriam wird nur Mickey genannt... Micha konnte sich des "Mike" erfolgreich erwehren, die Kollegen schätzen ihn so, dass sie ihm zwei Silben gönnen. Im Straßenverkehr zeigt sich ebenfalls, dass es besser ist, es kurz zu machen:

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Ja, kein "Fußgängerüberweg", ein Ped-xing, also irgendetwas mit "pedestrians" = Fußgängern, das muss reichen. Dieses Schild gibt es auch für Reiter (Equ-xing) und sogar für Katzen (cat-xing). Genauso verhält es sich mit Berufsbezeichnungen, Gegenstandsnamen und natürlich Daten: einen 9/11 würde es in Deutschland wohl niemals geben, allerdings ist 11. September auch weniger griffig. Ebenso griffig finde ich, dass viele Dinge intuitiv benannt sind. So gibt es hier keinen Reißverschluss (man lasse sich das Wort bitte auf der Zunge zergehen!), sondern einen zipper, denn das Ding macht nunmal "zip", wenn man es bedient und das Wort ist natürlich sehr viel kürzer. Also ich liebe ja die deutsche Sprache, doch nehme mir ab heute ein Beispiel und verpreche hiermit, nie wieder eine solche Überschrift zu benutzen!

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Fußball ist vorbei, jetzt ist Schwimmen angesagt. Wir gehen dazu zum Storrs Pond. Das ist ein "Naherholungsgebiet" nahe der Schule. Dort ist ein hübscher Teich, den kaum einer besucht zum Baden und ein betonierter, umzäunter Pool, der rappelvoll ist. Und dort werden die Schwimmstunden angeboten.

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Erwartungsgemäß stürzte sich Lotti todesmutig ins tiefe Becken. Die neuen Kraul- und Rückenschwimmbewegungen sind allerdings eine Herausforderung für sie, aber das liebt sie ja. Ich bin sehr froh, dass sie jetzt so gut schwimmen kann und ich keine Rettungseinsätze mehr machen muss. Wie das eine Mal, als sie gerade vier Jahre alt und mit mir und Baby Moritz ins Nordbad ging. Ich habe vollgepackt den Wagen geschoben, Charlotte stürmte vor, sah einen Kindergartenkumpel im Becken und stürzte sich Hals über Kopf in ihren Sachen ins Wasser. Zwar ins Kinderbecken, aber eben an der tiefsten Stelle. Ich habe geschrien und ein Freund bemerkte Charlotte und fischte sie aus dem Wasser. Mir ist fast das Herz stehengeblieben. Sie ist eine Wasserratte geblieben. In den nächsten zwei Wochen werden wir jeden Tag schwimmen gehen und sie wird auch den Kopfsprung und tauchen lernen.

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Moritz hat dagegen in der allerersten Schwimmstufe begonnen. Der Fußball-Star ist ja eher wasserscheu, will jetzt aber sein "Starfish" schaffen. Anfangs war er noch sehr ängstlich, selbst duschen lässt er sich nicht gern. Aber jeder kleine Starfish hatte auf einmal eine attraktive Begleiterin und da ging es Moritz schon viel besser.

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Er wird erstmal keine echten Schwimmbewegungen lernen, sondern sich ans Wasser gewöhnen und lernen, wie man sich verhält und dass man keine Angst zu haben braucht. Am Ende der zwei Wochen soll er sich halbwegs über Wasser halten können.

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Wenn man bedenkt, dass ich ihn letztes Jahr noch ins Wasser tragen musste und er sich immer an mich geklammert hat, ist das doch schon ein Riesenfortschritt.

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Riesenfortschritte auch bei Mattis: er ist nun 69 cm groß und wiegt 8030 g. Damit liegt er jeweils weit über dem Durchschnitt der viermonatigen Babies. Er hat die nächsten Impfungen bekommen und liegt hier platt herum. Im Schwimmbad hat er allerdings alles vom Bauch aus beobachtet und wie er sich umdreht, das sieht dann so aus:

Play video

Na, ist das nicht herrlich? Hier scheint die Sonne und alle sind gesund und bald bekommen wir schon wieder lieben Besuch und Elise ist bald wieder da... Kann es einem besser gehen? Naja, vielleicht in Halle im Nordbad oder im Eiscafé auf dem Markt oder im Peißnitzhaus sitzend oder im Großraumbüro, 8. Etage.... Das kommt ja alles bald wieder. Jetzt werden wir erstmal jeden Tag alle Kinder zum Schwimmen fahren und wieder abholen und ins summercamp und in die KiTa bringen etc. pp. Carpe diem.

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Monday, Monday

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Mo, 19 Jul 2010

Das Wochenende über haben wir eigentlich ausschließlich telefoniert. Ach nein, wir waren noch auf dem Hanover "StreetFest". Es war zwar sehr heiß, aber es gab ein paar lustige Stände, z.B. mit Batikklamotten, Glaswaren und auch amerikanischen Quilten.

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Das will ich auch noch lernen hier, werde mich im Herbst mal in der "Volkshochschule" einschreiben. Das Fest war mehr so eine Werbeveranstaltung für die Innenstadt-Läden und man traf die halbe Stadt. Außerdem gab es echte Lemonade, sehr erfrischend und schön sauer.

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Wir hatten auch noch Zeit, uns mit unseren Nachbarn zu treffen, die nun leider ausziehen werden. Sie haben sich in der Nähe ein Haus gekauft und werden in zwei Wochen mit Hund und Kind übersiedeln. Unsere neuen Nachbarn werden ein Neuseeländer aus dem Alte-Sprachen-Institut und seine kanadische Frau sein. Es bleibt also bunt hier.

Bunt war es auch im Kino: Toy Story 3 ist absolut sehenswert und 3D macht Sinn. Micha war mit den Kindern und hatte endlich mal sein interaktives Kinoerlebnis. Denn Charlotte und Moritz sitzen nicht wie andere Kinder im Kinosessel und genießen gebannt den Film. Nein, jede Gefühlsregung wird lautstark kundgetan, was dazu geführt hat, dass ich mit ihnen prinzipiell weiter hinten an den Gang setze, um notfalls flüchten zu können. Bei "Where the wild things are" musste ich Moritz tatsächlich festhalten, während beide laut geheult haben, als der Junge sein Lieblingsmonster verließ. Bei anderen Gelegenheiten ging es zu wie im Kasperletheater und die Kinohelden mussten vor dem auftauchenden Drachen gewarnt werden. Obwohl wir öfter geübt haben, wie man sich im Kino verhalten sollte, gehen die Emotionen einfach mit ihnen durch -- und diesmal gab es Riesengeschrei, als die Spielzeuge in der Müllpresse landeten...

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Trotzdem wir so schöne Wolken hatten, hat es nicht geregnet. Die Nächte sind aber angenehm, so dass wir uns ein bißchen erholen können. Mattis steckt das Wetter zum Glück sehr gut weg und trägt einfach weniger auf seinen Speckröllchen.

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Nicht viel Zeit zum bloggen, das war diese Woche. Moritz hatte sein Fußball-Camp und war jeden Abend sehr müde: drei Stunden Training und das bei teilweise über 30 Grad Hitze jeden Tag. Trotzdem ist er sehr glücklich und wünscht sich zum Geburtstag Fußballschuhe.

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Charlotte hat ihre erste Woche Ferienspiele hinter sich gebracht und viele Freunde wiedergetroffen und neue gefunden. Sie genießt es, mit anderen Kindern zusammen zu sein. Beide Großen sind total braun geworden. Mattis kullert herum und ich muss ihm assistieren, denn er kommt von allein noch nicht zurück auf den Rücken, schafft es aber seine komplette Spieldecke nass zu sabbern. Und er hat eine neue Mütze!

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Micha arbeitet zwei Wochen Ferien nach und schafft es glücklicherweise immer noch, zum Abendessen zu Hause zu sein, aber ein bißchen fertig sieht er schon aus. Der Liebe, Gute, nein so ein Mann! Seine einzige Zerstreuung bestand im Besuch eines Vortrages von Michael Bloomberg, dem Bürgermeister von New York City. In einem total überfüllten Hörsaal in Michas Bürogebäude sprach er heute über New York City und warum er lieber dort Bürgermeister sei als Präsident der USA: er dürfe letztlich entscheiden, sein Budget ist größer als das mancher Bundesstaaten und mit der New Yorker Polizei verfüge er über die schätzungsweise achtgrößte Armee der Erde. Er wolle auch deshalb nicht Präsident werden, weil seine Ansichten zu liberal für das ganze Land seien: er sei für Abtreibung, für legale Immigration von Ausländern in die USA und glaube außerdem, dass Darwin recht hatte. Den Dartmouth-Studenten riet er, gut zu lernen -- und auch mal was zu trinken.

Nun ist bald Halbzeit hier und ich arbeite bereits an unserer Rückkehr: wir haben zwei Plätze im neuen bilingualen Kindergarten in Halle bekommen. Habe uns einfach beworben und anscheinend passen wir ins strenge Auswahlmuster und die Kinder gelten nun als englischsprachig erzogene Intelligenz-Sprösslinge -- sie sind wohl alles, was eine Stadt in Sachsen-Anhalt sich nur wünschen kann. Dort werden Moritz und Mattis die Möglichkeit haben, weiter zweisprachig aufzuwachsen und ihr Englisch zu entfalten, bis für Moritz dann in den ersten beiden Schuljahren Pause ist. Charlotte wird übrigens definitiv in die 4. Klasse eingeschult werden und zwar ohne zusätzlichen Test, einfach altersgemäß. Sollte es dann noch Probleme geben, kann sie freiwillig im Halbjahr in die 3. Klasse zurück. Das alles habe ich schonmal herausgefunden. Und nun muss ich noch ran, unsere nächste Reise zu planen. Nachdem sich unsere Flugzeug-Wohnmobil-Idee als zu teuer erwiesen hat, werden wir wohl wieder im Meiner-Mobil unterwegs sein. Diesmal in Richtung Großer Seen, Chicago und Prärie. Die Rockies frühstücken wir wahrscheinlich im November ab, wenn wir Micha zu einer Konferenz in Kalifornien begleiten. Das Leben ist bunt, und fliegt!!

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Keep moving

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Mi, 14 Jul 2010

Sternzeit 130720101448: Mattis verlässt seine stabile Rückenlage und schwingt sich über seinen linken Arm. Die Spieldecke wird zu klein.

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Er landet sicher auf seinem Kullerbauch und stützt sich auf seine Unterarme. Vor Aufregung kaut er auf der Spieldecke herum.

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Er lächelt und testet seine neue Perspektive. Dann bemerkt er, dass er nicht zurückkommt. Er ruft und Mama wendet das Baby sicher in die Rückenlage zurück. Na, wenn das kein stolzes Mattis-Kind ist!

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Die deutsche Mannschaft kann Hoffnung schöpfen: Moritz geht wieder zum Training und ist heute an seinem 1. Tag respektvoll begrüßt worden. Schweini, Poldi und Özil sind allen Trainern bekannt und man bedauerte allgemein, dass sie "nur" den 3. Platz gemacht haben. Moritz gilt als deutscher Nachwuchsspieler.

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Diesmal richtet das Dartmouth College das Fußballtraining aus. Moritz Trainer Angus kommt aus Schottland und pflegt seinen Akzent, allerdings müssen sich die Kinder daran gewöhnen. Als er sie das erste Mal aufgerufen hat, hat keines seinen Namen verstanden. Neun Uhr morgens geht es los, mittags ist es dann schon heiß und die Kids entsprechend müde. Moritz ist in der Gruppe der 5 - 7jährigen. Das macht es ihm diesmal schwerer, vorne mitzuspielen. Aber er wird mehr und mehr zum Mannschaftssportler und geht auch mal in die Verteidigung, wenns sein muss.

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Ein schönes Erlebnis hatten wir mit ihm letzte Woche im Kindergarten. Dort spielten die Kinder mit einem Studenten Fußball. Moritz erzählte mir dann, dass er und Sam (der Student) alleine in einer Mannschaft waren und gegen sechs andere Kinder gespielt hätten. Als ich ihn fragte, wieso er nicht auch in der Kindermannschaft gespielt hätte, meinte er, er wollte Sam doch nicht allein spielen lassen. Und so haben sie eben verloren, aber immerhin als Mannschaft. Der Junge hat ein großes Herz. Heute hat Moritz schon ein Tor geschossen, er ist ehrgeizig. Mattis muss auch mit zum Training. Er trainiert, sich umzudrehen -- aber im Schatten.

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Die zweite Ferienwoche mit Michas Eltern war vor allem heiß, aber schön. Erst am Donnerstag wurde es vergleichsweise angenehm und wir konnten das Haus verlassen. Bisher hatten sie zwar Maine kennengelernt, aber all die Attraktionen rund um Hanover warteten ja noch. Also sind wir auf unseren Pine Trail, um die Füße im Connecticut River abzukühlen.

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Dann befuhren wir die River Road am Fluss entlang und bewunderten die wunderschönen Flussinseln.

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Das Wochenende waren wir wieder unterwegs, haben gut gegessen, Fußball geschaut und zu guter Letzt noch ein PowWow besucht, das hier ganz in der Nähe im Indian Museum in Warner stattfand.

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Erstaunlicherweise waren hier mehr "weiße" als "rote" Indianer. Ich muss doch mal recherchieren, ob die Stämme schon so durchmischt sind oder ob man einfach so Mitglied werden kann. Für Mechthild und Stefan noch ein weiterer Eindruck von diesem Riesenland, zu dem natürlich auch eines der Lieblingsziele der Amerikaner selbst gehört: Vermont. Wir machten einen Abstecher über die Grenze und erkannten "Misses Tex" in einer Autobude.

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Wir fuhren an vielen roten Farmhäuschen vorbei und an den berühmten überdachten Brücken. Und in Woodstock sprudelten wir über vor Glück.

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Dass es nicht DAS Woodstock ist, macht ja nix. Heute sind sie wieder heim gefahren. Das Haus ist leer, die Waschmaschine rumpelt und ich bin noch müde von den vielen schönen Abenteuern, die wir erlebt und Gesprächen, die wir geführt haben. So können wir die Zeit bis zum Wiedersehen nächstes Jahr gut überstehen. Bis bald, Oma und Opa.

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Aus der Traum

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Do, 08 Jul 2010

Deutschland gegen Spanien, 0:1. Wir sind extra in Michas (klimatisiertes) Büro gegangen, haben die Fahne aufgehängt, kaltes Bier mitgebracht und mit dem Beamer das Spiel geschaut. Lotti wollte sogar per 3D helfen.

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Chinesen, Koreaner, Ukrainer und Amis waren an und auf unserer Seite, und trotzdem hats nichts gebracht. Nicht Fußball-Weltmeister. Unser Experte war untröstlich.

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Zum Glück hatte der Opa beim Frühstück den Käse in den Kaffee fallen lassen, sonst wäre der Tag echt traurig gewesen. Wir leiden gerade unter einer Hitzewelle. Seit Sonntag sind 35 Grad im Schnitt und auch nachts kühlt es sich kaum ab. Das fesselt uns ins Haus, das sich nun aber so aufgeheizt hat, dass wir uns in klimatisierte Restaurants retten müssen. Also sind wir heute ins "Yama" gegangen und haben Mechthild und Stefan mal wieder was Neues gezeigt.

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Scharfes Schweinefleisch-Bulgoki, Sushi und alles auch noch mit Stäbchen essen. Zum Glück hat uns das nicht so sehr ins Schwitzen gebracht. Trotzdem gehen alle ständig duschen, auch Mattis schwitzt dolle. Im Bad konnte sich der arme Kleine ein bißchen abkühlen. Lotti assistiert.

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Aber heute abend solls gewittern, hoffentlich wird es besser. Am Wochenende wollen wir nämlich zu den Indianern.

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Der Independence Day begann sonnig und entwickelte sich zur Hitzekeule und seitdem ist es wenig kühler geworden. Trotzdem sind wir auf den Green spaziert, um der traditionellen Parade beizuwohnen. Hanover ist nur eine kleine Stadt, daher war die Parade auch nicht so lang, aber alle wichtigen Persönlichkeiten der Stadt waren anwesend. Eine Postkutsche markierte die gloriose Anfangszeit der Stadt im 18. Jahrhundert.

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Außerdem zeigten ein paar Oldtimer-Liebhaber ihre Automobile, immer schön geschmückt in Red-White-and-Blue.

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Es ging zu wie auf einem richtigen Volksfest, auch die Feuerwehr präsentierte sich auf dem Rasen und die Kinder nutzten die Gelegenheit. Lotti trug zur Feier des Tages ihre Colonial-Day-Schürze und Haube.

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Micha erklärte derweil einem Feuerwehrmann, der nächste Woche nach Bremen fährt, dass er sich das Public-Viewing nicht entgehen lassen sollte. Dass es dort auf offener Straße auch Bier zu kaufen gäbe, imponierte dem Firefighter besonders. Lotti lieh sich derweil seinen Helm aus.

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Unsere Lieblingsakteure waren die Musiker einer lustigen Brass-Band namens "Mad Bavarians" -- die spielten "Die Berliner Luft" -- mitten in Hanover, als Bayern.

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Es war eben wirklich heiß!

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Bar Harbor ist der größte Ort auf Mount Desert Island mit immerhin 5000 Einwohnern, die vornehmlich vom Tourismus und vom Fischen leben. Die Übernachtungen sind hier am teuersten, daher haben wir uns auch ein Cottage in Bass Harbor gesucht. Der Ort ist aber schöner: hübsche Kneipen und Läden sind eine tolle Abwechslung zu den Naturwundern der Insel.

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Es war herrliches Wetter -- genau richtig für eine Einkaufstour. Stefan ist fasziniert von den Steinen hier und besuchte gleich mal "Willis Rock Shop". An der Küstenpromenade reiht sich Laden und Kneipe und überall kann man Lobster essen.

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Mittags brachen wir zum Whale Watching auf. Das Schiff war größer und schneller als das, mit dem wir letzte Jahr in New Hampshire Wale beobachtet haben. Es fährt auch auf Robbentour oder zu "Puffin"-Brutplätzen, das sind Papageientaucher.

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Mit 95%iger Wal-Garantie! Hier weiter nördlich schwimmen die Wale näher an der Küste entlang und wir sahen mehrere Buckelwale.

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Jeder Wal hat eine individuelle Schwanzflosse, einzigartig wie ein Fingerabdruck. In Bar Harbor gibt es eine Naturschutzorganisation, deren Mitarbeiter jeden Tag auf den Touren Wale beobachten und fotografieren. Mehr als 1000 unterschiedliche Tiere haben sie bereits registriert. Einen Wal beobachten sie seit 1972 jedes Jahr in der Bucht von Maine. Wir haben dieses Mal auch Delfine gesehen, die zusammen mit einem Buckwal unterwegs waren.

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Nach vier Stunden waren wir zurück und unser kleiner Mattis hat fein geschlafen auf dem Schiff. Nach dem Stillen haben wir Großen eine urige Kneipe mit gutem Essen und Fernseher überm Tisch gefunden, wo Uruguay gerade gegen Ghana gewann. Was will man mehr?

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Und hier nochmal der Blick über die Bucht von Bar Harbor im Abendlicht.

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Übrigens ist es hier auf Mount Desert Island so schön, dass Gott sogar seine Eltern hier hat begraben lassen

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Wer wundert sich da noch, dass wir mit Wehmut wieder abfuhren.

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Samstag ging es zurück, mit Zwischenstopp bei einem großen Klamotten-Outlet. Und vorbei an Fort Knox, einer der ältesten Befestigungsanlagen an der amerikanischen Küste, allerdings werden hier nicht die Goldreserven gelagert.

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Schwer bepackt ging es dann heimwärts, damit wir pünktlich zum Nationalfeiertag 4. Juli wieder in Hanover sind!

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WM in Maine

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So, 04 Jul 2010

Moritz hat von den Großeltern ein "Stürmer"-T-Shirt bekommen, das man ihm nur, wenn er tief schlief, vom Bauch fädeln konnte. Damit es mal gewaschen werden konnte. Immerhin spielt Moritz jeden Tag Fußball und hat im Opa Stefan einen geduldigen Torwart gefunden. Und natürlich haben wir Fußball geschaut, auch wenn die Deutschland-Spiele auf Hin- und Rückfahrt fielen. Micha hat alles aufgenommen. Den ersten Sieg über England haben wir in unserem Cottage in Maine bejubelt.

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Gestern kamen wir zu Hause an und haben beim Abendessen das 4:0 gegen Argentinien erlebt. Moritz war mit seinem Luft-Tipp am nächsten dran. Alle anderen meinten, Moritz sollte froh sein, wenn sie 2:1 gewinnen würden. Der Experte ließ sich wenigstens von 6:1 auf 4:1 runterhandeln -- und die Argentinier wollten nicht mal den Ehrentreffer machen, den Moritz ihnen noch zugestanden hätte. Also Moritz findet Messi jetzt nicht mehr so toll.

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Am Donnerstag haben wir es uns einfach nur gutgehen lassen. Mattis mochte nicht mehr im Tragetuch stecken und so hat Micha einen Strandspazierweg ausgesucht, der mit dem Wagen halbwegs befahrbar war. Und so sind wir den Shipyard-Trail entlanggewandert.

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Bei Ebbe saßen wir an einem steinigen Strand und haben Steine gesucht. Die Inseln sind durch die Eiszeit entstanden und die Gletscher haben Steine aller Art hier abgelegt. Maines Staatsstein ist übrigens der Turmalin, der in allen Regenbogenfarben vorkommen kann. Hätte man auch schönen Schmuck kaufen können... Zum Baden wäre es sowieso zu kalt gewesen und es gibt auf Mount Desert Island auch nur wenige Sandstrände. Charlotte hat sich vom Opa die Steine erklären lassen.

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Und das war der Blick von der Klippe.

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Trotzdem es bewölkt war, hat die Sonne ganz schön geknallt und wir sind alle brutzelbraun geworden. Und wir mussten so lange wie möglich Jacken tragen, die UV-Belastung war sehr hoch.

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Oma Mechthild hat den kleinen Mattis genossen und kann kaum verstehen, wieso der so ein ruhiges Kind ist, wo doch die anderen beiden kaum zu bremsen sind. Umso schöner lässt es sich kuscheln.

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Aber Mattis musste auch seine Übungen machen, er muss doch noch größer und noch stärker werden, und das kann Micha am besten.

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Seeluft und Ausflüge haben Mattis sehr hungrig gemacht und er hat keinen Morgen länger als bis 5 Uhr durchgehalten. Und abends saßen wir natürlich bis spät zusammen, um uns das Neueste zu erzählen. Stefan hat leckeres Trockenobst ausgesucht, die gelben amerikanischen Pflaumen sind sehr zu empfehlen und auch das Bier von der Insel, aus der Bar Harbor Brewery schmeckt ganz gut -- vor allem Frauen, da es ziemlich malzig ist. Achja, und Gott hat hier nicht nur ne Tankstelle, sondern sorgt auch für die Müllabfuhr. Deshalb haben die Maine wohl auch ein Pfandsystem...

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Heute schien schon am Morgen die Sonne und wir brachen auf, alles zu besuchen, was man bei klarer Sicht besuchen sollte. Den Acadia Nationalpark kann man -- ganz amerikanisch -- per Auto erkunden. Eine Rundstraße führt zu schönen Aussichtspunkten wie dem Mount Cadillac.

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Der Mount Cadillac ist der höchste Punkt der Atlantikküste. Oben ist ein großer Parkplatz für all die Riesenautos, die hier heraufkurven. Der Gipfel ist im Prinzip betoniert und man kann überall herumkraxeln.

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Vor allem aber hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Inseln rundherum.

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Oben gibt es im Acadia Shop viele schöne Sachen, da können sich ein paar Leute schon mal freuen. Ganz besonders Mattis, auf den jetzt ein Nachzieh-Hummer, von Oma und Opa verehrt, wartet.

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Die Straße führt weiter rund um Mount Desert Island, das übrigens so heißt, weil der Forschungsreisende Samuel de Champlain zuerst nur kahle Felskuppen gesehen hat. Es gibt nur wenige Sandstrände, meistens braust die Brandung an die felsige Küste.

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Ein besonderes Schauspiel haben wir am "Thunder Hole" erlebt: in einem engen Felseneinschnitt brechen sich große Wellen und es knallt ganz schön.

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Am Otter Point hat man nochmal einen herrlichen Blick auf den Atlantik und die bewaldeten Felsküsten.

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Mechthild nutzte die Brise und brachte den Kindern ein bißchen Chi Gong bei.

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Nach einigen schönen Spaziergängen durch Gärten und Wälder hatten wir alle unsere Brote aufgegessen und steuerten Jordan Pond an, einen Teich in der Mitte der Insel. Dort steht das Jordan Pond House, ein hübsches Lokal, das für sein selbstgemachtes Eis und seine Popover-Küchlein bekannt ist.

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Hier ist die amerikanischen Küche von ihrer freundlichsten Seite zu erleben, alles frische Zutaten, nicht zu fett und viele lokale Spezialitäten wie Blueberry Cake mit Blaubeeren aus Maine.

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Die Sonne knallte, aber es war immer noch zu kalt, um die Füße in den Teich zu hängen. Das fand Lotti nicht so schön, aber die Eiscreme hat sie wieder versöhnt. Und als wir wieder daheim waren, hat der Opa Stefan gesagt: "Was für ein schöner Tag!"

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Wir wohnen auf dem westlichen Teil der Insel Mount Desert Island. Der Acadia Nationalpark bedeckt auch grosse Teile des östlichen Teils. Weil das Wetter aber immer noch nicht stabil war, wollten wir am Dienstag nur eine kurze Wanderung machen und dann nachmittags mit unserem Gastgeber Wayne aufs Meer. Nach dem Morgen-Regen ging es also zum Mount Beech und der Weg sah vielversprechend aus.

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Rund 200 Meter sollte es hoch auf den Felsen gehen, um auf eine kleine Bucht zu sehen. Nach einem kurzen Aufstieg war der Weg jedoch gesperrt, weil die Grünfalken hier brüten. Also mussten wir klettern. Mattis im Tragetuch vor Papas Bauch fand es erstmal okay.

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Allerdings entpuppte sich der Wanderweg bald als Kletterpartie mit Eisenleitern, um die selbst Mechthild als erfahrene Alpenwandererin lieber einen Bogen gemacht hätte.

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Mit den Kindern war diese Kletterwanderung wirklich grenzwertig und wir waren froh, als wir endlich oben waren. Für Moritz und Lotti war es ein Abenteuer.

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Oben gibt einen schönen Rundweg auf den Beech Cliffs. Micha zeichnet alle Wege mit seinem GPS-Gerät auf, wer mag kann unsere Touren bei OpenStreetMap verfolgen. Von den Cliffs war der Blick wirklich atemberaubend, obwohl der Nebel noch in den Bergen hing und die Schären-Inseln vor der Hauptinselküste kaum zu sehen waren.

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Jetzt fing Mattis an zu quengeln und niemand hatte mehr Lust, den Kletterweg wieder nach unten zu gehen. Also stieg nur der fitte Micha wieder die Leitern hinab zum Auto, während wir anderen auf einem anderen Weg zu einem anderen Parkplatz gingen. Und dieser Weg ging in leichten Kurven sanft absteigend nach unten, nach 10 Minuten standen wir auf dem Parkplatz und warteten auf Micha. Da war Mattis schon ziemlich fertig und ich blieb dann mit ihm daheim, als die anderen zur Lobster-Tour aufbrachen. Auf dem Boot unseres Vermieters ging es in die Bucht.

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Rund um Mount Desert Island leben mehrere hundert Fischer vom Hummer- und Krabbenfang. Sie lassen Reusen mit Aas-Fisch auf den Grund und kennzeichnen sie mit bunten Bojen. Jeder Fischer hat seinen eigenen Farbcode.

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Wayne stammt aus einer Fischerfamilie. Er war zuerst bei der U.S. Navy und arbeitete dann in verschiedenen Jobs, bevor er mit seiner Frau Jacky und dem kleinen Colin vor sechs Jahren wieder auf die Insel kam. Colin wird wohl auch Lobster-Fischer werden. Er darf schon die Gummis um die scharfen Hummerscheren legen.

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Die Hummer kriechen in die Reusen, um an das Aas zu kommen. Und dann finden sie nicht mehr hinaus. Allerdings werden nicht alle gefangenen Hummer behalten. Zu kleine dürfen zurück ins Wasser, weil sie zu jung sind. Sehr große gelten als potent und dürfen auch zurück, ebenso wie eiertragende Weibchen. Die werden mit einem V gekennzeichnet als Zeichen dafür, dass sie fähig sind, Eier zu legen.

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Das Boot fuhr auch am Leuchtturm und an Robbenbänken vorbei, wo Mutter-Robben ihre Babies säugten. Solche Ausblicke geniessen die Fischer jeden Tag.

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Die gefangenen Hummer werden in soft-shell und hard-shell unterschieden: die weich-gepanzerten haben sich gerade gehäutet und sind billiger, die hartgepanzerten sind teurer.

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Nach der Tour hatten alle Großen Lust auf Hummer. Micha kaufte dann Lobster-Rolls, Hummerbrötchen mit Sauce. Wir Frauen gaben unsere aber relativ schnell an die Männer ab. Dafür wir wissen jetzt auch noch, dass wir wirklich in "God's own country" sind, denn Gott hat hier eine Tankstelle.

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