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Stimmen aus der Wildnis

... ist auch nicht viel anders als in Deutschland. Wenn man hier gut versichert ist, übernimmt die Krankenversicherung alle anstehenden Kosten der Vorsorgeuntersuchungen. Allerdings werden hier weniger Ultraschalluntersuchungen gemacht als bei uns. So habe ich unseren Kleinen nur einmal sehen können. Dafür wird mehr Wert auf vorgeburtliche Gen-Tests gelegt, für die kamen wir aber zu spät, da ich nach Versicherungsanmeldung etc. erst in der 18. Woche hingehen konnte. Ich hätte allerdings auch keine Gen-Tests machen lassen, denn in der Bewertung der Ergebnisse und der Behandlung sind sie hier auch nicht weiter als bei uns. Es gibt in dieser Gegend nicht viele niedergelassene Frauenärzte. Deshalb gehe ich ins Krankenhaus, das quasi eine Universitätsklinik ist.

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Der Service hier ist super -- es gibt keine Wartezeiten, verschiedene Termine werden koordiniert, alle kennen sich mit allen Abteilungen aus und wissen, wo sie einen hinvermitteln können. Überall small talk und Getränke werden angeboten und es gibt ein ausgefeiltes Online-Patientensystem, das per Mail über alles informiert. Nervig ist nur die dreimalige Erinnerung, wenn man einen Termin hat: per Post, per Mail und per Telefon! Aber sie kümmern sich...

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Hier wird nochmal zwischen normalen Frauenärzten und solchen mit Geburtshelfer-Ausbildung unterschieden. Man kann sich aber auch komplett von einer Hebamme betreuen lassen. Einen Mutterpass gibt es nicht. Im Krankenhaus konnte ich zwischen einem Ärzteteam und einem Hebammenteam wählen, wobei die Hebammen hier viel mehr Kompetenzen haben als bei uns. Sie untersuchen genauso wie ein Arzt, werten die Ultraschallbilder aus und rufen nur im Notfall ärztliche Unterstützung hinzu. Ich lasse mich also von den Hebammen betreuen und bin sehr zufrieden. So sieht ein Behandlungszimmer aus:

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Die Abstände zwischen den Untersuchungen sind wie bei uns vier Wochen, gegen Ende dann häufiger. Es gibt einen Pflicht-Zuckertest auf Diabetes und es werden kleinere psychologische Tests gemacht, um Hinweise für eine Post-natale Depression zu suchen. Und es gibt hier viele Organisationen und Gruppen, die sich um Schwangere und junge Familien kümmern: Freiwillige kommen nach Hause zum Helfen, es gibt jede Menge Stillgruppen, Babysitter-Zirkel, Familientreffen junger Eltern etc. pp. -- wahrscheinlich, weil die Familien selbst oft weiter weg wohnen und die Versicherungen selten eine Heimbetreuung bezahlen. Trotzdem gibt es jede Menge unterschiedlicher Untersuchungsprogramme, deren Auswahl schwierig, ist, weil man kaum abschätzen kann, was so passieren wird.

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Das Baby wird nach der Geburt automatisch mitversichert. Bei allen anderen Terminen wie Kinderarzt, Allgemeinarzt etc. müssen bis zu 25 Dollar "Praxisgebühr" bezahlt werden -- manchmal gleich, manchmal kommt eine Rechnung ins Haus. Kinderärzte gibt es hier auch genug -- da haben wir uns schon angemeldet. Übrigens befürwortet man man in diesem Hospital eine natürliche Geburt, auch wenn die Frauen schon einen Kaiserschnitt hatten. Da war ich mir nicht sicher, denn in den USA sind Wunschkaiserschnitte möglich. Mittlerweile haben sich die Raten in Deutschland und den USA mit knapp 30% aber angenähert. Trotzdem "muss" ich ein Gespräch über die Risiken einer natürlichen Geburt nach einem Kaiserschnitt führen...

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Zur Geburt gehe ich dann in den Birthing-Pavillion. Es gibt keine Kreissäle, man entbindet in normalen, größeren Zimmern. Geburtsstuhl etc. kann man sich bringen lassen, es gibt zwei große Badewannen, in denen auch geboren werden kann. Pro Monat erblicken im DHMC etwa 100 Kinder das Licht der Welt -- außer im Februar und März, da sind es wohl nie mehr als 50! Auch hier strenge Vorschriften: alle Babies tragen nicht-abnehmbare Namensbänder an Armen und Beinen und die sind mit Meldern ausgestattet, die losrufen, wenn das Baby mit ihnen die Station verlässt. Normalerweise bleibt man hier ein bis zwei Tage auf der Station, dann gehts ab nach Hause -- eine Nachbetreuung mit Hebamme und Rückbildungsgymnastik gibts hier aber nicht.

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