In unserem Keller ist es laut und dunkel. Laut, weil die Heizung röhrt und hier auch Waschmaschine und Trockner stehen. Glücklicherweise weiß ich so immer, ob beide noch arbeiten, egal wo im Haus ich mich aufhalte.
Hier steht auch der Öltank, der sein Einfüllrohr nach außen streckt. Jeden Dienstag kommt der Irving-Oil-Tanklaster vorbei und checkt von außen, ob wir noch genug Öl im Tank haben. Wenn nicht, wird nachgefüllt und die Kollegen stecken uns eine Rechnung in den Briefkasten. Von außen gibt es auch einen Zugang zum Keller, der nicht zu verschließen ist. Daher hat die Tür oben zur Küche einen kleinen Riegel. Die Treppe, die da hoch führt ist zwar etwas wackelig, aber hat immerhin Geländer, die man aber wegen der Spinnweben nicht anfassen möchte.
Überhaupt bin ich sehr froh, dass ich einen so unsensiblen Mann habe, zumindest was Dreck und Insekten angeht. Als wir hier einzogen, lebten im Keller schätzungsweise eine Million Spinnen. Deren Domizile hat Micha entfernt und auch sonst halbwegs sauber gemacht. Ich kam da nicht runter, denn mein empfindlicher Mama-Magen vertrug den Geruch von Moder und Staub nicht gut. Leider hat der Keller nämlich noch eine andere Funktion: an der Wand führen Wasserkanäle entlang, in denen immer mal Wasser steht.
Diese Kanäle sollen das Haus wohl entwässern, wenn es viel regnet oder der Schnee taut. Allerdings steht das Wasser da tagelang. Die Fenster waren vernagelt, wahrscheinlich um nicht noch mehr Wasser reinlaufen zu lassen. Das machte es schwer, zu lüften und die Feuchtigkeit abzutransportieren. Erst ein stromfressender Entfeuchter half und eine Brechstange. Dabei mussten wir entdecken, dass von den Fensterrahmen nurmehr symbolische Farbreste vorhanden sind, das Holz ist schon weggefault. Kein Problem für die Hausverwaltung, die uns darauf hinwies, dass dieses Haus eben dem herrschenden Klima angepasst ist.
Auf jeden Fall überleben da unten gelagerte Sachen nur auf Holzpaletten und weil die Heizung jetzt im Winter schön trockene Luft liefert. Das in den Schornstein gehende Heizungsrohr ist nämlich leider das wärmste, aber das heizt eben auch den Keller. Leichen haben wir noch nicht gefunden, obwohl es eine ominöse Kammer gibt, die direkt unter dem Kamin liegt -- eine Asche-Auffangkammer, ein Panic Room? Dieses Haus birgt noch einige Geheimnisse -- wir werden ja auch noch ein Weilchen hier leben!

