Live free or die, Meiner!

Stimmen aus der Wildnis

Das Esszimmer schließt sich gleich an die Küche an und hat einen schönen, ausziehbaren Tisch, an dem wir mittlerweile schon viele nette Leute bewirten konnten. Rundherum befenstert, ist es auch hier schön hell und der Tisch wird auch außerhalb der Esszeiten gern zum Malen und Hausaufgaben benutzt.

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In einer Ecke steht ein kleiner Tisch mit dem Toaster, der so alt und komisch ist, dass er nun, nach mühevoller Zähmung, nur uns gehorcht -- Fremde können ihren Toast einfach nicht in die Heizkammern drücken. Das Regal in der anderen Ecke ist Michas Gruselkabinett, denn es bilden sich dort wie von allein hohe Stapel aus Malpapier und Schulheften, die spontan zusammenrutschen und alles unter sich begraben.

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Durch die Tür ins Wohnzimmer -- hier geht gleich die Treppe nach oben. Leider ist sie oft der wärmste Platz im Haus. Die Heizung heizt hier über Luftschächte, die im Inneren des Hauses installiert sind. Das heißt, dass von den Fenstern her ungehindert kalte Luft in die Räume strömt, während die warme Luft, die das Wohnzimmer heizen soll, den Treppenaufgang nach oben entfleucht. Zuerst war uns die Treppe ein Gräuel, erstmal weil ich immer fürchtete, die Kinder könnten nachts desorientiert da runter fallen und dann weil die Kinder tagsüber orientiert auf dem Geländer rutschten und aufs Parkett zu fallen drohten. Diese Gefahren sind gebannt und dient die Treppe als Treppe und Charlotte zusätzlich als Verdienstmöglichkeit, denn jemand muss sie ja fegen und dafür Taschengeld bekommen.

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Das Wohnzimmer könnte ein Muster deutscher Gemütlichkeit sein. Die Amerikaner lieben auf antik-getrimmte, dunkle Möbel und so stehen hier mehrere kleine Schranktische, ein kaputter, aber nutzbarer Sekretär und ein braunes Sofa. Der Teppich ist schon etwas abgewetzt, aber okay. Er verdeckt einige der Löcher im Parkett, durch die ich kontrollieren kann, ob ich im Keller das Licht angelassen habe. Die Sessel haben wohl mal irgendwann mal zu etwas anderem gepasst und hier ihr Gnadenbrot gefunden. Bemerkenswert: die Sesselarmlehnenschoner des einen!

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Man beachte außerdem die Bilderleisten an der Wand: zur Decke hin haben alle Zimmer eine umlaufende Ritze, in die Bilderhaken eingehängt werden können. So braucht man keinen Nagel in die Wand schlagen, von der man nicht weiß, ob sie das überleben würde. Allerdings hatte nur Dan&Witts entsprechende nicht-nagelbare Bilderhaken, die nun im Ess- und im Kinderzimmer Lichterketten halten. Glanzstück im Wohnzimmer ist natürlich der Kamin mit Michas Heizpfeifensystem aus Kupferrohren, die ihm den Charme einer Weltkriegskanone verleihen. Allerdings hat sich auch die Heiz-Effizienz massiv erhöht und unsere Träume von kuscheligen Winterabenden am Kamin haben sich sämtlich erfüllt. Mal sehen, was unser Vermieter in Halle sagt, wenn wir ihn dann bitten, im 4. Stock einen Kamin einzubauen...

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Im letzten Teil unserer exklusiven Haus-Serie geht es ins Basement und um die Frage: Leichen im Keller -- ja oder nein?

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