Nein, viel Seele hat unsere Küche nicht, obwohl der Kühlschrank sich alle Mühe gibt, sie mit geräuschvollem Leben zu erfüllen. Auch hier beherrschen eingebaute Küchenschränke die Szenerie, glücklicherweise sind wir beide so hoch und kommen ohne Mühe an die 2-m-hohen-Fächer ran. Das meiste Geschirr stand übrigens schon drin.
Auch hier wurde praktisch gedacht: die dicken Schranktüren mit den unverwüstlichen, weil total simplen Scharnieren und Öffnern werden noch Jahre halten. Die Arbeitsfläche reicht aus, um Enten und Rouladen zu machen. Und gleich daneben die Doppelspüle zum Abwaschen. Selbst wenn wir wollten, wäre kein Platz für einen Geschirrspüler, die hier in den Staaten aber auch meistens keine große Hilfe sind, da sie schlecht spülen -- Sorry, Whirlpool, ist aber so, vor allem wenn man Siemens gewöhnt ist. Kann man hier natürlich auch kaufen, macht einen aber arm.
Über den Kühlschrank haben wir ja schon berichtet. Unser Herd ist einen eigenen Absatz wert, denn nicht nur, dass er riesengroß ist, er hat noch einige andere Nachteile. So haben wir herausgefunden, dass Backgut darin mehrmals horizontal gewendet werden muss, da die Heizleistung nur an der Rückwand die volle Stärke erreicht. Plätzchen, die näher an der Tür lagen, waren deutlich heller als ihre Kollegen von hinten. Leider sind auch die Heizspiralen der Kochplätze ungünstig, denn kocht mal was über -- was uns bei Milchreis eigentlich immer passiert -- läuft das Zeug direkt in den Herd rein und man riecht noch wochenlang, was da mal übergelaufen ist.
Hier ist auch der Hintereingang nebst Mini-Terrasse, wo wir das Recycling-Gut aufbewahren. Der Hausmüll wird jede Woche geholt. Das Recycling-Zeug muss in speziellen Kisten zwei Wochen ausharren, bis es abgeholt wird. Dabei muss man sich nach den Prägungen in Plasteflaschen oder Jogurtbechern richten: nur die mit (1) werden mitgenommen, was Jogurtbecher, Waschmittelflaschen, Folienabdeckungen oder Salamischachteln ausschließt. Dafür wird alles Glas abgeholt. Und auch Papier und Pappe, das aber auf eine bestimmte Größe gefaltet sein muss -- große Pappen werden liegengelassen. Ganz krasse Recycler können ihre Jogurtbecher und andere minderwertige Plaste auch bis zum 4. Samstag im Monat einlagern, um sie dann in die hiesige Kaufhalle zu bringen. Was dort mit ihnen geschieht, weiß niemand.
Weil unsere Küche keinen Abzug hat, müssen wir immer mal die Tür zum Lüften öffnen, weil sonst der Rauchmelder im Obergeschoss anspringt. Ist uns schon zwei Mal passiert: einmal beim Gulasch und einmal bei den Rouladen -- scheint es irgendwie auf Rindfleisch abgesehen zu haben, das Ding.
Wo das alles dann gegessen und sich hernach entspannt wird -- zeigen wir Euch morgen.

