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Stimmen aus der Wildnis

Mount Eiswürfel

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Sa, 02 Jan 2010

Der Neujahrstag war ein Wintertag wie er im Märchenbuche steht: es hatte frisch geschneit und es herrschten freundliche -3 Grad Celsius. Der Weihnachtsspeck drückte und so ging es auf eine Winterwanderung zum Mount Cube. Der liegt etwa 40 min Autofahrt nördlich von hier, in der Nähe von Orford. Auf dem Rivendell Trail kann er bestiegen werden -- eine Strecke von ca. 4 km zum Gipfel und manch steilem Anstieg.

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Und auf einmal befanden wir uns mitten im Winterwald. Zuerst ging es kaum fühlbar bergauf und die Kinder entdeckten jede Menge Tierspuren im Schnee, meistens von Kaninchen, obwohl Elchspuren natürlich cooler gewesen wären. Nach einer halben Stunde kam das gewohnte Motivationstief und vor allem Charloltte legte ihre ganze pre-pubertäre Kraft in permanentes Nöhlen und deklamierte, dass sie nun nicht mehr könne. Nach einer weiteren halben Stunde wurde deshalb eine Pause eingelegt.

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Zur Stärkung gab es Omas Weihnachtsstollen und der gab so viel Kraft, dass wir weiter in Väterchen Frosts Winterwald vorstoßen konnten. Warm eingepackt, blieben die Kinder schön trocken, auch nach vielen Schneeduschen.

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Nach fast zwei Stunden waren wir am ersten Aussichtspunkt angekommen -- der lag schon über den Schneewolken und nur ganz verschwommen ist im Hintergrund der nahe Mount Sunday zu sehen, wo viele Zuckerahorn-Bäume wachsen und im Februar die Maple-Syrup-Ernte beginnen wird.

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Dort entdeckte Charlotte, die mit ihrem Geschrei zuvor alle Tiere im Umkreis von 10 km verschreckt hatte, einen echten Specht. Er wurde sofort zum Lieblingstier der Kinder erklärt. Glücklicherweise konnte er sich rechtzeitig retten.

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Nun wand sich der Pfad in Serpentinen den immer steileren Berg hinauf. Wir fanden Zwergenhöhlen und verwunschene Wasserfälle.

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Die Wangen wurden immer röter und Moritz musste sogar seinen zweiten Pullover ausziehen und seine Handschuhe, so warm wurde er. Bis der finale Anstieg auf völlig vereistem Felsen kam. Da wäre Karo am liebsten umgekehrt, aber es gab da diesen charmanten Gentleman, der schon Rucksack und Fototasche trug und nun seine hilfreichen, starken Hände zur Verfügung stellte. Nach drei Stunden hatten wir es geschafft -- durch Schnee und Eis und in zentnerschweren Stiefeln.

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Der Abstieg ging dann schneller, die Kinder rutschten alle vereisten Stellen auf dem Po runter -- mit lautem Geschrei. Trotzdem brauchten wir nochmal zwei Stunden, um unten anzukommen. Auf den letzten Metern konnten die Erwachsenen dann auch etwas von der winterlichen Waldstille genießen, denn die Kinder waren endlich müde gewandert.

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Die roten Bäckchen gingen auch nach Abendbrot und Badewanne nicht mehr weg und um acht lag das Haus in Frieden -- nur die Alten mussten noch ihre morschen Muskeln behandeln.

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