Live free or die, Meiner!

Stimmen aus der Wildnis

Neuroscience Day

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Sa, 30 Jan 2010

Seit 1986 findet jedes Jahr am Dartmouth College der Neuroscience Day statt.

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Dort präsentieren Wissenschaftler aus den Neurowissenschaften, also aus der Psychologie, der Medizin, Biologie und so weiter ihre Forschungen. Auch die Herren Dr. Micha und Dr. Yarik haben dort eines ihrer Poster aufgehängt und sich drei Stunden dazugestellt und sich ausfragen lassen.

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Eine gute Gelegenheit, mal zu schauen, was die anderen so treiben -- wobei der Schwerpunkt der Mediziner natürlich auf Hirndefekten und Krankheiten liegt. Andere untersuchten, welche Medikamente Goldhamster davon abhalten, Alkohol zu trinken und ob sich Ratten an ihre Kindheit erinnern. Micha und Yarik konzentrieren sich ja eher auf Methoden der Datenerhebung und Auswertung, die Überschrift ihres Posters war also nicht soo lockend wie die oben genannten Beispiele, dafür konnten sich Ratten-, Hamster-, Schweinchen- und andere -forscher für ihr Thema unisono interessieren.

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Hier sind die Autos jetzt so schmutzig von Schnee und Salz, dass es mittlerweile kaum mehr möglich ist, die Nummernschilder zu erkennen. Trotzdem sind mir wieder ein paar untergekommen:

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Na toll

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Do, 28 Jan 2010

Jetzt habe ich auchs noch schwarz auf weiß: Geschirrspüler-Nutzer haben 16 Tage mehr Urlaub im Jahr als Tellerwäscher wie ich. Da habe ich mich gerade mit dem Abwaschen nach Großmutters Art abgefunden und nun diese Horror-Nachricht.

Da bleibt mir nur, von meinem Küchen-Siemens zu träumen -- oder daran zu glauben, dass aus mir mal ein Millionär wird! Oder einfach froh zu sein, dass ich ja quasi seit einem halben Jahr schon Urlaub habe.

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... ist auch nicht viel anders als in Deutschland. Wenn man hier gut versichert ist, übernimmt die Krankenversicherung alle anstehenden Kosten der Vorsorgeuntersuchungen. Allerdings werden hier weniger Ultraschalluntersuchungen gemacht als bei uns. So habe ich unseren Kleinen nur einmal sehen können. Dafür wird mehr Wert auf vorgeburtliche Gen-Tests gelegt, für die kamen wir aber zu spät, da ich nach Versicherungsanmeldung etc. erst in der 18. Woche hingehen konnte. Ich hätte allerdings auch keine Gen-Tests machen lassen, denn in der Bewertung der Ergebnisse und der Behandlung sind sie hier auch nicht weiter als bei uns. Es gibt in dieser Gegend nicht viele niedergelassene Frauenärzte. Deshalb gehe ich ins Krankenhaus, das quasi eine Universitätsklinik ist.

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Der Service hier ist super -- es gibt keine Wartezeiten, verschiedene Termine werden koordiniert, alle kennen sich mit allen Abteilungen aus und wissen, wo sie einen hinvermitteln können. Überall small talk und Getränke werden angeboten und es gibt ein ausgefeiltes Online-Patientensystem, das per Mail über alles informiert. Nervig ist nur die dreimalige Erinnerung, wenn man einen Termin hat: per Post, per Mail und per Telefon! Aber sie kümmern sich...

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Hier wird nochmal zwischen normalen Frauenärzten und solchen mit Geburtshelfer-Ausbildung unterschieden. Man kann sich aber auch komplett von einer Hebamme betreuen lassen. Einen Mutterpass gibt es nicht. Im Krankenhaus konnte ich zwischen einem Ärzteteam und einem Hebammenteam wählen, wobei die Hebammen hier viel mehr Kompetenzen haben als bei uns. Sie untersuchen genauso wie ein Arzt, werten die Ultraschallbilder aus und rufen nur im Notfall ärztliche Unterstützung hinzu. Ich lasse mich also von den Hebammen betreuen und bin sehr zufrieden. So sieht ein Behandlungszimmer aus:

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Die Abstände zwischen den Untersuchungen sind wie bei uns vier Wochen, gegen Ende dann häufiger. Es gibt einen Pflicht-Zuckertest auf Diabetes und es werden kleinere psychologische Tests gemacht, um Hinweise für eine Post-natale Depression zu suchen. Und es gibt hier viele Organisationen und Gruppen, die sich um Schwangere und junge Familien kümmern: Freiwillige kommen nach Hause zum Helfen, es gibt jede Menge Stillgruppen, Babysitter-Zirkel, Familientreffen junger Eltern etc. pp. -- wahrscheinlich, weil die Familien selbst oft weiter weg wohnen und die Versicherungen selten eine Heimbetreuung bezahlen. Trotzdem gibt es jede Menge unterschiedlicher Untersuchungsprogramme, deren Auswahl schwierig, ist, weil man kaum abschätzen kann, was so passieren wird.

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Das Baby wird nach der Geburt automatisch mitversichert. Bei allen anderen Terminen wie Kinderarzt, Allgemeinarzt etc. müssen bis zu 25 Dollar "Praxisgebühr" bezahlt werden -- manchmal gleich, manchmal kommt eine Rechnung ins Haus. Kinderärzte gibt es hier auch genug -- da haben wir uns schon angemeldet. Übrigens befürwortet man man in diesem Hospital eine natürliche Geburt, auch wenn die Frauen schon einen Kaiserschnitt hatten. Da war ich mir nicht sicher, denn in den USA sind Wunschkaiserschnitte möglich. Mittlerweile haben sich die Raten in Deutschland und den USA mit knapp 30% aber angenähert. Trotzdem "muss" ich ein Gespräch über die Risiken einer natürlichen Geburt nach einem Kaiserschnitt führen...

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Zur Geburt gehe ich dann in den Birthing-Pavillion. Es gibt keine Kreissäle, man entbindet in normalen, größeren Zimmern. Geburtsstuhl etc. kann man sich bringen lassen, es gibt zwei große Badewannen, in denen auch geboren werden kann. Pro Monat erblicken im DHMC etwa 100 Kinder das Licht der Welt -- außer im Februar und März, da sind es wohl nie mehr als 50! Auch hier strenge Vorschriften: alle Babies tragen nicht-abnehmbare Namensbänder an Armen und Beinen und die sind mit Meldern ausgestattet, die losrufen, wenn das Baby mit ihnen die Station verlässt. Normalerweise bleibt man hier ein bis zwei Tage auf der Station, dann gehts ab nach Hause -- eine Nachbetreuung mit Hebamme und Rückbildungsgymnastik gibts hier aber nicht.

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Es hat wieder geschneit die Woche und nachdem wir tagelang etwa -17 Grad hatten, ist es nun etwas wärmer geworden und man kann sich, ohne Erfrierungen zu befürchten, einige Zeit im Freien aufhalten.

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Wir haben alle Stubenhocker aus ihren warmen englischen Cottages und ukrainischen Saunen zusammentelefoniert und sind raus zum Golfplatz gefahren. Bei schönstem Sonnenschein haben wir die verschiedenen Hänge mit unseren unterschiedlichen Schlitten ausprobiert. In der internationalen Konkurrenz zeigten sich große Unterschiede. Die Briten fahren "cheap" -- der Plasteschlitten ganz in blauem Understatement tut seinen Job, ist unauffällig und praktisch.

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Die Ukrainer setzen auf Altbewährtes: ein brettartiger Riesenschlitten aus Holz, auf dem problemlos auch unsere Lotte Platz finden konnte. Dabei ist das Gefährt gar nicht so schwer und behäbig, wie es aussieht -- sehr praktisch, denn dann können auch die Kinder hochziehen. Der Schneeschutz vorn hält und ein dünnes Polster macht die Fahrer Glauben, ihrem Rücken nichts Böses anzutun. Problemlos könnten auch Rentiere angespannt werden.

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Die Deutschen setzen auf Flexibilität: Schlitten und Luftreifen. Moritz ist der "Snowtube"-Fahrer -- der dicke luftgefüllte Reifen erlaubt ungeheure Geschwindigkeiten, wobei der Fahrer soweit oberhalb der Schneefläche sitzt oder liegt, dass er keinen Schnee ins Gesicht bekommt. Die glatte Unterseite des Reifens gleitet über jede unebene Fläche dahin -- und: der Reifen dreht sich auf dem Weg abwärts und hat herrliche Aussichten in den Himmel. Zum Bremsen muss man allerdings lange Beine haben.

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Zusätzlich besitzen wir noch unseren Plasteschlitten, den Lotte und Micha nun perfekt beherrschen. Dank deutscher Gründlichkeit haben die beiden herausgefunden: er ist grundsätzlich lenkbar und wenn man sich weiter hinten hinsetzt, mutiert man auf der Fahrt nicht zwangsläufig zum Schneemann. Selbst Moritz traut sich wieder, mitzufahren.

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Nach zwei Stunden berghoch-bergrunter waren alle platt und nur noch die Stärksten unter uns in der Lage, den kläglichen Rest im Meiner-Mobil zur ukrainischen Sauna zu bringen.

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Dort wartete schon ein herzhaftes Abendbrot (Hühnchen, Kartoffeln und dann noch britisches Risotto) und Yarik stellte uns seine Version von Glühwein vor. Ich bin dann später nach Hause gefahren, Micha war einfach zu warm geworden, von dem Zeug.

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In unserem Keller ist es laut und dunkel. Laut, weil die Heizung röhrt und hier auch Waschmaschine und Trockner stehen. Glücklicherweise weiß ich so immer, ob beide noch arbeiten, egal wo im Haus ich mich aufhalte.

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Hier steht auch der Öltank, der sein Einfüllrohr nach außen streckt. Jeden Dienstag kommt der Irving-Oil-Tanklaster vorbei und checkt von außen, ob wir noch genug Öl im Tank haben. Wenn nicht, wird nachgefüllt und die Kollegen stecken uns eine Rechnung in den Briefkasten. Von außen gibt es auch einen Zugang zum Keller, der nicht zu verschließen ist. Daher hat die Tür oben zur Küche einen kleinen Riegel. Die Treppe, die da hoch führt ist zwar etwas wackelig, aber hat immerhin Geländer, die man aber wegen der Spinnweben nicht anfassen möchte.

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Überhaupt bin ich sehr froh, dass ich einen so unsensiblen Mann habe, zumindest was Dreck und Insekten angeht. Als wir hier einzogen, lebten im Keller schätzungsweise eine Million Spinnen. Deren Domizile hat Micha entfernt und auch sonst halbwegs sauber gemacht. Ich kam da nicht runter, denn mein empfindlicher Mama-Magen vertrug den Geruch von Moder und Staub nicht gut. Leider hat der Keller nämlich noch eine andere Funktion: an der Wand führen Wasserkanäle entlang, in denen immer mal Wasser steht.

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Diese Kanäle sollen das Haus wohl entwässern, wenn es viel regnet oder der Schnee taut. Allerdings steht das Wasser da tagelang. Die Fenster waren vernagelt, wahrscheinlich um nicht noch mehr Wasser reinlaufen zu lassen. Das machte es schwer, zu lüften und die Feuchtigkeit abzutransportieren. Erst ein stromfressender Entfeuchter half und eine Brechstange. Dabei mussten wir entdecken, dass von den Fensterrahmen nurmehr symbolische Farbreste vorhanden sind, das Holz ist schon weggefault. Kein Problem für die Hausverwaltung, die uns darauf hinwies, dass dieses Haus eben dem herrschenden Klima angepasst ist.

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Auf jeden Fall überleben da unten gelagerte Sachen nur auf Holzpaletten und weil die Heizung jetzt im Winter schön trockene Luft liefert. Das in den Schornstein gehende Heizungsrohr ist nämlich leider das wärmste, aber das heizt eben auch den Keller. Leichen haben wir noch nicht gefunden, obwohl es eine ominöse Kammer gibt, die direkt unter dem Kamin liegt -- eine Asche-Auffangkammer, ein Panic Room? Dieses Haus birgt noch einige Geheimnisse -- wir werden ja auch noch ein Weilchen hier leben!

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Das Esszimmer schließt sich gleich an die Küche an und hat einen schönen, ausziehbaren Tisch, an dem wir mittlerweile schon viele nette Leute bewirten konnten. Rundherum befenstert, ist es auch hier schön hell und der Tisch wird auch außerhalb der Esszeiten gern zum Malen und Hausaufgaben benutzt.

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In einer Ecke steht ein kleiner Tisch mit dem Toaster, der so alt und komisch ist, dass er nun, nach mühevoller Zähmung, nur uns gehorcht -- Fremde können ihren Toast einfach nicht in die Heizkammern drücken. Das Regal in der anderen Ecke ist Michas Gruselkabinett, denn es bilden sich dort wie von allein hohe Stapel aus Malpapier und Schulheften, die spontan zusammenrutschen und alles unter sich begraben.

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Durch die Tür ins Wohnzimmer -- hier geht gleich die Treppe nach oben. Leider ist sie oft der wärmste Platz im Haus. Die Heizung heizt hier über Luftschächte, die im Inneren des Hauses installiert sind. Das heißt, dass von den Fenstern her ungehindert kalte Luft in die Räume strömt, während die warme Luft, die das Wohnzimmer heizen soll, den Treppenaufgang nach oben entfleucht. Zuerst war uns die Treppe ein Gräuel, erstmal weil ich immer fürchtete, die Kinder könnten nachts desorientiert da runter fallen und dann weil die Kinder tagsüber orientiert auf dem Geländer rutschten und aufs Parkett zu fallen drohten. Diese Gefahren sind gebannt und dient die Treppe als Treppe und Charlotte zusätzlich als Verdienstmöglichkeit, denn jemand muss sie ja fegen und dafür Taschengeld bekommen.

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Das Wohnzimmer könnte ein Muster deutscher Gemütlichkeit sein. Die Amerikaner lieben auf antik-getrimmte, dunkle Möbel und so stehen hier mehrere kleine Schranktische, ein kaputter, aber nutzbarer Sekretär und ein braunes Sofa. Der Teppich ist schon etwas abgewetzt, aber okay. Er verdeckt einige der Löcher im Parkett, durch die ich kontrollieren kann, ob ich im Keller das Licht angelassen habe. Die Sessel haben wohl mal irgendwann mal zu etwas anderem gepasst und hier ihr Gnadenbrot gefunden. Bemerkenswert: die Sesselarmlehnenschoner des einen!

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Man beachte außerdem die Bilderleisten an der Wand: zur Decke hin haben alle Zimmer eine umlaufende Ritze, in die Bilderhaken eingehängt werden können. So braucht man keinen Nagel in die Wand schlagen, von der man nicht weiß, ob sie das überleben würde. Allerdings hatte nur Dan&Witts entsprechende nicht-nagelbare Bilderhaken, die nun im Ess- und im Kinderzimmer Lichterketten halten. Glanzstück im Wohnzimmer ist natürlich der Kamin mit Michas Heizpfeifensystem aus Kupferrohren, die ihm den Charme einer Weltkriegskanone verleihen. Allerdings hat sich auch die Heiz-Effizienz massiv erhöht und unsere Träume von kuscheligen Winterabenden am Kamin haben sich sämtlich erfüllt. Mal sehen, was unser Vermieter in Halle sagt, wenn wir ihn dann bitten, im 4. Stock einen Kamin einzubauen...

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Im letzten Teil unserer exklusiven Haus-Serie geht es ins Basement und um die Frage: Leichen im Keller -- ja oder nein?

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Nein, viel Seele hat unsere Küche nicht, obwohl der Kühlschrank sich alle Mühe gibt, sie mit geräuschvollem Leben zu erfüllen. Auch hier beherrschen eingebaute Küchenschränke die Szenerie, glücklicherweise sind wir beide so hoch und kommen ohne Mühe an die 2-m-hohen-Fächer ran. Das meiste Geschirr stand übrigens schon drin.

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Auch hier wurde praktisch gedacht: die dicken Schranktüren mit den unverwüstlichen, weil total simplen Scharnieren und Öffnern werden noch Jahre halten. Die Arbeitsfläche reicht aus, um Enten und Rouladen zu machen. Und gleich daneben die Doppelspüle zum Abwaschen. Selbst wenn wir wollten, wäre kein Platz für einen Geschirrspüler, die hier in den Staaten aber auch meistens keine große Hilfe sind, da sie schlecht spülen -- Sorry, Whirlpool, ist aber so, vor allem wenn man Siemens gewöhnt ist. Kann man hier natürlich auch kaufen, macht einen aber arm.

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Über den Kühlschrank haben wir ja schon berichtet. Unser Herd ist einen eigenen Absatz wert, denn nicht nur, dass er riesengroß ist, er hat noch einige andere Nachteile. So haben wir herausgefunden, dass Backgut darin mehrmals horizontal gewendet werden muss, da die Heizleistung nur an der Rückwand die volle Stärke erreicht. Plätzchen, die näher an der Tür lagen, waren deutlich heller als ihre Kollegen von hinten. Leider sind auch die Heizspiralen der Kochplätze ungünstig, denn kocht mal was über -- was uns bei Milchreis eigentlich immer passiert -- läuft das Zeug direkt in den Herd rein und man riecht noch wochenlang, was da mal übergelaufen ist.

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Hier ist auch der Hintereingang nebst Mini-Terrasse, wo wir das Recycling-Gut aufbewahren. Der Hausmüll wird jede Woche geholt. Das Recycling-Zeug muss in speziellen Kisten zwei Wochen ausharren, bis es abgeholt wird. Dabei muss man sich nach den Prägungen in Plasteflaschen oder Jogurtbechern richten: nur die mit (1) werden mitgenommen, was Jogurtbecher, Waschmittelflaschen, Folienabdeckungen oder Salamischachteln ausschließt. Dafür wird alles Glas abgeholt. Und auch Papier und Pappe, das aber auf eine bestimmte Größe gefaltet sein muss -- große Pappen werden liegengelassen. Ganz krasse Recycler können ihre Jogurtbecher und andere minderwertige Plaste auch bis zum 4. Samstag im Monat einlagern, um sie dann in die hiesige Kaufhalle zu bringen. Was dort mit ihnen geschieht, weiß niemand.

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Weil unsere Küche keinen Abzug hat, müssen wir immer mal die Tür zum Lüften öffnen, weil sonst der Rauchmelder im Obergeschoss anspringt. Ist uns schon zwei Mal passiert: einmal beim Gulasch und einmal bei den Rouladen -- scheint es irgendwie auf Rindfleisch abgesehen zu haben, das Ding.

Wo das alles dann gegessen und sich hernach entspannt wird -- zeigen wir Euch morgen.

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... besteht aus drei Räumen und drei Wandschrankkammern. Das Schlafzimmer ist dabei ziemlich groß, eigentlich ungünstig für einen Raum, der kaum genutzt wird. Allerdings sind die Möbel schon drin gewesen und die sind wiederum zu groß für das Kinderzimmer, so dass wir die Raumaufteilung gelassen haben.

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Alle Möbel, Matratzen und Sessel standen schon drin. Alle Fenster sind mit Fliegenfenstern und Rollos ausgestattet. Der Stauraum reicht für unsere Sachen aus. In der angeschlossenen Kammer ist Platz für leere Koffer, Bettzeug und Sommersachen. Sehr praktisch, wenn man sich keine Schränke kaufen muss, allerdings ist mir nicht klar, ob der vorhandene Platz mit diesen Abstellkammern wirklich gut ausgenutzt ist, denn für kleinere Dinge muss man trotzdem Kommoden oder sowas kaufen.

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Im kleinen Flur an der Treppe ist noch ein großer Wandschrank -- da liegen Bettdecken, Bettwäsche, Handtücher und Gästezeug drin. Schön, wenn man alles da hat, wo man es braucht. Eine kleine Kammer für Wäschekorb und Staubsauger ist auch da. Das Badezimmer ist eine besondere Perle amerikanischer Einrichungskunst. Die Wanne liegt zu ebener Erde, was es nervig macht, sie zu putzen. Außerdem ist sie so klein, dass Micha bisher nur einmal gebadet hat, es macht einfach keinen Spaß. Zumal das warme Wasser im Boiler nur für eine halbe Füllung ausreicht. Duschen geht da besser, allerdings muss man lange auf die richtige Wassertemperatur warten und die Menge Wasser ist kaum zu regulieren. Also wird die Wanne eher von den Kindern benutzt.

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Die Toilette ist "american style", was bedeutet, dass sie relativ niedrig ist und eine KEINE Spar-Wasserspülung hat. Das Waschbecken ist okay, auch wenn der Wasserhahn ebenfalls nicht dazu da ist, schnell die richtige Wassertemperatur zu mischen und viel Wasser verloren geht. Über dem Waschbecken wieder ein eingebautes Schränkchen, dies aber aus Metall und rostig. Ein Nachteil festeingebauter Stauräume, würde ich sagen. Mit Fliesen habens die Erbauer auch nicht so gehabt, hier wurde abwaschbare Farbe benutzt, die mittlerweile sehr oft überstrichen wurde und dementsprechend oft abplatzt.

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Das Kinderzimmer haben wir grundlegend umgestaltet, weil da zwei riesige Betten drinstanden. Die stehen auseinandergebaut im Dach, nur die Matratzen liegen im IKEA-Doppelstockbett. Die kleine Abstellkammer hier wird kaum genutzt. Da muss ich mir mal noch was einfallen -- ich fürchte nur, die wird ein schwarzes Loch, wenn ich den Kindern erlaube, da Spielzeug unterzubringen. Die Kommode mit Spiegel stand schon drin und ist sehr robust, genau richtig für unsere Grobmotoriker, die darauf bestehen, sich ihre Klamotten selbst auszusuchen. Alle Zimmer haben viele Fenster, was die Räume schön hell macht.

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Unsere Dachkammer erstreckt sich über die ganze Grundfläche des Hauses und wäre damit ein wunderbarer, zusätzlicher Raum, wenn sie nur ein wenig ausgebaut wäre. Leider ist sie nicht gedämmt und so ist es im Sommer brühheiß und im Winter hundekalt hier. Außerdem gibt es keinen richtigen Fußboden, die Dielen hat man sich gespart. Daher stehen hier oben nur ein paar wetterfeste Sachen, schade eigentlich.

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Morgen klettern wir die Holztreppe hinab und schauen in die Küche nebst ihren Töpfen -- ein Paradies für hässlich-rustikale Möbel und stromfressender Monster.

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Wir wohnen in einem wohl typisch amerikanischen Holzhaus. Die Wände sind aus Holzlatten, aufgesetzt auf Spanplatten, und somit recht dünn -- was uns hier im Norden schon verwundert hat. Viele Einfamilienhäuser dagegen scheinen ganz gut gedämmt zu sein oder haben sogar Steinwände. Nun ist Holz als Baustoff hier wahrscheinlich am billigsten, dank der ausgdehnten Wälder und Brennholz gibt es ja auch genug, warum also aus Stein bauen oder dämmen?

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Das Haus scheint etwa 40 Jahre alt zu sein, denn es ist außen noch mit Bleifarbe gestrichen, was heute verboten ist. Darauf wurden wir im Mietvertrag hingewiesen: "Bitte essen Sie nicht die Farbe der Wände, da ist giftiges Blei drin." -- eine wichtige Information, denn wir haben zwei eher oral-orientierte Kinder, die außerdem ein Faible für abblätternde Farbe haben. Die Fenster sind typische Schiebefenster mit Doppelglas und halten im Winter einiges ab -- die Schwachstelle der Konstruktion ist allerdings deutlich zu erkennen: das ist Eis.

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Unser Haus hat zwei Geschosse: ein Erdgeschoss und ein Obergeschoss, dazu noch einen Keller in der Größe der Grundfläche und eine ebenso große Dachkammer. Beide sind nur eingeschränkt zu benutzen, denn der eine ist nass und die andere unterliegt extremen klimatischen Bedingungen. Wir bewohnen hier etwa 90 qm insgesamt und haben außerdem eine kleine Terrasse vorn. Der Rasen vor dem Haus darf nicht "bebaut" werden, auch nicht mit Schaukel oder Sandkiste, denn dann kämen im Sommer die wöchentliche Rasenmäher nicht mehr durch. Hinter dem Haus ist unser Parkplatz und ebenfalls noch eine kleine Rasenfläche -- genug Platz zum Spielen, auch ohne Sandkiste.

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Unser Haus ist übrigens eine Doppelhaushälfte. Der "Haupteingang" wird nicht benutzt, da jede Wohnung zwei separate Eingänge hat. Das Haus gehört, so wie die meisten in der Straße, zum Dartmouth College Housing Department. Hier wohnen vornehmlich College-Angestellte und die andere Hälfte unseres Hauses ist immer nur zeitweise vermietet. Vermutlich ist das auch ein Grund, warum hier kaum modernisiert wird -- die meisten Mieter bleiben nicht lange, vielleicht stehen manche Wohnungen länger leer und bringen nichts ein und da muss man sich eben mit nassen Kellern und Bleifarbe arrangieren. Die Mietverträge sind auch so angelegt, dass man nicht so lange hier wohnt: nach einem Jahr erhöht sich die Miete automatisch um 10 Prozent. der Platz wird gebraucht für hunderte Gast-Wissenschaftler und als Erstwohnung für Angestellte, die sich dann hier ein Haus kaufen wollen -- gehört ja auch zum American Dream.

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Wir träumen ja keinen american dream, daher ist es für uns genau richtig: nahe am Stadtzentrum, Micha kann zum Büro laufen, es sind 10 min mit dem Auto zu Schule und KiTa. Das Haus haben wir möbliert gemietet, alle Räume eingerichtet, elektrische Geräte da, sogar Grundausstattung Handtücher und Bettwäsche -- sehr praktisch, als wir nach 12 Stunden aus Deutschland hier ankamen und die Kinder gleich in frisch bezogene Betten gesteckt werden konnten. Auch wenn die Miete dadurch etwas höher ist, hätten wir für das Geld niemals eine komplette Wohnung einrichten können und nach den zwei Jahren hier stellt sich nicht die Frage nach dem "wohin damit?".

Morgen steigen wir mit Euch ins Obergeschoss mit Schlaf- und Kinderzimmer, Mini-Bad und geheimnisvoller Dachkammer!

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"Unser Haus"

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So, 17 Jan 2010

Verpassen Sie nicht die neue Doku-Reality-Soap-Serie auf diesem Blog: "Unser Haus" -- jeder will eins, viele zahlen horrende Summen dafür -- doch wie lebt es sich wirklich in einem typisch amerikanischen HAUS? In fünf Folgen berichten wir schonungslos die ganze Wahrheit über diesen Teil des American Dreams, ein Haus um jeden Preis:

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"Unser Haus" -- erste Folge morgen -- und nur auf diesem Blog!

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Shopping for Baby

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Sa, 16 Jan 2010

Der Kinderwagen ist angekommen -- Zeit, mich mal ausführlich über Babysachen auszulassen, wie sie hier in den USA üblich zu sein scheinen. Auch hier gibt es Tests und Erfahrungsberichte, allerdings ist es für uns schwer, die Unabhängigen herauszufiltern. Daher haben wir uns beim Kinderwagen für ein Traveller System entschieden, das von mehreren Organisationen und Versicherungen gut bewertet wurde: Chicco Cortina Traveller System.

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Traveller System meint, dass der Kinderwagen mit einem Auto-Kindersitz ausgestattet ist, der in den ersten Wochen gleichzeitig als Wagenschale dienen kann. Clevere Mamis werden sofort protestieren, dass kleine Babies nicht so lange in diesen Sitzen liegen sollten -- stimmt und deshalb kann ich den Kleinen auch in den Wagen an sich legen, nur dass man den richtig auspolstern muss, denn sonst ist die Liegefläche einfach zu groß.

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Auf jeden Fall hoffen wir, dass wir den Kindersitz benutzen können, bis wir wieder abreisen und den Wagen vielleicht mit nach Deutschland nehmen können. Ich freue mich jedenfalls, dass er so leicht ist und außerdem gut verarbeitet. Die Oberflächen sind abwaschbar und er hat sogar den für die USA unvermeidlichen Getränkehalter. Der ist hier wirklich überall dran, sogar Charlottes Kindersitzkissen hat einen zum Ausklappen. Und es gibt noch mehr Dinge, die hier sehr wichtig zu sein scheinen, z.B. Kinderbetten mit Wackelautomatik und mp3-Player. Dies ist unsere Wiege, die wir netterweise und glücklicherweise schon gebraucht, von unseren Freunden geschenkt bekommen haben -- ganz okay, aber schon ein bißchen gruselig...

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Auch das Bettchen, das ich für später ausgesucht habe, macht da keine Ausnahme. Nur die luxuriösen Betten aus Holz sind ganz altmodisch, aber schon mit unendlich vielen Kissen und Deckchen ausgestattet, wie sie die Amerikaner gern haben. Einen Baby-Schlafsack zu finden, war demnach nicht so einfach, obwohl der für die erste Zeit am praktischsten ist, finde ich. Ich habe auch nach einem einfachen, großen Federkissen gesucht. Ich konnte die Babies damit wunderbar zudecken und sie zum Stillen drauflegen. Die gibt es hier nicht, weil man hier längliche Kissen mit Kunststofffüllung gewohnt ist, dafür gibt es ganze Pakete mit Babydecken und Variationen von Stillkissen. Wir haben ganz viele Babysachen gebraucht von unseren Freunden bekommen.

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Nuckel sind mit so langen Bedienungsanleitungen und Warnhinweisen ausgestattet, dass die Packung riesig ist. Überhaupt wird vor allem gewarnt, gewarnt, gewarnt -- das ist wohl der Klage-Lust der Amerikaner zu verdanken, manche bekommen da für verschütteten Kaffee Millionen Dollar Schmerzensgeld. Nicht ausdenken, wenn dem Baby was passiert. Vielleicht sind Glasflaschen zum Füttern deshalb nicht so verbreitet -- zu gefährlich wahrscheinlich, dabei sind sie viel besser sauber zu halten -- der Hygieneaspekt wäre also erfüllt. Ich habe welche gefunden und gebe eben die vier Dollar mehr dafür aus. Insgesamt ist aber alles hier sehr preiswert: 5er-Packs Bodies gibt es für 10 Dollar, also 7 Euro, Strampler, Mützen, Söckchen etc sind ebenso aus reiner Baumwolle wie bei uns. Unser Kinderwagen hat umgerechnet 200 Euro gekostet, ich denke nicht, dass man dafür in Deutschland Kindersitz und Wagen bekommt. Da macht das Shoppen doch gleich noch mehr Spaß!

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"Unser Haus"

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Fr, 15 Jan 2010

Es gehört zum American Dream, jeder will eins, viele zahlen horrende Summen dafür -- doch wie lebt es sich wirklich in einem typisch amerikanischen HAUS? In fünf Folgen berichten wir schonungslos über die guten und die schlechten Seiten -- die ganze Wahrheit über das amerikanische HAUS, erfahren Sie nur hier:

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Versäumen Sie nicht die Serie "Unser Haus" -- erste Folge nächste Woche Montag -- nur auf diesem Blog!

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Montshire Museum

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Do, 14 Jan 2010

Moritz ist gerade wieder in seinem Wissenschaftsunterricht und ich will gleich mal ein paar Worte zum Montshire Museum verlieren, das uns gleich nach unserer Ankunft als Wochenend- und Ausflugsziel ans Herz gelegt wurde.

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Das Museum bietet alle möglichen naturwissenschaftlichen Mitmach-Experimente an. Freiwillige und Museumspädagogen bauen mit den Kindern Papierflugzeuge oder Fernrohre. Es gibt ein Observatorium mit Nachtveranstaltungen. Es gibt Bastel- und Kunstkurse und Wanderungen und Klangstunden. Es wird die unterschiedliche Dichte von Flüssigkeiten sichtbar gemacht, das Wetter New Hampshires erklärt oder gezeigt, wie Fische die Wasserströme nutzen.

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Echte Fische, Frösche und Schildkröten leben in Aquarien, die verschiedene Lebensräume in diesem Landstrich darstellen.

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Auch ein Bienenschwarm lebt hier und ein Ameisenvolk in abgeschotteten Glaskästen. Da scheinen sie sich aber sehr wohl zu fühlen und man kann genau sehen, wo sie ihre Vorräte hinbringen, wo die Nahrungspampe herstellen und wo der Friedhof ist.

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Auch alle heimischen Vögel und Säugetiere sind hier zu erforschen -- ausgestopfte Tiere wie ein echter Elch, der hier übrigens Moose und nicht Elk heißt (Elks sind die größeren Wapiti-Hirsche, die weiter im Norden leben, während reindeers auch caribous genannt werden -- hihi).

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Sehr schön sind die vielen Spielmöglichkeiten, so gibt es einen Indoor-Spielplatz und draußen im Sommer einen Wasserpark, Wanderwege und sogar eine Haltestelle einer Eisenbahn, um eine Rundtour zu machen. Überhaupt ist alles hands-on, wie die Amerikaner sagen, also viel zum Anfassen und Mitmachen. Meine Lieblingsmaschine ist die Zeitmaschine: da wurden einfach eine Reihe sehr schnell oder sehr langsam ablaufender Prozesse hintereinander geschnitten und per Rad kann man sie nun so schnell oder langsam abspielen, dass man alles genau betrachten kann. Einfach, aber sehr interessant.

Play video

Das Museum wird größtenteils über Spenden und Freundeskreise finanziert. Die Eintrittspreise sind sehr moderat, zumal die meisten Familien Mitglieder sind -- auch wir haben eine Jahreskarte für vier Leute für umgerechnet 60 Euro! Vor allem draußen kann man sehen, wer sich alles mit seiner Spende engagiert hat, denn es ist üblich, auf Schildern oder sogar im Boden darauf hinzuweisen. Ganz neu ist eine Bubble-Abteilung mit Becken und Rahmen zum Riesen-Seifenblasenmachen.

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Gerade jetzt im Winter ist das Montshire wirklich sehr schön, sie bieten fast jedes Wochenende irgendwelche Aktionen an, vom Spurenlesen bis zum Iglu-Bau und in der Woche Moritz Vorschulprogramm -- und dort hole ich ihn jetzt wieder ab.

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Nachgereicht wird hier die Weihnachtsfeier in Moritz Kindergarten. Mit selbstgebastelten Zipfelmützen und Schellenarmbändern kamen die Kleinen in den großen Multi-Room, um gemeinsam zu singen. Es war kindergartenweit Pyjama-Tag -- eine typisch amerikanische Angelegenheit, die sich mir noch nicht vollständig erschlossen hat. Alle kommen in Schlafanzug und Morgenmantel und bleiben den ganzen Tag in diesen bequemen Sachen. Ich kann mir vorstellen, dass es darum geht, einander zu zeigen, wie nah und vertraut man sich ist, wenn man sich im prüden Amerika in seinem meist hochgeschlossenen und riesengroßen Flanellschlafanzug öffentlich zur Schau stellt. Moritz hat die erste dieser Parties argwöhnisch boykottiert, trug diesmal aber seinen Superman-Schlafanzug und schien ganz zufrieden.

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Auch der Kindergarten-Chef Big Jeff kam in Pyjama. Big Jeff zeichnet sich durch große Kinderliebe aus, die sich darin zeigt, dass er im Sommer manchmal nachmittags auf den Spielplatz gestürmt kommt und sich von allen anwesenden johlenden Knirpsen im Sand eingraben lässt. Sein Büro ist ein Sammelsurium aus Glitzerdingen, Fensterbildern, Püppchen und Souveniren aus ganz USA und ein Magnet für die Kinder, die sich an seinem Fenster die nasen plattdrücken. Um den Hals trägt er ein Schildchen, jedoch nicht mit seinem Namen, sondern mit der Aufschrift "Father of the Bride". Noch vor drei Wochen musste er sich von einem Vater erklären lassen, wie schwierig es ist, den Kindern Skihosen anzuziehen, wenn sie immer wieder argumentieren, dass Big Jeff doch noch immer Bermudas trage. Sein Beitrag zum Singalong bestand aus einem Reimspiel ohne erkennbaren pädagogischen Mehrwert:

"Five little monkeys sitting on a tree, teasing Mr. Alligator can't catch me, slowly came the Alligator and made HAAAM -- four little monkeys sitting on the tree."
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Lotti hatte Ferien und sich gewünscht, auch mal wieder Kindergartenkind zu sein, so dass sie den Tag im Pyjama in Moritz' Gruppe verbrachte und wieder mal richtig spielte und sich einsaute. Alle haben eigenes Geschenkpapier gebastelt. Jede Bärengruppe hatte ein oder zwei Lieder zum Singalong mitgebracht und alle Kinder sangen sehr schön. Moritz Woollie-Bärengruppe sang ein Lied über Gemüse im Supermarkt und eines übers Schlittenfahren -- genau die richtige Mischung im Winter!

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Vereister Fluss

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Mo, 11 Jan 2010

Genug der Meckerei, heute haben wir -17 Grad und hier mal wieder ein Schmeckerchen: auch unsere hiesige Saale, der Connecticut-River ist zugefroren -- zumindest auf Höhe Hanovers und Norwichs, denn da ist das Flussbett sehr breit und er ähnelt mehr einem großen See, so langsam fließt er hier.

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Betreten ist natürlich verboten. Und es bewegt sich tatsächlich nichts mehr auf dem Eis. Im Herbst haben sich da noch die Kanada-Gänse getroffen, jetzt ruht hier alles. Schlittschuhlaufen ist nicht gestattet, dafür ist das Eis zu unsicher.

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Aber schön siehts aus und glitzert und leuchtet.

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Die Wahrheit

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Sa, 09 Jan 2010

Neulich sagte mir eine Freundin, wie sehr ihr unser Blog gefalle -- aber es stünden ja nur die positiven Dinge drin. Am Ende käme das alles dann immer so toll rüber, die Probleme würden verschwiegen. Gut. Sie hat recht. Daher schreibe ich jetzt über ein Thema, das mich momentan am meisten nervt. Es ist schrecklich und wird Euch wahrscheinlich schockieren, aber es ist nunmal unser drängendstes Problem momentan -- Mitleidsbekundungen sind erwünscht! Also: es hat seit Tagen nicht mehr frisch geschneit.

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Der Schnee ist dreckig, schmutzig, gelb, eklig, harsch, dumpf. Die Schneemauer neigt sich ihrem Einsturz entgegen.

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Die Autos sind verklebt von zig-mal geschmolzenem und wieder gefrorenem Schneematsch. Das Streusalz frisst sich am Lack, an den Türgriffen, an den Fenstern entlang und macht häßliche weiße Flecken überall, auch an unseren schicken Snow-Boots.

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Außerdem liegen Tonnen von Streusplitt auf den Straßen und der wird immer in die Wohnung reingetragen und muss von mir wieder rausgefegt werden, weil der amerikanische Sieger-Staubsauger kapituliert! Unser Schneemann sieht aus wie ein Außerirdischer mit zu kleinem, weil schon mal halb geschmolzenem Kopf.

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Und dann noch der Neid! Wieso habt ihr eigentlich so einen Winter? Wir sind doch hier das Winterland und quälen uns mit Sonnenschein und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Nix mehr mit Snow Days und Märchenwinterwald. Und lasst das Klagen: Züge können nicht mehr fahren, die DB hat das Notfallpersonal verdoppelt -- na und? nur weil wir hier keine funktionierende Infrastruktur haben, keine Züge und Straßenbahnen, haben wir auch Probleme... Es ist nicht alles Gold was glänzt, auch wenn wir hier mehr Westen haben als ihr.

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Allein im Museum

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Fr, 08 Jan 2010

Man kann ja nicht den ganzen Tag im Schnee herumtollen -- wo bleibt da die Bildung? Interessanterweise wissen das die Leute hier und es gibt gerade im Winter jede Menge Angebote, auch den Kopf zu beschäftigen. Gerade weil Kinderbetreuung im Kindergarten sehr teuer ist, gibt es Vorlese- und Bastelstunden in der Bibliothek, jede Menge Kunstkurse in einer Künstlerwerkstatt und natürlich alle möglichen Ideen aus dem Community Recreation-Center. Ganz große Klasse ist das Montshire-Museum.

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Das Museum versteht sich als Wissenschafts-Mitmach-Museum. Es gibt Aquarien mit Fischen und Schildkröten aus den Biotopen der Umgebung, es gibt jede Menge Maschinen und Experimente, die man ausprobieren kann. Es gibt einen ausgestopften Elch und sogar eine Dunkelkammer mit Glühwürmchen, auch einen Bienen- und ein Ameisenvolk leben im Museum. Draußen kann man im Sommer im Wasserpark spielen oder auf Wanderwegen die Umgebung erkunden. Bis vor kurzem gab es eine große Dinosaurierausstellung.

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Jetzt im Winter wird ein Wissenschaftslabor für Kinder angeboten und da geht Moritz jetzt hin. Es gibt ein Labor für Küchen-Chemie, also chemische Experimente mit Backpulver oder Cola. Zwei Stunden in der Woche geht es um ein Thema aus den Naturwissenschaften, z.B. um Magnetismus, Schwerkraft oder Licht.

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Ich wurde gleich rausgeschickt. Eigentlich dachte ich, ich sollte bleiben, um ihm zu erklären, was er nicht versteht. Aber man meinte, es würde so viel gespielt und gebastelt und wenig vorgelesen, das könnte er auch ohne meine Hilfe. Ich saß also draußen mit meinem USA-Reiseführer und Moritz lernte alles mögliche über Balance. Nachher konnte er mir erklären, warum Elefant und Maus nicht miteinander wippen können und er hat an einem Kleiderbügel ausprobiert, wie man unterschiedlich schwere Holz- und Pappstücke ausbalanciert und der Bügel immer gerade bleibt. Wenn Anfang März der Kurs vorbei ist, wird er wohl schlauer sein als ich.

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Man muss Ziele haben im Leben und manchmal dauert es Wochen, bis man sie erreicht hat. Jeden Tag haben Micha und die Kinder getestet, ob der Schnee rundherum endlich geeignet sein würde, um damit richtig zu bauen.

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Endlich war es soweit. Anscheinend hat der Schnee bei etwa -4 Grad die richtige Konsistenz und Festigkeit, um in den eigens dafür angeschafften Schneebausteinformen zu halten und in Blöcken verbaut zu werden. Ist es kälter, ist der Schnee zu pulverig, da die Kristalle nicht aneinander haften. Ist es zu warm, klebt und matscht alles wie Zement mit zuviel Bieranteil. Eifrige Handwerker waren also eines Vormittags im Sonnenschein am Werk, um eine Probemauer zu bauen -- Vor- und Entwurfsarbeiten für ein Schneehaus.

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Allerdings gab es Kommunikationsschwierigkeiten auf der Baustelle. Denn während es Micha erstmal nur ums bauen und testen ging, wollte Charlotte nicht die Dreckarbeit machen, sondern die Steine entpulvern und verschönern, was fast zum Einsturz des Bauwerks geführt hätte. Daher musste sie für eine Weile vom Ort des Geschehens entfernt und Kurzarbeitergeld für sie beantragt werden.

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Der andere kleine Zauberlehrling hat sich dagegen den Anweisungen des Bauherrn gefügt und kam so ganz gut zurecht. Dann stand die Mauer soweit, Schnee war noch genug da, aber die Kraft war verbraucht.

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Und so steht sie auch nach Tagen noch vor unserem Haus. Einziger Nachteil bisher: die Hunde der Nachbarschaft haben sie als neue "Ecke" entdeckt und das kann man jeden Morgen aufs Neue sehen... Glücklicherweise wird hier kein Putz beschädigt, im Gegenteil, ein Schneeball an die richtige Stelle geworfen, lässt das Problem sofort verschwinden.

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Hier werden ja keine Schnitten, Bemmen oder Brotchen gegessen -- nein, hier gibt es Sandwiches. Und die bestehen ausnahmslos aus mehreren Schichten wie Mayonaise, Salat, Schinken/Wurst/Käse/Aufschnitt, Sandwichsauce und natürlich zwei Brot- oder Brötchenhälften. Die meisten Amerikaner essen ihre Sandwiches mittags und so stehen auf der Speisekarte vieler Restaurants oft auch Sandwichkreationen bzw. man bringt sich eines zur Arbeit oder in die Schule mit. Bei uns in der Familie gibt es jedoch einen, der der amerikanischen Küche von Anfang sehr skeptisch gegenüberstand.

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Doch Wunder über Wunder wurde es auf einmal hip, auch bei uns solche Sandwiches zu essen. Der Papa fing an, indem er versuchte, sein Lieblingssandwich "Nr. 3 Panini -- avocado, tomato, chicken, sauce" nachzubauen. Die Kinder machten mit und begannen mit abenteuerlichen Zutaten. Und so kam es, dass Moritz mit einem Mal recht kreativ bei der Zusammenstellung seines Abendbrotes wurde.

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Es liegt SALAT drauf! Wahnsinn, denn das Ostkind isst ja sonst nur Äpfel und Möhren. Sein Lieblingssandwich besteht aus Margarine, Salatblatt, Salamischeibe, einem Hauch Schnittlauchfrischkäse auf der Salami, einem kleinen Stück Frühstücksfleisch und etwas Senf drauf.

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Und das könnte er nun jeden Tag essen, aber wir müssen uns erst dran gewöhnen, immer auch Salatblätter einzukaufen. Jedenfalls nimmt das Kind so eine Menge Kalorien zu sich, die er dringend braucht, da er immer noch heimlich wächst. Kleiner Tipp an alle besorgten Eltern kleiner Spatzen: mal "Saaandwich" anbieten, wird in Amerika gegessen, wo Spongebob herkommt und Cinderella und Mickey Mouse -- wow, das muss doch cool sein!

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Mount Eiswürfel

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Sa, 02 Jan 2010

Der Neujahrstag war ein Wintertag wie er im Märchenbuche steht: es hatte frisch geschneit und es herrschten freundliche -3 Grad Celsius. Der Weihnachtsspeck drückte und so ging es auf eine Winterwanderung zum Mount Cube. Der liegt etwa 40 min Autofahrt nördlich von hier, in der Nähe von Orford. Auf dem Rivendell Trail kann er bestiegen werden -- eine Strecke von ca. 4 km zum Gipfel und manch steilem Anstieg.

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Und auf einmal befanden wir uns mitten im Winterwald. Zuerst ging es kaum fühlbar bergauf und die Kinder entdeckten jede Menge Tierspuren im Schnee, meistens von Kaninchen, obwohl Elchspuren natürlich cooler gewesen wären. Nach einer halben Stunde kam das gewohnte Motivationstief und vor allem Charloltte legte ihre ganze pre-pubertäre Kraft in permanentes Nöhlen und deklamierte, dass sie nun nicht mehr könne. Nach einer weiteren halben Stunde wurde deshalb eine Pause eingelegt.

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Zur Stärkung gab es Omas Weihnachtsstollen und der gab so viel Kraft, dass wir weiter in Väterchen Frosts Winterwald vorstoßen konnten. Warm eingepackt, blieben die Kinder schön trocken, auch nach vielen Schneeduschen.

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Nach fast zwei Stunden waren wir am ersten Aussichtspunkt angekommen -- der lag schon über den Schneewolken und nur ganz verschwommen ist im Hintergrund der nahe Mount Sunday zu sehen, wo viele Zuckerahorn-Bäume wachsen und im Februar die Maple-Syrup-Ernte beginnen wird.

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Dort entdeckte Charlotte, die mit ihrem Geschrei zuvor alle Tiere im Umkreis von 10 km verschreckt hatte, einen echten Specht. Er wurde sofort zum Lieblingstier der Kinder erklärt. Glücklicherweise konnte er sich rechtzeitig retten.

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Nun wand sich der Pfad in Serpentinen den immer steileren Berg hinauf. Wir fanden Zwergenhöhlen und verwunschene Wasserfälle.

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Die Wangen wurden immer röter und Moritz musste sogar seinen zweiten Pullover ausziehen und seine Handschuhe, so warm wurde er. Bis der finale Anstieg auf völlig vereistem Felsen kam. Da wäre Karo am liebsten umgekehrt, aber es gab da diesen charmanten Gentleman, der schon Rucksack und Fototasche trug und nun seine hilfreichen, starken Hände zur Verfügung stellte. Nach drei Stunden hatten wir es geschafft -- durch Schnee und Eis und in zentnerschweren Stiefeln.

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Der Abstieg ging dann schneller, die Kinder rutschten alle vereisten Stellen auf dem Po runter -- mit lautem Geschrei. Trotzdem brauchten wir nochmal zwei Stunden, um unten anzukommen. Auf den letzten Metern konnten die Erwachsenen dann auch etwas von der winterlichen Waldstille genießen, denn die Kinder waren endlich müde gewandert.

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Die roten Bäckchen gingen auch nach Abendbrot und Badewanne nicht mehr weg und um acht lag das Haus in Frieden -- nur die Alten mussten noch ihre morschen Muskeln behandeln.

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Happy New Year

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Fr, 01 Jan 2010

Nach einem ruhigen Rutsch mit jeder Menge guten Gedanken an unsere Familie und Freunde wünschen wir uns allen ein Gesundes, Neues Jahr 2010!

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