Live free or die, Meiner!

Stimmen aus der Wildnis

Weil die Oberfläche irgendwann zu wenig Platz bot, buddelten die Montréaller sich tief in ihre Insel hinein. In dieser Untergrundstadt aus 32 km Tunnel fahren nun U-Bahn und Zug und es gibt viele Geschäfte und Restaurants. Mittags ist es da geschäftiger als oben und die Speisen-Auswahl reicht von libanesisch über italienisch und französisch bis hin zu Fish and Chips. Unsere Bälger haben dann Hot Dogs und Pizza gegessen...

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Wieder oben: wie schön war es, mal wieder eine richtige Stadt zu durchwandern. Zumal eine, die Kunst so sehr liebt und überall Skulpturen ausstellt.

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Der "Cirque de Soleil" gastierte gerade in Montéal, im Hintergrund ist die Biosphère auf der Insel St. Hélène zu sehen -- eine Glas-Stahl-Kugel, zur Weltausstellung gebaut und heute ein Umweltmuseum.

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An jeder Ecke ein Kino oder Theater. Auf dem Fußweg: Werbung für ein Tanzfestival.

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Wir mussten aber erstmal nach Hause und ausruhen. Dann gings mit dem Auto weiter Richtung Norden, um noch mehr von Montréal zu sehen. Nahe dem Mont-Royal, so benannt vom ersten Europäer, der seinen Fuß hierher gesetzt hat, steht die Kirche St. Joseph, die an Sacre-Coeur in Paris erinnert.

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Jetzt wurde es diesig und schwül draußen. Wie gut, dass wir im Auto unterwegs waren. So erreichten wir schließlich die Markthallen an der Rue Jean-Talon, wo es frische, regionale Lebensmittel zu kaufen gibt. Neben der Markthalle stehen kleine Fleischereien und Bäckereien, im Sommer ein Touristenmagnet. Jetzt haben die Montréaller die Hallen noch für sich.

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Nach einigem sprachlichen Rätselraten und gewappnet mit einer Portion Mut kauften wir schließlich herrliche Leberwurst und Bierschinken. Hätten aber auch andere "Köstlichkeiten" probieren können.

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Zurück in den Süden ging es auf der Rue Saint-Denis durch das "Village" -- ein sehr lebendiges Kneipen- und Einkaufsviertel, wo ich gerne ausgestiegen wäre, wenn nicht alle im Auto schon so müde gewesen wären. Auffällig ist die komische Häusernummerierung: anscheinend werden die einzelnen Wohnungen gezählt und so reichen die Straßen bis in die 3000er.

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Wieder in der Innenstadt stoppten wir auf meinen Wunsch hin noch schnell bei Hasi&Mausi. Enttäuschend: hier gab es keine Kindersachen und ich wollte für unseren superschlanken Moritz endlich mal eine passende Jeans kaufen und die Frauenklamotten sind alle 80er -- ist das in Deutschland auch so? Dafür gabs nochmal eine Portion Montréaller Lebenslust:

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Auf den Stufen dieser Kirche protestierten ältliche Umweltschützerinnen gegen in Flaschen abgefülltes Wasser. Sie sangen lautstark: "Bottled water, bottled water -- non, non, non!" zur Melodie von Bruder Jakob. hier lebt französische Protestkultur und die Läden haben am Sonntag zu, nicht wie im hyperkapitalistischen Nachbarland.

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Mattis ließ sich übrigens von so vielen Eindrücken nicht beirren. Er schnuffelte meistens in seinem Wagen und nach diesem Tag waren wir alle mindestens so müde wie er.

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Und auch Moritz musste Kraft schöpfen, denn am nächsten Tag erwartete ihn ein Fußballwunder.

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