Ganz gemütlich sind wir am Mittwoch vormittag aufgebrochen. Unsere Ferienwohnung wartete ab 16 Uhr auf uns und wir wollten die Strecke in etwa vier Stunden schaffen. Durch Vermont führte uns die Interstate hin zur Grenze. Erste Feuerprobe für unsere Pässe und die Visa und vor allem für Mattis Pass. Wir Deutschen haben sogar Stempel bekommen, Mattis nicht -- der gehört ja quasi hierher.
Und tatsächlich merkten wir sofort, dass wir US-amerikanischen Boden verlassen hatten. Erstmal betreiben die Kanadier hier in ihren südlichsten Gefilden noch viel Landwirtschaft, die sich in den nördlichen US-Bundesstaaten nicht mehr lohnt. Hier trägt jedes Silo den Namen seines Bauern. Und dann dieses "laissez-faire": Nacktclubs an der Straße und sogar Wäscheleinen, draußen!
Es wurde wärmer und wärmer und endlich erreichten wir Montréal -- die Stadt auf den Inseln. Überall Einbahnstraßen und Kanadier, die wie in Paris Auto fahren (rote Ampeln sind nur ein Vorschlag anzuhalten). Der erste Eindruck: ein buntes Nebeneinander von Neo-Antik und 60erJahre-Beton-Bausünden.
Schließlich haben wir unsere Wohnung gefunden. Mitten in der Stadt, im 15. Stock und alle passten rein in zwei Schlafzimmer mit Küche, Wohn-Esszimmer und Bad. Dann gings einkaufen in den supermarché: endlich Käse und Wurst, sogar Wernesgrüner Bier und Gewürzgurken! Und natürlich Baguette:
Schon wegen dem guten Essen hat es sich gelohnt, hierher zu fahren. Unser kleiner Mattis hat alles gut verkraftet und im Auto getrunken. Geschlafen hat er im Kinderwagenoberteil, die Luftveränderung hat ihn sehr müde gemacht und als alle Kurzen im Bett waren, haben wir Großen die Aussicht genossen.
Morgen gehts in die Stadt.

