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Stimmen aus der Wildnis

Mount Strickjacke

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Mi, 16 Sep 2009

Sonntag wars wieder schön und wir sind zu unserem ersten Wandertrip aufgebrochen. Wer hier nicht wandert, fischt, jagt oder sonstwas mächtig Outdoor-mäßiges macht, gehört ja nicht dazu. Sind wir also in den Cardigan State Park gefahren, um den Mount Cardigan zu erklimmen. Versprochen wurden uns Blicke über ganz New Hampshire. Der Mt. Cardigan ist fast so hoch wie der Brocken und man kann mit dem Auto bis auf 600 m fahren und parken. Im Rucksack hatten wir Jacken, Wasser und Picknick-Klunkerkuchen. Die Kinder hatten genug vom Spielen im Zimmer und waren heiß auf Klettern.

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Der West Ridge Trail Wanderweg ist wirklich sehr schön: immer bergauf, über Steine, Wurzeln, kleine Brücken und unterm grünen Blätterdach. Weiter oben lichten sich die Bäume zu einer blanken Granit-Kuppel (aber erst seit einem grossen Feuer im Jahre 1855). Ein kurzes Picknick vorm finalen Aufstieg und dann gings über blanken Stein hinauf.

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Oben hat es natürlich mächtig geweht, was die irren Amis aber nicht davon abhielt, nur im T-Shirt rumzurennen. Wir genossen unsere deutsche Vorsicht und konnten so etwas länger ausharren als die meisten anderen. Den Turm auf dem Gipfel gibt es seit 1924 und dient als Aussichtsturm zur Waldbranderkennung.

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Na und das ist New Hampshire:

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Bei idealen Bedingungen sollte man bis zu den White Mountains sehen können. Das hat nicht ganz geklappt, aber da fahren wir nächste Woche hin.

Bergab waren die kleinen Kletterer schon nicht mehr so fit und mussten motiviert werden. Doch sie erinnerten sich gern an unsere Wanderung über die Teufelsmauer letztes Jahr. Nach insgesamt drei Stunden und vielen bewundernden Blicken für die Kinder waren wir wieder unten. Mit ganz viel Kuchen im Bauch, ist Moritz auch gleich im Auto eingeschlafen und verpasste die Horde wilder Truthähne, die aus dem Dickicht heraus vor uns die Straße überquerte. Wir Alten waren dann auch schön müde und hatten schwere Beine -- die Kurzen waren unerklärlicherweise wieder wach. Aber der Montag mit Schule und Kindergarten stand schon vor der Tür.

PS: Selbstverständlich gibt es unseren Wanderweg jetzt auch bei openstreetmap.org ;-)

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Glory Days

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Mi, 16 Sep 2009

Sonnabend und Sonntag waren wir wieder unterwegs -- ja, das kann man machen, wenn eine Mama in der Woche schon alles geputzt hat! Die erste Überraschung: hier gibt es auch Eisenbahnen! Und ja, es gibt auch hier Freaks, die sich sowas anschauen. Also besuchten wir den Weltbahnhof White River Junction in Vermont, auf der anderen Seite des Connecticut Rivers. Dort hatten sich mehrere Loks und Wagen der ruhmreichen amerikanischen Eisenbahn versammelt -- The Glory Days.

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Ihr kennt noch Winnetou I ?? Da werden doch Schienen durchs Land der Apachen verlegt und eine bunte Lokomotive fährt herum -- die Schienen hier stammen nahezu aus dieser Zeit. In den 1890ern wurden sie, von Boston kommend, durch die dichten Wälder verlegt und 1913 nochmal "modernisiert". Daher muss die Bahn das Tempo drastisch drosseln sobald sie New Hampshire und Vermont durchquert -- die Gleise sind noch geschraubt und der Höhenunterschied zwischen einzelnen Schienenstücken teilweise beträchtlich. Kein Grund, dieses Beispiel amerikanischer Infrastruktur-Kunst nicht zu feiern!

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Reisen mit der Bahn scheint aber nicht das große Vergnügen zu sein, obwohl man es sich bei dieser Landschaft sehr reizvoll vorstellen kann. Reiseberichten zufolge mussten Laptops und Bücher weggelegt werden, weil bei dem Geschaukel kein Lesen und Schreiben mehr möglich war. Eine Freundin von uns ist verliebt ins Eisenbahnfahren in Europa und wollte auch zu Hause in den USA mit gutem Beispiel voran gehen: sie wollte von New York nach Montreal mit dem Zug fahren, auch durch Vermont und New Hampshire -- eine Reise, die einen Tag dauern sollte, wenn die Bahn nicht 13 Stunden Verspätung gehabt hätte... Na trotzdem waren die Stahlrösser mächtig beeindruckend, immerhin müssen die tausende Kilometer bewältigen! Und natürlich ließen es sich die Hobby-Eisenbahner unter uns nicht nehmen, eine Draisine auszuprobieren -- hier wird sie ordinär Pump Car genannt.

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Und dann hat's geregnet...

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