Live free or die, Meiner!

Stimmen aus der Wildnis

Enjoy the silence

[Kommentieren] [link]
Di, 01 Sep 2009

Stille, Ruhe -- keiner da, nur ein leises Rasenmäherbrummen aus der Ferne (aber das gehört hier zum Grundrauschen). Heute ist der Tag, an dem ich hier alleine im Sessel sitze und tippe, denn alle sind ausgeflogen. Der eine in sein Büro, die zweite in die Schule und der dritte in den Kindergarten -- und das kam so:

/pics/MoritzBikeAug09.jpg

Gestern waren wir schon eine ganze Stunde im Kindergarten. Moritz ist ja eigentlich schüchtern, zumindest die ersten Minuten. Und es ist wirklich beängstigend, wenn niemand einen versteht und man selbst kein Wort sprechen kann. Trotzdem hat er sich schon sehr mutig in den Morgenkreis gesetzt und sich von Erzieherin Debbie an die Hand nehmen lassen. Und draußen auf dem Spielplatz mussten erstmal alle Geräte ausprobiert werden und die KiTa ist bestens ausgerüstet!

/pics/KiTaSpielplatzAug09.jpg

Moritz ist jetzt ein Woollie Bear -- falls jemand weiß, ob das eine echte Bärenart ist, bitte melden. Wir denken, das sind einfach Wollbären oder so -- auf jeden Fall kuschelig und so ist auch der Gruppenraum. Recht klein, nicht sehr viel Spielzeug, aber sehr gemütlich. Eigentlich ist alles so wie bei uns, das macht es Moritz auch etwas leichter.

/pics/WollieRaumAug09.jpg

Es gibt nur ein paar Besonderheiten: so gibt es kein Mittagessen, das müssen wir mitbringen und das muss komplett nuss-frei sein! Hier scheint es mittlerweile so viele Erdnuss-allergische Kinder zu geben, dass sie solche Maßnahmen ergreifen müssen. Jeden Tag muss von Neuem erklärt werden, dass das mitgebrachte Essen garantiert keine Nüsse enthält und auch nichts, das an gleicher Stelle hergestellt wurde, wo Nüsse anwesend sein könnten. Und Geburtstagskuchen sind strengstens verboten! Schade eigentlich... Unser Prinz hat ja nun bald seinen 4., muss ich mal fragen, was es für Alternativen gibt.

/pics/MoritzAutofahrenAug09.jpg

Andererseits bietet der Kindergarten "einen gesunden Snack vormittags und nachmittags an". Was hier "gesund" heißt, habe ich schon beim Schulessen erfahren müssen: Waffeln, süße Cornflakes etc. Bei Charlotte gibt es jeden Freitag Pizza!! Und obwohl es an zwei Tagen auch Salat zur Auswahl gibt, ist der immer mit Käse oder Crackern, als "Proteinzugabe". Also diese Kinder werden strengstens bewacht und gewogen -- und bei unkontrollierter Gewichtszunahme gibts nur noch deutsches Essen von Mama gekocht! So. Aber sonst ist alles schön. Vor allem momentan -- in dieser Ruhe, da gehe ich gleich mal Micha zum Mittagessen abholen. Das müssen wir feiern, unseren ersten freien Mittag -- am besten, wir gehen Burger essen.

Karo

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Als gute Deutsche lieben wir italienisches Eis. Und obwohl es hier so viele Italiener gibt, wir sogar welche als Nachbarn haben, gibt es hier keine italienische Eisdiele. Man fragt sich, wovon sich die Amerikaner im Sommer ernähren -- nun sie haben natürlich eine Alternative erfunden und zwar "Ben & Jerry's Ice-Cream". Die Ice-Cream-Fabrik steht nicht weit entfernt in Waterbury/Vermont -- ein ideales Ziel für einen Spätsommer-Wochenendtrip.

Wie immer teilten wir unsere Absicht unserem Freund Yarik mit, wohlwissend, dass auch er eis-verrückte Kinder hat. Und der teilte es allen Eltern am Fletcher Circle mit -- das ist die Straße, wo er wohnt. Und so kam es, dass wir mit neun Kindern, neun Erwachsenen in vier Autos abfuhren. Diesmal hatten wir sogar zwei Amerikaner dabei, wie geneigte Leser wissen, haben wir noch nicht so viele kennengelernt.

/pics/ToBerlinAug09.jpg

Die Eisfabrik liegt idyllisch in den grünen Bergen Vermonts. Es heißt, dass hier die Amerikaner Urlaub machen und es ist ein wahrer Augenschmaus durch Vermonts grüne Landschaft zu fahren. Die Berge sind etwas höher als in New Hampshire und es liegen weniger Ortschaften am Highway. Der Wald sieht urwaldmäßig aus und entsprechende Verkehrsschilder warnen vor Elchen, Hirschen und Bären. Rund um die Eisfabrik allerdings leben vor allem Kühe... Auf unserer Besuchertour schließlich erfahren wir, dass Ben and Jerry im Prinzip zwei von allen Unis abgelehnte Nichtsnutze waren, die, vermutlich unter LSD-Einfluss, auf die Idee kamen, Eis herzustellen. Dies kulminierte in Sorten wie "Karamel Sutra" oder "Chocolate Therapy" -- bestehend aus cremigem Eis, dessen Geschmacksrichtung man an der Farbe erahnt, und als Schokolade, Kekse oder sonstwas getarnten Fettwürfeln. Selbstverständlich durften wir probieren, gottseidank, war es ein leichtes Orangeneis.

/pics/KidsIceAug09.jpg

Draußen aßen wir dann zum Mittag, natürlich Eis -- wobei Micha zum ersten Mal in seinem Leben vor einer Eiswaffel kapitulieren musste.

/pics/BigScoopAug09.jpg

Natürlich ist die Eisfabrik keine schnöde Fabrik, sondern hält jede Menge "Events" bereit. Neben Spielplatz und Eismobil auch einen sehr witzigen Flavour Graveyard -- einen Friedhof für die aussortierten Sorten.

/pics/FlavorGraveyardAug09.jpg

Den Bauch voller Eis und das Herz voller Sonne fuhren wir weiter, an Berlin vorbei, wo immerhin das Bezirkskrankenhaus steht.

Und weiter nach Barre -- DEM Granitstädtchen Neu-Englands. Hier siedelte sich vor Jahren ein ganzer Sack voll italienischer Bildhauer an und statt Eis zu machen, erschufen sie irre Grabsteine und einen riesigen Friedhof mit über 10.000 Grabstellen und tollen Steinen dazu. Anscheinend sind die Plätze hier so begehrt, dass es auch jede Menge Steine und Grabstellen für noch lebendige Menschen gibt -- die haben wohl Spaß daran, ihren individuellen Grabstein noch so oft wie möglich selbst zu besuchen.

/pics/GraniteGraveyard.jpg

Und weil es so schön war, besuchten wir noch ein blendendes Beispiel amerikanischer Brückenbaukunst: eine schwimmende Seebrücke, die unter Wasser schwimmt. Brookville liegt am wunderschönen Sunset Lake und sofort suchten sich clevere Baumeister die breiteste Stelle aus, um eine Brücke zu bauen. Unglücklicherweise stand die von Anfang an ein bißchen unter Wasser, man durfte aber mit nassen Reifen noch drüberfahren -- seit sie sich im letzten Jahr noch einmal gesenkt hat, darf man nur noch drüberlaufen.

/pics/FloatingBridgeAug09.jpg

Nachdem alle Kinder ins Wasser gefallen waren, war es Zeit für den Heimweg. Und weil wir uns alle so gern haben, endete es mal wieder in einem ausgedehnten BBQ, diesmal bei Grischa und Vita, deren russische Eltern die Kinder mit russischen Cartoons unterhielten, so dass wir uns mit Mais und Würstchen vollhauen konnten. Da die Kinder mit dem Zuckerschock am Mittag genug Energie getankt hatten, hielten sie sogar noch bis um 8 durch. Dann war aber Schluss -- Montag ist schließlich auch noch ein Tag!

Noch mehr Fotos gibt es bei Flickr.

Karo

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.

Arbeitsurlaub

[Kommentieren] [link]
Di, 01 Sep 2009

Man soll ja bei der Arbeit immer mal kurz vom Bildschirm aufschauen und etwas in die Ferne blicken, um die Augen zu entspannen. In meinem Büro fällt sowas relativ leicht. Wenn ich mich ein wenig nach rechts drehe, dann geniesse ich das hier:

/pics/OfficeViewAug09.jpg

Michael

[]
Für Kommentare hier entlang. Alternativ freuen wir uns über Eure Kommentare an blog@voxindeserto.de.