Es ist Zeit, mal ein paar Worte über einen riesigen Teil Hanovers zu
schreiben, der für alle zu betreten ist, jedoch irgendwie mystisch
abgeschlossen einer kleinen Elite vorbehalten zu sein scheint: der
Golfplatz. Der Parcour hier nimmt den gesamten Nordosten der Stadt ein.
Schon früh am Morgen, wenn noch der Nebel die Berge verdeckt, stehen hier
Menschen in karierten Hosen und suchen ihre Bälle. Sie müssen Teiche und
Schluchten überwinden, manche Löcher befinden sich zwischen Häusern oder
dann auf der anderen Straßenseite. Auf einem Übungsteil liegen immer
hunderte weißer und gelber Bälle, die einer mit einem Kescherauto
einsammelt. Die Kinder sind immer sehr beeindruckt.
Und mittendrin ist der Pine Park, wo man spazieren gehen kann -- hier
fließt ein kleiner Bach und es ist angenehm kühl, nur die Golfbälle sausen
einem über den Kopf. Überall stehen Schilder, dass Golfer Vorfahrt
respektive Vor-Schlag haben.
Aber im Winter haben hier wirklich alle Platz, dann verwandelt sich das
weitläufige Gelände in Skipisten und Rodelberge und auf den Teichen wird
Schlittschuh gelaufen -- und am Golf-Club brennt ein großes Feuer, wo die
Kinder Marshmellows rösten können.
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Hier mal ein Video mit Bildern von Hanover und dem College aus der Luft
(das College hat einen eigenen Video-Kanal bei youtube.com).
Es ist wahrscheinlich auch so um diese Jahreszeit entstanden, denn so sieht
es hier gerade in etwa aus.
Wahrscheinlich ist es besser den Ton abzuschalten ;-)
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Der 22. September war ein großer Tag für Dartmouth College und damit auch für uns: der 17. Präsident, sprich Rektor der
Universität wurde offiziell eingeführt. Zum ersten Mal ist ein Asiate Rektor eines Ivy League Colleges geworden -- sogar
der Präsident Süd-Koreas hat eine Grußbotschaft geschickt!
Auch hier tragen die Professoren und Dekane auf alt gemachte Ornate und Hüte. Die Flaggen dürfen niemals fehlen.
Auf der Tribüne versammelte sich dann auch die gesamte College-Elite, um Jim Jong Kim, den neuen Rektor zu huldigen.
Obwohl der als 5jähriger mit seiner Familie in
die USA übersiedelte und wahrscheinlich amerikanischer als viele Amis ist, eröffnete eine koreanische Tanzgruppe die
Veranstaltung. Und dann übetrumpften sich die Redner mit Lobpreisungen, doch es stellte sich bal das Bild eines wirklich
imposanten Wissenschaftlers und Menschenfreundes dar. So hat Dr. Kim eine Hilfsorganisation mitbegründet und an diversen
Unis gelehrt -- Harvard selbst hat mehrere Vertreter entsendet, um das hervorzuheben.
Und er scheint großen Wert darauf zu legen, dass die Studenten hier fürs Leben lernen, dass sie nicht nur ihre Experten,
sondern gute Menschen werden. Dies wünschte er in angemessen pathetischem Ton vor allem den Neuankömmlingen, der Class of 2013.
Dann gabs Häppchen und Musik auf dem Green und wirklich tausende Leute waren unterwegs. So eine Inauguration erlebt man
hier übrigens nur ca. alle 15 Jahre, denn alle Rektoren sind auf Lebenszeit eingestellt -- und Dr. Kim ist gerade mal
50 Jahre alt -- wieder so ein nahezu einzigartiges Erlebnis hier.
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Es ist jedes Jahr das Gleiche: die Mama ist durch und dann fängt das Warten an.
Beide Kinder freuen sich auf Geschenke und Kuchen, aber der Tag will einfach
nicht kommen. Da könnt ihr mal sehen, wie es mir vor vier Jahren ging: trotz
Sekt zum Geburtstag wollte der Moritz nicht auf die Welt. Und dann ist es doch
passiert -- und dieses Jahr fiel der Jubeltag auf einen Sonntag.
Den ganzen Tag wurde gespielt, während die Eltern und Marianne nebenbei das
Große Grillen vorbereitet haben. Ab 4 Uhr nachmittags sollten zwei Geburtstage,
unser Ankommen und Dankeschön gefeiert werden. Extra Sonntags, weil Yarik am
Sonnabend seine Eltern vom New Yorker Flughafen abholen wollte -- dummerweise
gab es eine Havarie am Flugzeug, so dass sie neun Stunden Verspätung hatten. So
war unser Lieblings-Russe ziemlich müde. Die Kinder dafür gar nicht -- der
gewünschte Schokoladenkuchen wurde ratzfatz verspeist.
Und dann wurden deutsche und amerikanische Grilltraditionen aufs Beste
verbunden: zum Kartoffelsalat gabs Burger, eingelegtes Fleisch zusammen mit Hot
Dogs, Bohnen- und Eiersalat dazu deutsches Bier -- wobei Yarik noch ein Fass
russisches Bier beisteuerte, dessen Name unaussprechlich war, das aber gut
schmeckte.
Gegen Abend wurden dann die Mücken größer und die Luft kühler, so dass die
Männer dazu übergingen, sich mit Wodka aufzuwärmen. Nachdem der herrliche
Sternenhimmel ausführlich analysiert und die Gläser zum x-ten Mal gefüllt
waren, gings heim -- hackeletter, nudeldick und hundemüde.
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Nun ist schon wieder fast Wochenende -- dabei war das letzte schon ziemlich
cool. Zuallererst weil unsere Freundin Marianne uns besucht hat. Unser erster
Besuch aus der Heimat und es hat ihr gefallen, sagt sie. Wir haben uns ja auch
buchstäblich für sie auf den Kopf gestellt -- auf den Indianerkopf!
Und zwar haben wir den Franconia Notch State Park besucht -- ein riesiges,
malerisches Tal mit steilen Fels- und Berghängen. Hier war einmal der berühmte
Old Man of the Mountain zu finden -- das Wahrzeichen New Hampshires. Der
Felsen zeigte ein Gesicht im Profil, ist aber leider vor einigen Jahren
abgestürzt. Andere Felsformationen sind aber ebenso beeindruckend. Zuerst haben
wir The Basin, den "Fußabdruck" des Old Man besucht -- ein natürliches
Steinbecken, das ein kleiner Fluss in Jahrtausenden ausgehöhlt hat und das auch
Henry Thoreau, der berühmte Dichter beschrieben hat.
Und dann gings los zur Wandertour auf den Indian Head. Der Weg ist steil und
steinig und deshalb abenteuerlich. Er führt durch dichten Wald, es gibt jede
Menge Steine und Stöcke zum Aufheben und man kann sich toll verstecken. Kleine
Holzbrücken überqueren Gebirgsbäche, zur Schneeschmelze ist es dort bestimmt zu
nass zum Wandern.
Bis ganz oben wurde der Weg nicht flacher, erst auf dem Bergrücken ging es
halbwegs eben durch den Nadelwald und dann lichteten sich die Bäume und wir
standen mitten auf der Stirn des Indian Head.
Dass der Weg hier enden würde, wussten wir gar nicht und jeder hat sich sehr
gefreut, es geschafft zu haben. Dort oben haben wir Kuchen gegessen und
gerastet und natürlich den grandiosen Blick ins Tal genossen. An den Berghängen
zeigte sich schon der Beginn des Indian Summer. Müde und glücklich sind wir
wieder herunter geklettert, um in einer kleinen Kneipe riesige Portionen Burger
und Hot Dogs zu verdrücken.
PS: Wie immer haben wir den Weg zum Mt. Pemigewasset auch zum Nachwandern bei
openstreetmap.org eingetragen.
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Danke für die guten Wünsche und netten E-Mails und sogar Karten haben es
hierher geschafft! Ich habe nun also in der Fremde genullt und hatte trotzdem
einen schönen Tag. Micha ist sogar zu Hause geblieben und Moritz hatte ich auch
hier, nur Lotti musste arbeiten gehen. Wir hatten ein schönes Frühstück, wir
haben uns endlich in der großen Bibliothek angemeldet und dann entschieden wir
uns für ein Abenteuer: koreanisch essen gehen -- mit Moritz, auch genannt
Schnitzel-Moritz! Wunder über Wunder, wie sie nur an Geburtstagen möglich
sind, geschahen und Moritz hat tatsächlich Hühnchen koreanisch gegessen, zwar
mit Gabel, aber immerhin! Und dann kam mein größtes Geburtstagsgeschenk, von
Micha extra auf diesen Tag terminiert und in großer Fülle: Kaminholz.
3,6 Kubikmeter Kaminholz hat so ein Kerl mit Truck hier auf den Rasen
geschüttet. Dann hat er unser Haus angeschaut und gemeint, um den ganzen Winter
damit zu heizen, bräuchten wir das Sechsfache... Nur, wohin damit? Sofort
fingen wir mit Stapeln an und registrierten dabei, dass wir anscheinend Glück
hatten: man hatte uns nicht alzu sehr veräppelt, denn normalerweise kauft man
hier wohl "trockenes Holz" und bekommt dafür trockenes, das grünes Holz
versteckt.
Jedenfall ist jetzt ordentlich Holz vor der Hütte: Birke, Buche, Eiche -- alles
durcheinander. Kleine Scheite haben wir zum Anzünden aussortiert und es liegt
noch ein Stapel im Keller.
Dann hat Lotti noch mitgeholfen. Trotzdem waren nach zwei Stunden die Knie
weich und die Hände schwielig -- wie nach richtiger Arbeit. Ich fühle mich
hier immer mehr an die guten alten Zeiten erinnert: nicht nur dass ich per Hand
abwasche und selbst Hefeteig zusammenrühren muss -- jetzt schleppe ich auch
noch Holz wie wir früher Kohlen in den Keller. Nach einer schönen Dusche saßen
wir dann aber im neuen Bademantel vor einem netten Feuerchen und lasen Märchen
vor. Es ist zu schön mit so einem Kamin! Aber wir haben uns jetzt festgelegt:
Feuer nur noch, wenns draußen unter 10 Grad ist, sonst müssen wir wieder
schleppen.
Herzlichen Glückwunsch,
Karo
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Moritz hatte heute einen aufregenden Tag: der erste Ausflug mit der
Kindergartengruppe. Es ging zum Äpfelpflücken auf eine der vielen Plantagen,
die es in New Hampshire und Vermont gibt. Gar nicht weit von hier liegt der
Poverty Lane Orchard -- der Apfelgarten an der Poverty Lane. Da sind wir
heute hingefahren. Angekommen sahen wir als erstes eine schöne alte Scheune und
jede Menge Kürbisse -- was mich dazu veranlasste, die Erzieherinnen um ihre
Kürbisrezepte zu bitten. Und dann ging's los: alle Kinder und Erwachsene wurden
auf einen Traktoranhänger verladen und zur Pflückstelle gebracht.
Das war schonmal lustig. Die Zweige der Apfelbäume waren so voller Äpfel, dass
selbst die Kleinsten bequem an die Äpfel herankamen. Wir pflückten an einer
Stelle, wo zwei Apfelsorten wuchsen: MacIntosh, das ist der beliebteste und am
meisten verbreitete Apfel hier und Cortland -- ebenfalls rot und knackig, aber
etwas kleiner und härtere Schale.
Hier wachsen übrigens über 100 Apfelsorten auf mehr als 15.000 Bäumen. Eine
große Tüte pro Gruppe gab es geschenkt. Die Kinder hatten immer nur eine Hand
frei zum pflücken, in der anderen hatten sie einen Apfel zum essen, frisch vom
Baum. Sogar unser Moritz, der alles zerkleinert und am besten vorgekaut mag,
hat sich einen besonders roten geschnappt. Nachdem geklärt war, dass er
wirklich nicht vergiftet ist, hat er ihn fast aufgegessen.
Dann wurde noch schön gepicknigt und im Hofladen Apfel-Cider und Apfelaufstrich
verkostet und gekauft. Und dann gings zurück in die KiTa zum Mittagsschlaf.
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Sonntag wars wieder schön und wir sind zu unserem ersten Wandertrip
aufgebrochen. Wer hier nicht wandert, fischt, jagt oder sonstwas mächtig
Outdoor-mäßiges macht, gehört ja nicht dazu. Sind wir also in den Cardigan
State Park gefahren, um den Mount Cardigan zu erklimmen. Versprochen wurden
uns Blicke über ganz New Hampshire. Der Mt. Cardigan ist fast so hoch wie der
Brocken und man kann mit dem Auto bis auf 600 m fahren und parken. Im Rucksack
hatten wir Jacken, Wasser und Picknick-Klunkerkuchen. Die Kinder hatten genug
vom Spielen im Zimmer und waren heiß auf Klettern.
Der West Ridge Trail Wanderweg ist wirklich sehr schön: immer bergauf, über
Steine, Wurzeln, kleine Brücken und unterm grünen Blätterdach. Weiter oben
lichten sich die Bäume zu einer blanken Granit-Kuppel (aber erst seit einem
grossen Feuer im Jahre 1855). Ein kurzes Picknick vorm finalen Aufstieg und
dann gings über blanken Stein hinauf.
Oben hat es natürlich mächtig geweht, was die irren Amis aber nicht davon
abhielt, nur im T-Shirt rumzurennen. Wir genossen unsere deutsche Vorsicht und
konnten so etwas länger ausharren als die meisten anderen. Den Turm auf dem
Gipfel gibt es seit 1924 und dient als Aussichtsturm zur Waldbranderkennung.
Na und das ist New Hampshire:
Bei idealen Bedingungen sollte man bis zu den White Mountains sehen können.
Das hat nicht ganz geklappt, aber da fahren wir nächste Woche hin.
Bergab waren die kleinen Kletterer schon nicht mehr so fit und mussten
motiviert werden. Doch sie erinnerten sich gern an unsere Wanderung über die
Teufelsmauer letztes Jahr. Nach insgesamt drei Stunden und vielen bewundernden
Blicken für die Kinder waren wir wieder unten. Mit ganz viel Kuchen im Bauch,
ist Moritz auch gleich im Auto eingeschlafen und verpasste die Horde wilder
Truthähne, die aus dem Dickicht heraus vor uns die Straße überquerte. Wir Alten
waren dann auch schön müde und hatten schwere Beine -- die Kurzen waren
unerklärlicherweise wieder wach. Aber der Montag mit Schule und Kindergarten
stand schon vor der Tür.
PS: Selbstverständlich gibt es unseren Wanderweg jetzt auch bei
openstreetmap.org ;-)
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Sonnabend und Sonntag waren wir wieder unterwegs -- ja, das kann man machen,
wenn eine Mama in der Woche schon alles geputzt hat! Die erste Überraschung:
hier gibt es auch Eisenbahnen! Und ja, es gibt auch hier Freaks, die sich sowas
anschauen. Also besuchten wir den Weltbahnhof White River Junction in Vermont,
auf der anderen Seite des Connecticut Rivers. Dort hatten sich mehrere Loks und
Wagen der ruhmreichen amerikanischen Eisenbahn versammelt -- The Glory Days.
Ihr kennt noch Winnetou I ?? Da werden doch Schienen durchs Land der Apachen
verlegt und eine bunte Lokomotive fährt herum -- die Schienen hier stammen
nahezu aus dieser Zeit. In den 1890ern wurden sie, von Boston kommend, durch
die dichten Wälder verlegt und 1913 nochmal "modernisiert". Daher muss die Bahn
das Tempo drastisch drosseln sobald sie New Hampshire und Vermont durchquert --
die Gleise sind noch geschraubt und der Höhenunterschied zwischen einzelnen
Schienenstücken teilweise beträchtlich. Kein Grund, dieses Beispiel
amerikanischer Infrastruktur-Kunst nicht zu feiern!
Reisen mit der Bahn scheint aber nicht das große Vergnügen zu sein, obwohl man
es sich bei dieser Landschaft sehr reizvoll vorstellen kann. Reiseberichten
zufolge mussten Laptops und Bücher weggelegt werden, weil bei dem Geschaukel
kein Lesen und Schreiben mehr möglich war. Eine Freundin von uns ist verliebt
ins Eisenbahnfahren in Europa und wollte auch zu Hause in den USA mit gutem
Beispiel voran gehen: sie wollte von New York nach Montreal mit dem Zug fahren,
auch durch Vermont und New Hampshire -- eine Reise, die einen Tag dauern
sollte, wenn die Bahn nicht 13 Stunden Verspätung gehabt hätte... Na trotzdem
waren die Stahlrösser mächtig beeindruckend, immerhin müssen die tausende
Kilometer bewältigen! Und natürlich ließen es sich die Hobby-Eisenbahner unter
uns nicht nehmen, eine Draisine auszuprobieren -- hier wird sie ordinär Pump
Car genannt.
Und dann hat's geregnet...
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Irgendwie cool, so eine Einladung zur Horizontverbreiterung.
Wir haben also fix nachgeschaut und sind dann halb neun (21:30) in den
Vorgarten geklettert und haben uns das Space Shuttle Discovery auf seiner
vorletzten Mission angesehen. Sowas ist ganz anders als im Fernsehen.
Michael
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Die Großeltern wissen eben woraufs ankommt: ein Riesenpaket in
verheißungsvollem DHL-Gelb wurde gestern gegen Unterschrift angeliefert.
Schnell entfernte ich die für die kommenden Geburtstage gedachten Details und
überließ es dann den Plünderungen der kleinen Deutschen.
Mil..-Schokolade, Hari..-Gummitiere, gekörnte Brühe (wichtig!!) und
Russisch-Brot -- alles kam prima an. Auch die Leibn..-Kekse -- diesmal nur echt
in 52 Teilen. Manches wie der Dall..-Kaffee erinnerte arg ans Westpaket,
dafür war die Kno..-Salatkrönung eine tolle Idee. Dazu noch altdeutsche
Füllfederhalter nebst Tintenpatronen in Königsblau für das Schulkind und
natürlich enthalten auch die Geschenke nur Dinge, die es nur in D gibt -- aus
Gründen der Werbefreiheit im öff.-rechtl. Internet sind die Marken
selbstverständlich völlig unkenntlich gemacht!
Ich habe allerdings herausgefunden, dass es auch Playmobil hier gibt! Jaaa, in
ausgewählten Spielzeugläden und bei Amazon ;) -- es gibt also Hoffnung, auch
wenn solche Care-Pakete immer mal sehr schön sind! Vielen Dank dafür. Und die
Verpackungshilfen nebst Knisterfolie waren am Ende fast interessanter als der
Inhalt.
Karo
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Jetzt ist etwas mehr als ein Monat seit unserer Ankunft im gelobten Land
vergangen und ich muss sagen, dass sich alle schon gut angepasst haben -- bis
auf einen. Moritz' Diät war ja schon vorher etwas eingeschränkt, aber die
Änderungen beim Apfelsaft-Hersteller, das komische Brot und die Abwesenheit von
Leberwurst haben ihm arg zugesetzt. In der letzten Woche war er dann so "bleich
und abgemagert", dass man es sogar beim Skype-Video sehen konnte. Es musste
also etwas unternommen werden...
Der erste Schritt auf dem Weg zurück zum Normalgewicht war die Lokalisierung
von Leberwurst im Regal der ausländischen Abnormalitäten. Allerdings zeigte die
Leberwurst alleine nicht den gewünschten schnellen Mast-Erfolg, so dass wir uns
entschlossen die ultimative Waffe einzusetzen: Schnitzel.
Ich begab mich also zum Fleischer unserer lokalen Kooperative, um Geeignetes
vom Schwein zu finden. Dabei offenbarte sich ein fundamentaler Unterschied der
Systeme. Während man zu Hause mit einem kurzen "4 Schnitzel (, Meine)" immer
zum Ziel gelangt, so ist hier deutlich mehr Wissen über die Anatomie des
Sachverhaltes erforderlich. Der Fleischer erwartet nicht, was man mit dem
Fleisch machen will, sondern welches Teil vom Tier man verwenden möchte. Es
stellte sich heraus, dass "boneless center cut pork chops" genau das sind, was
ich wollte.
Zurück in der Küche der nächste Schock -- kein Kotelettklopfer ... arrgh. Ohne
klopfen zu braten wäre beim Gourmetgaumen von Moritz ein garantiertes Fiasko,
also waren Alternativen gefordert. Wie so oft liefert IKEA auch hier die
Lösung. Die Zimmermannsseite des IKEA-Hammers, sonst eigentlich zum Entfernen
verunfallter Nägel gedacht, eignet sich hervorragend zum Brechen der
Fleischfasern.
Der Rest ist quasi Standardprogramm, ausser dass keine Zwiebackskrumen da waren,
und ich sie durch (verdammt teure) italienische Delikatess-Cracker ersetzen
musste. Beim Anblick des Fleischberges (1,7 kg Schnitzel!) geriet Moritz sofort
in Ekstase und begann durch's Haus zu tanzen: Schitzel, schnitzel, schnitzel, ...
Am Ende haben wir dann zu viert nur die Hälfte geschafft, denn es gab auch noch
die leckeren Yukon-Gold Kartoffeln und ganz frischen Rosenkohl. Moritz hatte
jedoch etwa einen Quadratmeter Schnitzel für sich alleine -- ganz traditionell
ohne Gemüse. Er hat gegessen, bis er seinen Kopf nicht mehr halten konnte, kein
Verlangen nach mehr Apfelsaft, kein Pullern zwischendurch -- Bilder sagen mehr
als Worte:
Guten Appetit,
Michael
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An diesem verlängerten Wochenende, am Montag ist hier Labor Day und frei, haben
wir gemeinsam Charlottes erste Hausaufgaben erledigt. Wir sollten den Mond
beobachten.
Also sind wir im "Meiner" losgedüst, um die Stadt zu verlassen, obwohl hier
erstaunlich wenig Lichtverschmutzung herrscht. Aus Gründen der Privatsphäre
stehen hier kaum Straßenlaternen und viele von ihnen strahlen nur nach unten.
Die nächste große Stadt Boston ist zwei Stunden entfernt -- Mond und Sterne
sind hier also prima zu beobachten. Fast hätten wir ein Stachelschwein
überfahren -- aus Sicht des Stachelschweins waren wir wohl die Glücklichen,
denn es hielt kurz an, um seine beeindruckenden Stacheln aufzustellen. Nachdem
wir klein beigegeben hatten, spazierte es gemächlich weiter. Schließlich
erreichten wir eine baumfreie Stelle auf einem kleinen Berg und parkten an der
Straße. Prompt hielt ein Auto an und man fragte uns, ob wir "okay" seien. Schön
zu wissen, falls man wirklich man liegen bleibt.
Die Nächte sind mittlerweile ganz schön kalt -- aber dafür ist die Luft sehr
klar und frisch. Lotti sollte den Mond beschreiben, die Umgebung und die Luft
und sie sollte auch über ihre Gefühle berichten, die sie beim Anblick des
Mondes hätte. Nun, vorherrschend war eine gewisse Aufregung und Furcht...
Morgen wird sie dann ein Bild malen, von dem was wir gesehen haben und wir
werden ihre Antworten und Beobachtungen festhalten -- eine wirklich schöne
Hausaufgabe, für die ganze Familie.
Gute Nacht
Karo
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Ja, was macht sie nun? Langweilt sie sich? Putzt sie den ganzen Tag? -- was tut
die Karo, wenn heute zum ersten Mal alle den ganzen Tag weg sind? Na, sie
bloggt! Und fasst mal die Neuigkeiten der letzten Tage zusammen: das Auto
wurde wieder und nun hoffentlich zum letzten Mal repariert. Eigentlich müsste
ja Micha seine Sicht auf den Nachmittag wiedergeben, aber ich als neutraler
Beobachter drängele mich mal vor, denn diesmal ergab sich eine neue Situation.
Wie ihr wisst, machte das Auto komische Geräusche. Schnell waren sie als
Stoßseufzer demolierter Stabilisatoren an der Vorderachse identifiziert und
schon konnten sich die Jungs wieder schmutzig machen.
Yarik nutzte die Gelegenheit, gleich mal an der Klimaanlage seines Autos
herumzufummeln -- so dass diesmal zwei Autos offenstanden und die Lage noch
bedrohlicher aussah. Trotzdem schafften sie es, erst das eine Rad zu reparieren
und am nächsten Tag das andere. Und nun schwebt die Kutsche über die Straßen,
gleitet über die Kreuzungen und schnurrt um die Kurven -- kein Knacken, kein
Rumpeln und ein seliges Lächeln auf Michas Gesicht. Nur die kaputte Tür und
die Lackkratzer an der Seite, naja und was der pingelige Russe noch so gefunden
hat -- aber jetzt ist wirklich erstmal Schluss mit Auto -- auch im Sinne der
Gesundheit, denn der Bierkonsum hat sich auf einem hohen Niveau eingepegelt...
Nun zu mir: ich wollte mich heute ausruhen, so ausspannen, die Beine hochlegen,
fünfe grade sein lassen und sowas -- zumal unser Moritz vor seinem ersten
Full-Day Kindergarten die Nacht kaum geschlafen hatte. Doch stattdessen habe
ich Brötchen gebacken! Ich plaudere jetzt mal aus dem Nähkästchen: ich kann ja
nicht kochen, backen eigentlich noch weniger. Also habe ich mich bei
Chefkoch.de angemeldet, hole mir dort Anregungen und das klappt ganz gut.
Aber weil ich so ungeduldig bin, habe ich mir das schwerste Brötchen-Backrezept
rausgesucht, was sie haben und den ganzen Vormittag dran gebacken -- mit
Vorteig, Hauptteig, portionieren, formen und zwischendurch immer eine bestimmte
Ruhezeit einhalten. Das Ergebnis ist gar nicht so schlecht:
... kann aber noch verbessert werden. Ich denke mal, der Herd hier funktioniert
anders, denn die Kruste war sehr knusprig. Und vielleicht sollte ich mir doch
noch 'ne Küchenwaage zulegen, Mehl mit Tasse und Litermaß abzumessen, ist zu
heftig. Und: wer kennt ein einfaches Brötchenrezept mit Gelinggarantie?? Bitte
an mich mailen! Kann ich aber erst nächste Woche Dienstag ausprobieren, dann
habe ich wieder frei!
Grüße von der Karo
[]
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Stille, Ruhe -- keiner da, nur ein leises Rasenmäherbrummen aus der Ferne (aber
das gehört hier zum Grundrauschen). Heute ist der Tag, an dem ich hier alleine
im Sessel sitze und tippe, denn alle sind ausgeflogen. Der eine in sein Büro,
die zweite in die Schule und der dritte in den Kindergarten -- und das kam so:
Gestern waren wir schon eine ganze Stunde im Kindergarten. Moritz ist ja
eigentlich schüchtern, zumindest die ersten Minuten. Und es ist wirklich
beängstigend, wenn niemand einen versteht und man selbst kein Wort sprechen
kann. Trotzdem hat er sich schon sehr mutig in den Morgenkreis gesetzt und sich
von Erzieherin Debbie an die Hand nehmen lassen. Und draußen auf dem Spielplatz
mussten erstmal alle Geräte ausprobiert werden und die KiTa ist bestens
ausgerüstet!
Moritz ist jetzt ein Woollie Bear -- falls jemand weiß, ob das eine echte
Bärenart ist, bitte melden. Wir denken, das sind einfach Wollbären oder so --
auf jeden Fall kuschelig und so ist auch der Gruppenraum. Recht klein, nicht
sehr viel Spielzeug, aber sehr gemütlich. Eigentlich ist alles so wie bei uns,
das macht es Moritz auch etwas leichter.
Es gibt nur ein paar Besonderheiten: so gibt es kein Mittagessen, das müssen
wir mitbringen und das muss komplett nuss-frei sein! Hier scheint es
mittlerweile so viele Erdnuss-allergische Kinder zu geben, dass sie solche
Maßnahmen ergreifen müssen. Jeden Tag muss von Neuem erklärt werden, dass das
mitgebrachte Essen garantiert keine Nüsse enthält und auch nichts, das an
gleicher Stelle hergestellt wurde, wo Nüsse anwesend sein könnten. Und
Geburtstagskuchen sind strengstens verboten! Schade eigentlich... Unser Prinz
hat ja nun bald seinen 4., muss ich mal fragen, was es für Alternativen gibt.
Andererseits bietet der Kindergarten "einen gesunden Snack vormittags und
nachmittags an". Was hier "gesund" heißt, habe ich schon beim Schulessen
erfahren müssen: Waffeln, süße Cornflakes etc. Bei Charlotte gibt es jeden
Freitag Pizza!! Und obwohl es an zwei Tagen auch Salat zur Auswahl gibt, ist
der immer mit Käse oder Crackern, als "Proteinzugabe". Also diese Kinder werden
strengstens bewacht und gewogen -- und bei unkontrollierter Gewichtszunahme
gibts nur noch deutsches Essen von Mama gekocht! So. Aber sonst ist alles
schön. Vor allem momentan -- in dieser Ruhe, da gehe ich gleich mal Micha zum
Mittagessen abholen. Das müssen wir feiern, unseren ersten freien Mittag -- am
besten, wir gehen Burger essen.
Karo
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Als gute Deutsche lieben wir italienisches Eis. Und obwohl es hier so viele
Italiener gibt, wir sogar welche als Nachbarn haben, gibt es hier keine
italienische Eisdiele. Man fragt sich, wovon sich die Amerikaner im Sommer
ernähren -- nun sie haben natürlich eine Alternative erfunden und zwar "Ben &
Jerry's Ice-Cream". Die Ice-Cream-Fabrik steht nicht weit entfernt in
Waterbury/Vermont -- ein ideales Ziel für einen Spätsommer-Wochenendtrip.
Wie immer teilten wir unsere Absicht unserem Freund Yarik mit, wohlwissend,
dass auch er eis-verrückte Kinder hat. Und der teilte es allen Eltern am
Fletcher Circle mit -- das ist die Straße, wo er wohnt. Und so kam es, dass wir
mit neun Kindern, neun Erwachsenen in vier Autos abfuhren. Diesmal hatten wir
sogar zwei Amerikaner dabei, wie geneigte Leser wissen, haben wir noch nicht so
viele kennengelernt.
Die Eisfabrik liegt idyllisch in den grünen Bergen Vermonts. Es heißt, dass
hier die Amerikaner Urlaub machen und es ist ein wahrer Augenschmaus durch
Vermonts grüne Landschaft zu fahren. Die Berge sind etwas höher als in New
Hampshire und es liegen weniger Ortschaften am Highway. Der Wald sieht
urwaldmäßig aus und entsprechende Verkehrsschilder warnen vor Elchen, Hirschen
und Bären. Rund um die Eisfabrik allerdings leben vor allem Kühe... Auf unserer
Besuchertour schließlich erfahren wir, dass Ben and Jerry im Prinzip zwei von
allen Unis abgelehnte Nichtsnutze waren, die, vermutlich unter LSD-Einfluss,
auf die Idee kamen, Eis herzustellen. Dies kulminierte in Sorten wie "Karamel
Sutra" oder "Chocolate Therapy" -- bestehend aus cremigem Eis, dessen
Geschmacksrichtung man an der Farbe erahnt, und als Schokolade, Kekse oder
sonstwas getarnten Fettwürfeln. Selbstverständlich durften wir probieren,
gottseidank, war es ein leichtes Orangeneis.
Draußen aßen wir dann zum Mittag, natürlich Eis -- wobei Micha zum ersten Mal
in seinem Leben vor einer Eiswaffel kapitulieren musste.
Natürlich ist die Eisfabrik keine schnöde Fabrik, sondern hält jede Menge
"Events" bereit. Neben Spielplatz und Eismobil auch einen sehr witzigen Flavour
Graveyard -- einen Friedhof für die aussortierten Sorten.
Den Bauch voller Eis und das Herz voller Sonne fuhren wir weiter, an Berlin
vorbei, wo immerhin das Bezirkskrankenhaus steht.
Und weiter nach Barre -- DEM Granitstädtchen Neu-Englands. Hier siedelte sich
vor Jahren ein ganzer Sack voll italienischer Bildhauer an und statt Eis zu
machen, erschufen sie irre Grabsteine und einen riesigen Friedhof mit über
10.000 Grabstellen und tollen Steinen dazu. Anscheinend sind die Plätze hier so
begehrt, dass es auch jede Menge Steine und Grabstellen für noch lebendige
Menschen gibt -- die haben wohl Spaß daran, ihren individuellen Grabstein noch
so oft wie möglich selbst zu besuchen.
Und weil es so schön war, besuchten wir noch ein blendendes Beispiel
amerikanischer Brückenbaukunst: eine schwimmende Seebrücke, die unter Wasser
schwimmt. Brookville liegt am wunderschönen Sunset Lake und sofort suchten
sich clevere Baumeister die breiteste Stelle aus, um eine Brücke zu bauen.
Unglücklicherweise stand die von Anfang an ein bißchen unter Wasser, man durfte
aber mit nassen Reifen noch drüberfahren -- seit sie sich im letzten Jahr noch
einmal gesenkt hat, darf man nur noch drüberlaufen.
Nachdem alle Kinder ins Wasser gefallen waren, war es Zeit für den Heimweg. Und
weil wir uns alle so gern haben, endete es mal wieder in einem ausgedehnten
BBQ, diesmal bei Grischa und Vita, deren russische Eltern die Kinder mit
russischen Cartoons unterhielten, so dass wir uns mit Mais und Würstchen
vollhauen konnten. Da die Kinder mit dem Zuckerschock am Mittag genug Energie
getankt hatten, hielten sie sogar noch bis um 8 durch. Dann war aber Schluss
-- Montag ist schließlich auch noch ein Tag!
Man soll ja bei der Arbeit immer mal kurz vom Bildschirm aufschauen und etwas
in die Ferne blicken, um die Augen zu entspannen. In meinem Büro fällt sowas
relativ leicht. Wenn ich mich ein wenig nach rechts drehe, dann geniesse ich
das hier:
Michael
[]
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